Abkürzungen

„ABS, TÜV und BMW
KMH, ICE und Eschede
PVC, FCKW is‘ nicht OK

MfG, mit freundlichen Grüßen“

Schonmal gehört, oder? So lauten Zeilen des Lieds „MfG, mit freundlichen Grüßen“ von den Fantastischen Vier.

Und was hat das im Thesis-Blog zu suchen? Auch im wissenschaftlichen Arbeiten gibt es Abkürzungen und oftmals stoße ich dabei auf zwei Fragen: Wie wird wissenschaftlich abgekürzt und wie schreiben sich Abkürzungen?

Der Sinn von Abkürzungen

Sprachlich gesehen erfüllen Abkürzungen allgemein zwei Primärfunktionen:

  1. Sie dienen der Sprachökonomie.

Warum sollte ich bspw. „beispielsweise“ ausschreiben, wenn quasi jeder die Abkürzung bspw. kennt? Durch die Abkürzung muss ich weniger schreiben. Das Prinzip der Sprachökonomie lässt sich auch anhand von Namen nachvollziehen. So nennen wir „Christina“ Tina, „Christopher“ Chris und die „Bayerischen Motoren Werke“ BMW. Dadurch sparen wir Sprechzeit.

  1. Abkürzungen signalisieren Gruppenzugehörigkeit.

Als soziale Wesen finden wir uns in Gruppen zusammen und stabilisieren diese Gruppen bisweilen. Wenn wir Abkürzungen (oder Spitznamen) nutzen, die außerhalb unserer Gruppe nicht verstanden werden, grenzen wir uns dadurch ab. Es gibt uns ein Zusammengehörigkeitsgefühl, dass wir diese Abkürzungen nutzen können.

Arten von Abkürzungen

Unterscheidung 1: gesprochen vs. nicht gesprochen

Beim Schreiben von Abkürzungen unterscheiden wir danach, ob eine Abkürzung im mündlichen Sprachgebrauch gesprochen wird oder nicht.

ABS, TÜV oder FCKW werden gesprochen. Entsprechend entfällt bei Ihnen der Abkürzungspunkt.

Bspw. für beispielsweise wird nicht gesprochen und dementsprechend mit einem Punkt beendet.

Unterscheidung 2: Duden oder nicht

Weiterhin ist für das wissenschaftliche Arbeiten relevant, ob eine Abkürzung im Duden steht oder nicht. Denn Abkürzungen, die im Duden aufgegriffen werden, müssen theoretisch nicht ins Abkürzungsverzeichnis aufgenommen werden, da sie als bekannt vorausgesetzt werden können.

Rechtschreibregel

Nicht ausgesprochene Abkürzungen wie z. B. oder d. h. sind eine beliebte Fehlerquelle in wissenschaftlichen Arbeiten. Dabei orientiert sich die Rechtschreibung in der Regel einfach an den ausgeschriebenen Varianten.

Das heißt besteht aus zwei Wörtern, folglich steht bei der Abkürzung d. h. ein (schmales) Leerzeichen zwischen den Bestandteilen. Weitere Beispiele für diesen Fall sind:

Einwortabkürzungen enden mit einem Punkt, dazwischen werden Buchstaben ausgelassen.

Bspw., unv. (unverändert), s. (siehe), vgl. (vergleiche), Kap. (Kapitel), Abb. (Abbildung).

Maßeinheiten

Ein weiterer beliebter Fehler mit Bezug zu Abkürzungen entsteht bei Maßeinheiten. Deshalb: Wenn du Maßeinheiten abkürzt, steht zwischen der Ziffer und der Maßeinheit ein Leerzeichen. So wie es das auch täte, schriebest du Ziffer und Maßeinheit aus.

Also:

Ein Meter = 1 m (das Satzschlusszeichen lasse ich hier aus, um Verwirrung zu vermeiden, denn)

Maßeinheiten sind so normiert, dass sie nicht auf einen Punkt enden.

