Umfrageteilnehmer finden – Teil 1

Möglichkeiten der Teilnehmerakquise – auf welchen Wegen du Teilnehmer für deine Umfrage finden kannst

Interviewpartner, Umfrageteilnehmer, Datensätze – wer empirisch arbeitet, muss zunächst auf die Suche nach geeigneten Informationen gehen.

Gerade bei Online-Umfragen treten hierbei unerwartete Herausforderungen auf. Denn auch in den sozialen Medien wachsen Personen, die sich Zeit für eine Umfrage nehmen, nicht auf Bäumen. Was tun, wenn du nicht genügend Umfrageteilnehmer für deine Bachelor- oder Masterstudie findest?

Soziale Medien

Die erste Möglichkeit, um Umfrageteilnehmer zu finden, leuchtet ein: die sozialen Medien selbst. Bei Facebook oder Instagram kannst du nach Umfrageteilnehmern suchen, wobei Instagram wegen der fehlenden Möglichkeit, deine Umfrage im Text zu verlinken, schon etwas schwieriger ist. Innerhalb der Netzwerke wiederum kannst du Gruppen (themenbezogen, unibezogen oder ortsbezogen) nutzen.

Daneben bieten sich Berufsnetzwerke wie Xing oder LinkedIn an. Solltest du studieren und noch keinen Xing- oder LinkedIn-Account haben, rate ich dir wie viele, viele andere dazu, dir einen solchen zuzulegen. Und das nicht nur, um Teilnehmer für deine Umfrage zu finden, sondern auch für die Zeit nach dem Studium.

Auch in den Berufsnetzwerken findest du themenbezogene, regionale und unibezogene Gruppen, die du bespielen kannst. Um zu klären, welche Gruppen interessant erscheinen, hier drei Orientierungsfragen:

  • Wo finde ich Personen, die hilfsbereit sind?
  • Welche Personen, können sich in meine Situation hineinversetzen?
  • Wer hat ein Interesse an meinem Forschungsvorhaben und dessen Ergebnissen?

Fachforen

Neben den großen sozialen Netzwerken solltest du regionale und fachbezogene Onlinegruppen suchen. Gerade dort, wo Personen bereit sind, Fragen zu beantworten und sich gegenseitig zu helfen, kannst du mit einem themenbezogenen Post punkten. Suche also auch nach Foren, in denen es konkret um dein Forschungsthema geht.

Plattformlösungen

Möglichkeit drei der Teilnehmerakquise stellen Plattformlösungen dar. Das Problem zu weniger Umfrageteilnehmer ist nicht erst gestern entstanden, weshalb es mehrere Plattformen zur Durchführung von Online-Umfragen und der Gewinnung von Teilnehmern gibt. Ein Beispiel hierfür ist das Mannheimer Start-up SurveyCircle.

Offline-Befragung

Wenn nichts mehr hilft, musst du deine Online-Befragung um eine Offline-Befragung ergänzen. Das ist nicht der Königsweg, klar. Es kann aber helfen. Drucke deinen Fragebogen aus und frage auf der Straße/vor Ort. Überlege zuvor, wo du deine Zielgruppe am ehesten antriffst.

Vielleicht denkst du, dass deine Prüfer keine Fans von diesem Vorgehen sind. Ich denke, es ist aber in jedem Fall besser, als die angestrebte Stichprobengröße nicht zu erreichen. Zudem kannst du das Vorgehen auch mit deinem Prüfer besprechen.

Eine Verteilung per Mail oder Brief fällt ebenfalls in den Blick. Beachte dabei jedoch datenschutzrechtliche Aspekte.

Taktiken zur Generierung von Umfrageteilnehmern

Neben den genannten Anlaufstellen für Umfrageteilnehmer möchte ich kurz auf zwei Taktiken der Teilnehmerakquise eingehen:

Teilnahme an anderen Umfragen

Du kannst an anderen Umfragen teilnehmen und die Ersteller dieser Umfragen bitten, sich zu revanchieren. Sehr zeitaufwändig, aber in Erwägung zu ziehen.

