Social-Media-Posts

Social-Media-Posts

Im letzten Beitrag aus dem Thesis-Blog haben wir festgestellt: Die Suche nach Teilnehmern für Online-Befragungen ist wesentlich komplexer, als die meisten annehmen. Wenn du dennoch mitten in der Durchführung einer solchen Befragung steckst, hilft dir das wenig. Deshalb präsentiere ich heute ein paar Ansätze, die deine Suche nach Umfrageteilnehmern doch noch retten könnten.

Take-aways

Zielgruppe ansprechen

Beschreibe deine Zielgruppe genau und sprich sie dann gezielt an.

Text und Bild

Nutze gute Bilder und gute Texte.

Ehrlichkeit

Gib bspw. die Umfragendauer korrekt an, um die Abbruchsquote im Rahmen zu halten.

Alternativen zu Social Media – Wiederholung

Erstmal eine kurze Wiederholung: Im Blogpost „Umfrageteilnehmer finden, Teil 1“ habe ich dargestellt, dass du Umfrageteilnehmer nicht nur in den sozialen Medien finden kannst. Stattdessen fallen Umfragesoftware wie SurveyCircle und Fachforen ebenfalls in den Blick. Darüber hinaus kannst du mit einem klaren Forschungsvorhaben und einem guten Fragebogen dafür sorgen, dass dir deine Teilnehmer wohlgesonnen sind und deine Ergebnisse interpretationsfähig sowie erkenntnisreich ausfallen.

Beispiele für Social-Media-Posts

Beginnen wir unseren Weg durch Umfrageposts mit zwei Beispielen. Was glaubst du? Welcher der folgenden Posts hätte vermutlich mehr Erfolg?

Beispiel 1

Betreff: Dringend Studienteilnehmer gesucht

Hallo,

im Rahmen meiner Bachelorarbeit führe ich eine Umfrage zu den Verhaltensweisen von Kunden beim Kauf von Zahnpasta durch.

Ich bitte Sie, an meiner zehnminütigen Umfrage teilzunehmen.

Sie können sogar etwas gewinnen: Unter allen Teilnehmer verlose ich drei Amazon-Gutscheine im Wert von zehn Euro.

Vielen Dank

Beispiel 2

Betreff: Morgens Elmex, abends Aronal? Umfrage für Bachelorarbeit

Liebe Hygieneliebhaber,

nach welchen Kriterien kaufen Sie Zahnpasta und kaufen Sie jene Zahnpasta, die Ihr Zahnarzt Ihnen empfiehlt?

Hierzu möchte ich in meiner Bachelor-Umfrage gerne Ihre Meinung erfahren: [www.umfrage.de/zahnpasta]

Die Umfrage dauert im Mittel zehn Minuten und beinhaltet zehn Fragen zu den Verhaltensweisen von Kunden beim Kauf von Zahnpasta.

Mit Ihrer Teilnahme unterstützen Sie die Forschung, mich und das Projekt „Kinder putzen Zähne“. Denn pro ausgefüllter Umfrage spende ich 1 €, mit dem das Projekt Flüchtlingskinder mit Zahnbürste und Zahnpasta ausstattet.

Hier noch einmal der Link zur Umfrage: [www.umfrage.de/zahnpasta]

Bitte nehmen Sie teil, damit wir gemeinsam einen Schritt in Richtung Verbesserung der Mundhygiene gehen können.

Viele Grüße

Christian

PS: Sie haben am Ende des Fragebogens die Option, die Forschungsergebnisse zu erhalten. Hierzu benötige ich lediglich eine E-Mail-Adresse.

Ich denke, Post 2 wäre erfolgreicher, obwohl er länger ist. Wie ich zu dieser Einschätzung komme, erkläre ich im Folgenden.

Social-Media-Umfragen sind Online-Marketing

Die Suche nach Umfrageteilnehmern ist Online-Marketing. Anders lässt es sich bei der Menge an Inseraten nicht beschreiben. Du konkurrierst mit etlichen anderen Studierenden um Partizipanten.

Erfolgsfaktoren für Online-Marketing (auch für deine Umfrage) sind Targetierung, Authentizität und Originalität.

Targetierung – sprich deine Zielgruppe an

Das bedeutet aus sprachlicher Sicht, dass du deine Zielgruppe ganz genau ansprechen musst. Du musst antizipieren, welchen Mehrwert ihnen die Teilnahme an der Umfrage bringen könnte (Selbsterkenntnis, gutes Gewissen – weniger ein 10-€-Amazongutschein). Außerdem solltest du echte Begeisterung für dein Thema äußern. Es mag hier komisch klingen, aber es ist für dich, die Teilnehmer und deine Ergebnisse besser, wenn du deine Zielgruppe einschränkst. Zwar hast du dann weniger potentielle Teilnehmer, diese kannst du aber besser ansprechen und so ihr Interesse steigern.