Abkürzungen einführen

Wie etwas korrekt abgekürzt wird, lässt sich in der Regel im Duden nachschlagen oder im Internet erfahren. Im wissenschaftlichen Arbeiten kann es aber auch sein, dass du Abkürzungen „erfinden“ willst, um bestimmte Begriffe nicht immer wieder schreiben zu müssen.

In diesem Fall führst du die Abkürzung zunächst ein. Hierzu schreibst du das Wort aus und setzt die Abkürzung in Klammern dahinter:

Diskurslinguistische Stakeholderanalyse (D. Stan.)

Du führst die Abkürzung ein, sobald du einen Begriff zum ersten Mal nutzt. Im Rest der Arbeit verwendest du dann (außer in Ausnahmefällen) ausschließlich die abgekürzte Version.

Merke: Für Abkürzungen, die im Duden stehen, entfällt die Einführung außer in begründeten Ausnahmefällen. Du solltest jedoch in der gesamten Arbeit entweder bspw. oder beispielsweise schreiben. Hier gilt das Prinzip der Einheitlichkeit.

Abkürzungsverzeichnis

Spätestens in deiner Thesis wird dann auch ein Abkürzungsverzeichnis vonnöten sein. Zwar gibt es das ungeschriebene Gesetz, dass du erst ab fünf nicht im Duden stehenden Abkürzungen ein Verzeichnis anlegen musst, aber: Es kann auch nicht schaden, wenn du unter dieser Marke liegst. Im Abkürzungsverzeichnis stellst du den ausgeführten Abkürzungen die gewählte Abkürzungsvariante gegenüber. Wie das Literaturverzeichnis sollte das Abkürzungsverzeichnis alphabetisch sortiert sein.

Zusatztipp:

Falls du gerade einen Unitext schreibst, hast du ggf. zwischen abgekürzten und ausgeschriebenen Versionen abgewechselt. Mit Word kannst du hier schnell für Einheitlichkeit sorgen. Suche zunächst die Stelle, an der ein abzukürzendes Wort erstmals steht (und schreibe bei eigenen Abkürzungen die Kurzversion wie oben beschrieben in Klammern). Abkürzungen, die im Duden stehen, musst du nicht einführen.

Am besten markierst du diese erste Stelle nun farbig. Dann klickst du auf die Word-Funktion „Ersetzen“, gibst an, wonach du suchst und wodurch du das Gesuchte ersetzen möchtest.

 

Vorsicht: In diesem Fall muss ich wegen der Flexionsformen auch die Version „Diskurslinguistischen Stakeholderanalyse“ ersetzen. Nun klickst du auf „Alle ersetzen“ und hast eine einheitliche Abkürzungsvariante. An der Stelle, an der du die Abkürzung einführst, steht nun jedoch „D. Stan. (D. Stan.)“. Hier schreibst du den Begriff außerhalb der Klammer wieder aus.

Bei genormten Abkürzungen wie s., z. B., bspw. oder ggf. entfällt dieser letzte Schritt sogar.

Und damit: frohes Abkürzen.

Zusammenfassung

In der Regel orientiert sich die Schreibweise von Abkürzungen an den ausgeschriebenen Varianten. Zwischen z. B. steht dementsprechend ein Leerzeichen. Es gibt jedoch Ausnahmen wie uvm. oder etc. In wissenschaftlichen Arbeiten führst du eigene, nicht im Duden stehende Abkürzungen einmal ein und verwendest danach nur noch die abgekürzte Version. Ansonsten gilt das Prinzip der Einheitlichkeit: Du schreibst entweder immer gegebenenfalls oder immer ggf.

Social-Media-Posts

Social-Media-Posts

Im letzten Beitrag aus dem Thesis-Blog haben wir festgestellt: Die Suche nach Teilnehmern für Online-Befragungen ist wesentlich komplexer, als die meisten annehmen. Wenn du dennoch mitten in der Durchführung einer solchen Befragung steckst, hilft dir das wenig. Deshalb präsentiere ich heute ein paar Ansätze, die deine Suche nach Umfrageteilnehmern doch noch retten könnten.