Multiplikatoren

Etwas sinnvoller ist es, Multiplikatoren für deine Umfrage zu finden. Frage Freunde, Familie und Kommilitonen, ob sie bereit sind, deine Umfrage zu teilen und weiterzugeben. Vielleicht ist der oder die eine oder andere sogar willens, weitere Multiplikatoren einzuspeisen. Das wird allerdings nur funktionieren, wenn du deinen Multiplikatoren einen klaren Auftrag und am besten einen vorformulierten Text mit an die Hand gibst.

Denn: Das bloße Teilen deiner Umfrage durch einen Freund (evtl. mit einem Smiley versehen) könnte zu wenig sein, um das Interesse deiner Zielgruppe zu wecken.

Gib also lieber die wichtigsten Infos zu deiner Umfrage weiter und bitte deine Multiplikatoren, diese aufzugreifen (welche Infos das aus meiner Sicht sind, erfährst du im nächsten Blogpost).

Viel Erfolg bei der Teilnehmersuche 🙂

Zusammenfassung

Um Teilnehmer für empirische Online-Umfragen zu finden, kannst du einerseits in den sozialen Netzwerken auf die Suche gehen. Andererseits sind Fachforen und Plattformlösungen wie SurveyCircle interessante Ansatzpunkte für die Generierung von Umfrageteilnehmern. Wenn online nichts mehr geht, solltest du klassische Offline-Befragungsmethoden in Erwägung ziehen.

Leitfaden für deine Unitexte

Alle Wege führen nach Rom.

Das gilt auch für wissenschaftliche Arbeiten. Dass alle Wege nach Rom führen, bedeutet jedoch nicht, dass alle Reisenden gleich schnell in die italienische Hauptstadt gelangen. Flug oder Kutsche machen doch einen gewaltigen Unterschied. Es bedeutet auch nicht, dass alle zur gleichen Zeit angelangen. Und schließlich unterscheidet sich die Qualität der Reisen bzw. wissenschaftlichen Arbeiten. Der nachfolgende Leitfaden zeigt dir, wie Thesis-Piloten ihre Wissenschaftsreise bestreiten. Er stellt dar, wie du zügig und optimal nach Rom kommst.

Take-aways

Vorbereitung

Nimm dir Zeit für die Vorbereitung deiner Thesis.

Strukturieren

Gliedere früh und hol dir direkt dein erstes Feedback.

Empirie, Literatur, Text

Fasse empirisches Arbeiten, Literaturarbeit und Schreiben als dynamische Prozesse.

Überarbeite

Plane Zeit für die Überarbeitung ein.

Planung deiner wissenschaftlichen Reise

Zu jeder gelungenen Reise gehört eine gute Reiseplanung. Was für exotische Reisen der Impfschutz und die Einreisebedingungen sind, bilden für uns die Bewertungskriterien wissenschaftlicher Arbeiten.

Diese musst du kennen, um gut zu reisen. Bewertungskriterien sind grob:

  • Formalia
  • Sprache
  • Struktur
  • Inhalt
  • Literaturarbeit

Mit den Bewertungskriterien gehen etliche Anforderungen einher, die wir auf der Reise in Form von Meilensteinen abarbeiten.

Meilenstein 1: Vorbereitung

Wann packst du deine Reisetasche? Vor der Reise, auf der Reise oder nach der Reise? Klar, vor der Reise packst du, auf der Reise rüstest du nach. Dieses Nachrüsten kann teuer sein und Zeit kosten. So ist es auch bei wissenschaftlichen Arbeiten. Was du vorab klärst, verursacht später keine Bauchschmerzen mehr.

Setze dir also bestenfalls vor der Reise ein Ziel und plane den Weg mehr oder minder grob (mehr zur Vorbereitung www.thesis-blog.de/organisation). Zudem solltest du dir ein Thema suchen, das dich begeistert (www.thesis-blog.de/themenwahl). Alle gesammelten Informationen und technischen Voraussetzungen, die du hier schaffst, sorgen für Zeitersparnisse am Ende.