Damit dir das gelingt, gibt es hier eine Liste mit Aspekten, die deine Zielgruppe über deinen Fragebogen wissen sollte:

  • Thema/Forschungsfeld/Forschungsfrage
  • Zielgruppe/Teilnahmebedingungen
  • Dauer
  • Forschungsinteresse und gesellschaftliches Interesse
  • Belohnung (wähle hier einen Wert, der wirklich ins Gewicht fällt. Natürlich wären 10 Euro schöner, aber für 50 kann ich mir zumindest etwas kaufen. Generell liegt die Hauptmotivation deiner Umfrageteilnehmer vermutlich ohnehin weniger im Monetären begründet)
  • Argumentation (Warum sollten Personen nun die Umfrage ausfüllen? Formuliere hier gerne eine Handlungsaufforderung: Nimm bitte jetzt teil und hilf mir dabei, das Personalwesen zu bereichern).

Den Umgang mit Daten (Anonymisierung, keine Weitergabe etc.) kannst du auf die erste Seite deiner Umfrage auslagern.

Zusätzliche Stimulanzen

Wer schreibt, bleibt. Oder: Was geschrieben steht, bleibt und wird besser behalten. Als Linguist nahm ich das mal zum Anlass, den Text über das Design zu erheben – weil alle anderen das Design über den Text zu erheben scheinen.

Erfolg liegt jedoch in der Kombination: guter Text, gutes Bild.

Deshalb solltest du bei deinen Posts auch Bilder verwenden. Am besten solche, die Aufmerksamkeit erwecken.

Originalität

Schau dir an, was alle anderen machen und mache es etwas anders. Und zwar in Bezug auf das, was deine Umfrage auszeichnet (brandaktuelles Thema, sehr kurz, sehr tiefgreifend?). Und vielleicht interessieren sich deine Umfrageteilnehmer ja auch für deine Ergebnisse. Warum bietest du nicht an, einen Ergebnisabriss zu publizieren. Zumindest bei Experteninterviews läuft das exzellent.

Mein Tipp: Betrachte mindestens zehn Inserate von Kommilitonen und überlege, was du anders machen würdest und besser machen kannst.

Ehrlichkeit/Authentizität

Schaue, dass deine potentiellen Umfrageteilnehmer nicht direkt wieder abspringen, weil du sie „anlügst“. Ich breche bspw. jeden Fragebogen ab, der eine unrealistische Zeitangabe enthält.

Wenn deine Umfrage zwölf Minuten dauert, solltest du auch schreiben, dass sie zwölf Minuten dauert. Nur so kannst du die Abbruchsquote, wenn überhaupt, verringern.

Generell ist bei der Gestaltung der Umfragedauer ein Dilemma zu erkennen: Einerseits kannst du die Validität (Gültigkeit) deiner Ergebnisse erhöhen, andererseits wiederholst du dich ggf. und langweilst die Teilnehmer. Gerade wenn die Teilnehmer kein besonderes Interesse an deiner Umfrage haben, wirkt sich das negativ auf die Ergebnisse aus und begrenzt wiederum die Validität deiner Ergebnisse.

A/B-Marketing

Gerade zu Beginn deiner Suche nach Umfrageteilnehmern solltest du zunächst ausprobieren, was funktioniert. Im Marketing wird dieses Ausprobieren unter A/B-Marketing systematisiert. Dabei verpackst du einen Inhalt auf unterschiedliche Arten und Weisen. Sagen wir, du wählst zwei verschiedene Belohnungen.

  1. Amazon-Gutscheine
  2. Spenden pro Umfrageteilnehmer (pro ausgefülltem Fragebogen spende ich 50 Cent an das Projekt xy)

Anschließend überprüfst du, mit welcher Version du mehr Umfrageteilnehmer erzielst. Ebenso kannst du Bilder, Texte und Argumentationen vergleichen. Wichtig: Du kannst prinzipiell nur eine Dimension verändern, um die Ergebnisse auf diese Dimension zurückführen zu können. Also verändere entweder die Belohnung oder das Bild, um am Ende einen optimalen Post absetzen zu können.

Zusammenfassung

Die Vielzahl von Online-Umfragen bei Abschlussarbeiten führt zu hohem Konkurrenzdruck. Deshalb ist die Teilnehmerakquise im Netz quasi Online-Marketing. Mit Originalität, Authentizität und Targetierung (direkte Ansprache deiner Zielgruppe) kannst du dich hier von anderen Teilnehmersuchenden absetzen.

Umfrageteilnehmer finden – Teil 1

Möglichkeiten der Teilnehmerakquise – auf welchen Wegen du Teilnehmer für deine Umfrage finden kannst

Interviewpartner, Umfrageteilnehmer, Datensätze – wer empirisch arbeitet, muss zunächst auf die Suche nach geeigneten Informationen gehen.

Gerade bei Online-Umfragen treten hierbei unerwartete Herausforderungen auf. Denn auch in den sozialen Medien wachsen Personen, die sich Zeit für eine Umfrage nehmen, nicht auf Bäumen. Was tun, wenn du nicht genügend Umfrageteilnehmer für deine Bachelor- oder Masterstudie findest?