Take-aways

Zielgruppe ansprechen

Beschreibe deine Zielgruppe genau und sprich sie dann gezielt an.

Text und Bild

Nutze gute Bilder und gute Texte.

Ehrlichkeit

Gib bspw. die Umfragendauer korrekt an, um die Abbruchsquote im Rahmen zu halten.

Alternativen zu Social Media – Wiederholung

Erstmal eine kurze Wiederholung: Im Blogpost „Umfrageteilnehmer finden, Teil 1“ habe ich dargestellt, dass du Umfrageteilnehmer nicht nur in den sozialen Medien finden kannst. Stattdessen fallen Umfragesoftware wie SurveyCircle und Fachforen ebenfalls in den Blick. Darüber hinaus kannst du mit einem klaren Forschungsvorhaben und einem guten Fragebogen dafür sorgen, dass dir deine Teilnehmer wohlgesonnen sind und deine Ergebnisse interpretationsfähig sowie erkenntnisreich ausfallen.

Beispiele für Social-Media-Posts

Beginnen wir unseren Weg durch Umfrageposts mit zwei Beispielen. Was glaubst du? Welcher der folgenden Posts hätte vermutlich mehr Erfolg?

Beispiel 1

Betreff: Dringend Studienteilnehmer gesucht

Hallo,

im Rahmen meiner Bachelorarbeit führe ich eine Umfrage zu den Verhaltensweisen von Kunden beim Kauf von Zahnpasta durch.

Ich bitte Sie, an meiner zehnminütigen Umfrage teilzunehmen.

Sie können sogar etwas gewinnen: Unter allen Teilnehmer verlose ich drei Amazon-Gutscheine im Wert von zehn Euro.

Vielen Dank

Beispiel 2

Betreff: Morgens Elmex, abends Aronal? Umfrage für Bachelorarbeit

Liebe Hygieneliebhaber,

nach welchen Kriterien kaufen Sie Zahnpasta und kaufen Sie jene Zahnpasta, die Ihr Zahnarzt Ihnen empfiehlt?

Hierzu möchte ich in meiner Bachelor-Umfrage gerne Ihre Meinung erfahren: [www.umfrage.de/zahnpasta]

Die Umfrage dauert im Mittel zehn Minuten und beinhaltet zehn Fragen zu den Verhaltensweisen von Kunden beim Kauf von Zahnpasta.

Mit Ihrer Teilnahme unterstützen Sie die Forschung, mich und das Projekt „Kinder putzen Zähne“. Denn pro ausgefüllter Umfrage spende ich 1 €, mit dem das Projekt Flüchtlingskinder mit Zahnbürste und Zahnpasta ausstattet.

Hier noch einmal der Link zur Umfrage: [www.umfrage.de/zahnpasta]

Bitte nehmen Sie teil, damit wir gemeinsam einen Schritt in Richtung Verbesserung der Mundhygiene gehen können.

Viele Grüße

Christian

PS: Sie haben am Ende des Fragebogens die Option, die Forschungsergebnisse zu erhalten. Hierzu benötige ich lediglich eine E-Mail-Adresse.

Ich denke, Post 2 wäre erfolgreicher, obwohl er länger ist. Wie ich zu dieser Einschätzung komme, erkläre ich im Folgenden.

Social-Media-Umfragen sind Online-Marketing

Die Suche nach Umfrageteilnehmern ist Online-Marketing. Anders lässt es sich bei der Menge an Inseraten nicht beschreiben. Du konkurrierst mit etlichen anderen Studierenden um Partizipanten.

Erfolgsfaktoren für Online-Marketing (auch für deine Umfrage) sind Targetierung, Authentizität und Originalität.