Meilenstein 2: Makrostruktur

Nach der Vorbereitung begegnet uns schnell die erste Weggabelung. Möchtest du zunächst einfach loslegen oder bist du bereit, in die Struktur deiner wissenschaftlichen Arbeit zu investieren? Ich rate zur Struktur. Wenn du ein Thema gewählt hast, das dich begeistert und bei dem du dich auskennst, kommst du überraschend schnell zu einer guten Makrostruktur. Zu dieser Makrostruktur zählen:

  • Titel
  • Fragestellung
  • Hypothesen
  • Ziel der Arbeit
  • Gliederung

Natürlich kannst du auch erst ein bisschen lesen, um dein Thema abzustecken. Allerdings gelingt es Thesis-Piloten wirklich zügig und intuitiv, gute Gliederungsentwürfe zu erstellen. Die Vorteile des frühen Strukturierens: Du hast von Beginn an eine gute Orientierung und du kannst deinen Prüfer direkt konstruktiv einbinden.

Meilenstein 3: Inhalte erarbeiten und vertexten

Nach der Makrostruktur folgt die tiefgehende Erarbeitung der Inhalte. Da unterschiedliche Schreibtypen unterschiedlich zu guten Ergebnissen kommen, gilt hier: Fasse empirisches Arbeiten, Literaturarbeit und Schreiben als dynamische Prozesse.

Literaturarbeit, Empirie, Schreiben

Es ist in den seltensten Fällen sinnvoll, zunächst die komplette Literatur zu lesen oder die Empirie vor allem anderen zu finalisieren.

Das liegt daran, dass Empirie, Literaturarbeit und der Text dasselbe Thema haben und sich dementsprechend ergänzen. Außerdem sparst du eine Menge Zeit, wenn du bspw. nach einem Teil der Literaturarbeit ein Kapitel schreibst. Denn beim Schreiben bringen wir unsere Gedanken und das Gelesene in eine chronologische, normierte Form. Es steht dann da, wir können daran weiterarbeiten und erkennen, wo es noch Lücken gibt. Zudem generieren wir beim Schreiben weitere Ideen. Wir erkennen, wo es hingehen soll.

Ähnlich sieht es bei der Empirie aus. Wenn wir die ersten Ergebnisse vorliegen haben, bevor wir die komplette Literatur lesen, können wir die Ergebnisse besser mit dem Forschungsstand abgleichen – intuitiv. Ich setze hier wirklich auf deine Intuition. Du musst dich auf diesen Prozess einlassen.

Mit der Empirie lässt sich ein weiterer Vorteil erkennen: Wenn wir Umfragen rausschicken oder Interviews führen, müssen wir zunächst Teilnehmer/Interviewpartner finden. Das kann und sollte aus zeitlichen Gründen parallel zur Literaturarbeit und zum Schreiben stattfinden.

Meilenstein 4: Ergebnisse

Die Inhalte deiner Arbeit sind das wesentliche Kriterium für deine Note. Dementsprechend ist dieser Teil der längste deiner Reise. Aus den Inhalten werden schließlich auch die Ergebnisse deiner Arbeit.

Meilenstein 5: Überarbeitung

Herzlich willkommen in Rom. Du hast deine Reise absolviert, aber: Deinem Prof genügt es nicht, dass du gereist bist. Er möchte einen Reisebericht lesen.

Wahrscheinlich bist du an diesem Punkt schon etwas genervt. Es ist doch schon alles da. In der Überarbeitung deiner Arbeit liegt jedoch ein riesiges Notenpotential. Deshalb solltest du dir für die Überarbeitung genügend Zeit einplanen und nehmen. Ansonsten gibst du einen Erstentwurf ab, der deiner Reise nicht gerecht wird. Das machen die meisten Studierenden und nehmen Noten in Kauf, die wesentlich besser sein könnten.

Im Prinzip musst du deine Arbeit an dieser Stelle hinsichtlich aller Bewertungskriterien überarbeiten und korrigieren. Dazu zählt nicht zuletzt das Lektorat.

Zusammenfassung

Wissenschaftliches Arbeiten ist eine Reise mit etlichen Zwischenstationen.
Im Thesis-Piloten bestreiten die Studierenden ihren Weg nach den Meilensteinen Vorbereitung, Makrostruktur, Inhalten erarbeiten und vertexten, Ergebnisse und Überarbeitung.
Insgesamt entstehen dadurch sieben Kapitel des wissenschaftlichen Arbeitens.