Soziale Medien

Die erste Möglichkeit, um Umfrageteilnehmer zu finden, leuchtet ein: die sozialen Medien selbst. Bei Facebook oder Instagram kannst du nach Umfrageteilnehmern suchen, wobei Instagram wegen der fehlenden Möglichkeit, deine Umfrage im Text zu verlinken, schon etwas schwieriger ist. Innerhalb der Netzwerke wiederum kannst du Gruppen (themenbezogen, unibezogen oder ortsbezogen) nutzen.

Daneben bieten sich Berufsnetzwerke wie Xing oder LinkedIn an. Solltest du studieren und noch keinen Xing- oder LinkedIn-Account haben, rate ich dir wie viele, viele andere dazu, dir einen solchen zuzulegen. Und das nicht nur, um Teilnehmer für deine Umfrage zu finden, sondern auch für die Zeit nach dem Studium.

Auch in den Berufsnetzwerken findest du themenbezogene, regionale und unibezogene Gruppen, die du bespielen kannst. Um zu klären, welche Gruppen interessant erscheinen, hier drei Orientierungsfragen:

  • Wo finde ich Personen, die hilfsbereit sind?
  • Welche Personen, können sich in meine Situation hineinversetzen?
  • Wer hat ein Interesse an meinem Forschungsvorhaben und dessen Ergebnissen?

Fachforen

Neben den großen sozialen Netzwerken solltest du regionale und fachbezogene Onlinegruppen suchen. Gerade dort, wo Personen bereit sind, Fragen zu beantworten und sich gegenseitig zu helfen, kannst du mit einem themenbezogenen Post punkten. Suche also auch nach Foren, in denen es konkret um dein Forschungsthema geht.

Plattformlösungen

Möglichkeit drei der Teilnehmerakquise stellen Plattformlösungen dar. Das Problem zu weniger Umfrageteilnehmer ist nicht erst gestern entstanden, weshalb es mehrere Plattformen zur Durchführung von Online-Umfragen und der Gewinnung von Teilnehmern gibt. Ein Beispiel hierfür ist das Mannheimer Start-up SurveyCircle.

Offline-Befragung

Wenn nichts mehr hilft, musst du deine Online-Befragung um eine Offline-Befragung ergänzen. Das ist nicht der Königsweg, klar. Es kann aber helfen. Drucke deinen Fragebogen aus und frage auf der Straße/vor Ort. Überlege zuvor, wo du deine Zielgruppe am ehesten antriffst.

Vielleicht denkst du, dass deine Prüfer keine Fans von diesem Vorgehen sind. Ich denke, es ist aber in jedem Fall besser, als die angestrebte Stichprobengröße nicht zu erreichen. Zudem kannst du das Vorgehen auch mit deinem Prüfer besprechen.

Eine Verteilung per Mail oder Brief fällt ebenfalls in den Blick. Beachte dabei jedoch datenschutzrechtliche Aspekte.

Taktiken zur Generierung von Umfrageteilnehmern

Neben den genannten Anlaufstellen für Umfrageteilnehmer möchte ich kurz auf zwei Taktiken der Teilnehmerakquise eingehen:

Teilnahme an anderen Umfragen

Du kannst an anderen Umfragen teilnehmen und die Ersteller dieser Umfragen bitten, sich zu revanchieren. Sehr zeitaufwändig, aber in Erwägung zu ziehen.

Multiplikatoren

Etwas sinnvoller ist es, Multiplikatoren für deine Umfrage zu finden. Frage Freunde, Familie und Kommilitonen, ob sie bereit sind, deine Umfrage zu teilen und weiterzugeben. Vielleicht ist der oder die eine oder andere sogar willens, weitere Multiplikatoren einzuspeisen. Das wird allerdings nur funktionieren, wenn du deinen Multiplikatoren einen klaren Auftrag und am besten einen vorformulierten Text mit an die Hand gibst.

Denn: Das bloße Teilen deiner Umfrage durch einen Freund (evtl. mit einem Smiley versehen) könnte zu wenig sein, um das Interesse deiner Zielgruppe zu wecken.

Gib also lieber die wichtigsten Infos zu deiner Umfrage weiter und bitte deine Multiplikatoren, diese aufzugreifen (welche Infos das aus meiner Sicht sind, erfährst du im nächsten Blogpost).

Viel Erfolg bei der Teilnehmersuche 🙂

Zusammenfassung

Um Teilnehmer für empirische Online-Umfragen zu finden, kannst du einerseits in den sozialen Netzwerken auf die Suche gehen. Andererseits sind Fachforen und Plattformlösungen wie SurveyCircle interessante Ansatzpunkte für die Generierung von Umfrageteilnehmern. Wenn online nichts mehr geht, solltest du klassische Offline-Befragungsmethoden in Erwägung ziehen.