Targetierung – sprich deine Zielgruppe an

Das bedeutet aus sprachlicher Sicht, dass du deine Zielgruppe ganz genau ansprechen musst. Du musst antizipieren, welchen Mehrwert ihnen die Teilnahme an der Umfrage bringen könnte (Selbsterkenntnis, gutes Gewissen – weniger ein 10-€-Amazongutschein). Außerdem solltest du echte Begeisterung für dein Thema äußern. Es mag hier komisch klingen, aber es ist für dich, die Teilnehmer und deine Ergebnisse besser, wenn du deine Zielgruppe einschränkst. Zwar hast du dann weniger potentielle Teilnehmer, diese kannst du aber besser ansprechen und so ihr Interesse steigern.

Damit dir das gelingt, gibt es hier eine Liste mit Aspekten, die deine Zielgruppe über deinen Fragebogen wissen sollte:

  • Thema/Forschungsfeld/Forschungsfrage
  • Zielgruppe/Teilnahmebedingungen
  • Dauer
  • Forschungsinteresse und gesellschaftliches Interesse
  • Belohnung (wähle hier einen Wert, der wirklich ins Gewicht fällt. Natürlich wären 10 Euro schöner, aber für 50 kann ich mir zumindest etwas kaufen. Generell liegt die Hauptmotivation deiner Umfrageteilnehmer vermutlich ohnehin weniger im Monetären begründet)
  • Argumentation (Warum sollten Personen nun die Umfrage ausfüllen? Formuliere hier gerne eine Handlungsaufforderung: Nimm bitte jetzt teil und hilf mir dabei, das Personalwesen zu bereichern).

Den Umgang mit Daten (Anonymisierung, keine Weitergabe etc.) kannst du auf die erste Seite deiner Umfrage auslagern.

Zusätzliche Stimulanzen

Wer schreibt, bleibt. Oder: Was geschrieben steht, bleibt und wird besser behalten. Als Linguist nahm ich das mal zum Anlass, den Text über das Design zu erheben – weil alle anderen das Design über den Text zu erheben scheinen.

Erfolg liegt jedoch in der Kombination: guter Text, gutes Bild.

Deshalb solltest du bei deinen Posts auch Bilder verwenden. Am besten solche, die Aufmerksamkeit erwecken.

Originalität

Schau dir an, was alle anderen machen und mache es etwas anders. Und zwar in Bezug auf das, was deine Umfrage auszeichnet (brandaktuelles Thema, sehr kurz, sehr tiefgreifend?). Und vielleicht interessieren sich deine Umfrageteilnehmer ja auch für deine Ergebnisse. Warum bietest du nicht an, einen Ergebnisabriss zu publizieren. Zumindest bei Experteninterviews läuft das exzellent.

Mein Tipp: Betrachte mindestens zehn Inserate von Kommilitonen und überlege, was du anders machen würdest und besser machen kannst.

Ehrlichkeit/Authentizität

Schaue, dass deine potentiellen Umfrageteilnehmer nicht direkt wieder abspringen, weil du sie „anlügst“. Ich breche bspw. jeden Fragebogen ab, der eine unrealistische Zeitangabe enthält.

Wenn deine Umfrage zwölf Minuten dauert, solltest du auch schreiben, dass sie zwölf Minuten dauert. Nur so kannst du die Abbruchsquote, wenn überhaupt, verringern.

Generell ist bei der Gestaltung der Umfragedauer ein Dilemma zu erkennen: Einerseits kannst du die Validität (Gültigkeit) deiner Ergebnisse erhöhen, andererseits wiederholst du dich ggf. und langweilst die Teilnehmer. Gerade wenn die Teilnehmer kein besonderes Interesse an deiner Umfrage haben, wirkt sich das negativ auf die Ergebnisse aus und begrenzt wiederum die Validität deiner Ergebnisse.

A/B-Marketing

Gerade zu Beginn deiner Suche nach Umfrageteilnehmern solltest du zunächst ausprobieren, was funktioniert. Im Marketing wird dieses Ausprobieren unter A/B-Marketing systematisiert. Dabei verpackst du einen Inhalt auf unterschiedliche Arten und Weisen. Sagen wir, du wählst zwei verschiedene Belohnungen.

  1. Amazon-Gutscheine
  2. Spenden pro Umfrageteilnehmer (pro ausgefülltem Fragebogen spende ich 50 Cent an das Projekt xy)

Anschließend überprüfst du, mit welcher Version du mehr Umfrageteilnehmer erzielst. Ebenso kannst du Bilder, Texte und Argumentationen vergleichen. Wichtig: Du kannst prinzipiell nur eine Dimension verändern, um die Ergebnisse auf diese Dimension zurückführen zu können. Also verändere entweder die Belohnung oder das Bild, um am Ende einen optimalen Post absetzen zu können.

Zusammenfassung

Die Vielzahl von Online-Umfragen bei Abschlussarbeiten führt zu hohem Konkurrenzdruck. Deshalb ist die Teilnehmerakquise im Netz quasi Online-Marketing. Mit Originalität, Authentizität und Targetierung (direkte Ansprache deiner Zielgruppe) kannst du dich hier von anderen Teilnehmersuchenden absetzen.

Umfrageteilnehmer finden – Teil 1

Möglichkeiten der Teilnehmerakquise – auf welchen Wegen du Teilnehmer für deine Umfrage finden kannst

Interviewpartner, Umfrageteilnehmer, Datensätze – wer empirisch arbeitet, muss zunächst auf die Suche nach geeigneten Informationen gehen.

Gerade bei Online-Umfragen treten hierbei unerwartete Herausforderungen auf. Denn auch in den sozialen Medien wachsen Personen, die sich Zeit für eine Umfrage nehmen, nicht auf Bäumen. Was tun, wenn du nicht genügend Umfrageteilnehmer für deine Bachelor- oder Masterstudie findest?

Soziale Medien

Die erste Möglichkeit, um Umfrageteilnehmer zu finden, leuchtet ein: die sozialen Medien selbst. Bei Facebook oder Instagram kannst du nach Umfrageteilnehmern suchen, wobei Instagram wegen der fehlenden Möglichkeit, deine Umfrage im Text zu verlinken, schon etwas schwieriger ist. Innerhalb der Netzwerke wiederum kannst du Gruppen (themenbezogen, unibezogen oder ortsbezogen) nutzen.

Daneben bieten sich Berufsnetzwerke wie Xing oder LinkedIn an. Solltest du studieren und noch keinen Xing- oder LinkedIn-Account haben, rate ich dir wie viele, viele andere dazu, dir einen solchen zuzulegen. Und das nicht nur, um Teilnehmer für deine Umfrage zu finden, sondern auch für die Zeit nach dem Studium.

Auch in den Berufsnetzwerken findest du themenbezogene, regionale und unibezogene Gruppen, die du bespielen kannst. Um zu klären, welche Gruppen interessant erscheinen, hier drei Orientierungsfragen:

  • Wo finde ich Personen, die hilfsbereit sind?
  • Welche Personen, können sich in meine Situation hineinversetzen?
  • Wer hat ein Interesse an meinem Forschungsvorhaben und dessen Ergebnissen?

Fachforen

Neben den großen sozialen Netzwerken solltest du regionale und fachbezogene Onlinegruppen suchen. Gerade dort, wo Personen bereit sind, Fragen zu beantworten und sich gegenseitig zu helfen, kannst du mit einem themenbezogenen Post punkten. Suche also auch nach Foren, in denen es konkret um dein Forschungsthema geht.

Plattformlösungen

Möglichkeit drei der Teilnehmerakquise stellen Plattformlösungen dar. Das Problem zu weniger Umfrageteilnehmer ist nicht erst gestern entstanden, weshalb es mehrere Plattformen zur Durchführung von Online-Umfragen und der Gewinnung von Teilnehmern gibt. Ein Beispiel hierfür ist das Mannheimer Start-up SurveyCircle.

Offline-Befragung

Wenn nichts mehr hilft, musst du deine Online-Befragung um eine Offline-Befragung ergänzen. Das ist nicht der Königsweg, klar. Es kann aber helfen. Drucke deinen Fragebogen aus und frage auf der Straße/vor Ort. Überlege zuvor, wo du deine Zielgruppe am ehesten antriffst.

Vielleicht denkst du, dass deine Prüfer keine Fans von diesem Vorgehen sind. Ich denke, es ist aber in jedem Fall besser, als die angestrebte Stichprobengröße nicht zu erreichen. Zudem kannst du das Vorgehen auch mit deinem Prüfer besprechen.

Eine Verteilung per Mail oder Brief fällt ebenfalls in den Blick. Beachte dabei jedoch datenschutzrechtliche Aspekte.

Taktiken zur Generierung von Umfrageteilnehmern

Neben den genannten Anlaufstellen für Umfrageteilnehmer möchte ich kurz auf zwei Taktiken der Teilnehmerakquise eingehen:

Teilnahme an anderen Umfragen

Du kannst an anderen Umfragen teilnehmen und die Ersteller dieser Umfragen bitten, sich zu revanchieren. Sehr zeitaufwändig, aber in Erwägung zu ziehen.

Multiplikatoren

Etwas sinnvoller ist es, Multiplikatoren für deine Umfrage zu finden. Frage Freunde, Familie und Kommilitonen, ob sie bereit sind, deine Umfrage zu teilen und weiterzugeben. Vielleicht ist der oder die eine oder andere sogar willens, weitere Multiplikatoren einzuspeisen. Das wird allerdings nur funktionieren, wenn du deinen Multiplikatoren einen klaren Auftrag und am besten einen vorformulierten Text mit an die Hand gibst.

Denn: Das bloße Teilen deiner Umfrage durch einen Freund (evtl. mit einem Smiley versehen) könnte zu wenig sein, um das Interesse deiner Zielgruppe zu wecken.

Gib also lieber die wichtigsten Infos zu deiner Umfrage weiter und bitte deine Multiplikatoren, diese aufzugreifen (welche Infos das aus meiner Sicht sind, erfährst du im nächsten Blogpost).

Viel Erfolg bei der Teilnehmersuche 🙂

Zusammenfassung

Um Teilnehmer für empirische Online-Umfragen zu finden, kannst du einerseits in den sozialen Netzwerken auf die Suche gehen. Andererseits sind Fachforen und Plattformlösungen wie SurveyCircle interessante Ansatzpunkte für die Generierung von Umfrageteilnehmern. Wenn online nichts mehr geht, solltest du klassische Offline-Befragungsmethoden in Erwägung ziehen.

Warum du empirische Arbeiten schreiben solltest

„Ich schreibe eine Theoriearbeit, dann muss ich nicht forschen und spare Zeit.“

So oder so ähnlich argumentieren Studierende, wenn sie sich gegen eine explizite empirische Forschungsarbeit entscheiden. Dabei ist empirisches Forschen gleich in mehrerlei Hinsicht sinnvoll. Warum erklärt dieser Beitrag.

Definition Empirie

Bevor wir zur Argumentation pro empirischer Forschung kommen, zunächst eine Definition:

Die Adjektive wissenschaftlich und systematisch entfernen empirische Forschung von Alltagshandeln. Denn empirisches Vorgehen überprüft Annahmen, bevor es Schlüsse zieht. Im Alltag ziehen wir oft zuerst unsere Schlüsse und handeln, dann denken wir darüber nach, was gegebenenfalls schiefgelaufen ist – wenn überhaupt.

Um systematische und vergleichbare Forschung zu ermöglichen, bedienen sich Wissenschaftler verschiedener Methoden. Diese untergliedern sich grob in qualitative und quantitative Methoden. Dazwischen stehen die Mixed Methods, also solche Methoden mit quantitativen und qualitativen Anteilen. Doch das ist erstmal nicht unser Thema. Es geht darum zu erklären, warum du generell empirisch arbeiten solltest. Hier kommen drei Gründe.

Grund 1: Du hast selbst etwas getan

Meiner Erfahrung nach fürchten sich viele Studierende vor fehlender Originalität in ihren Uniarbeiten. Das ist verständlich, schließlich sollen wir zumindest im konzeptionellen Teil unserer Arbeiten immer wieder auf andere Autoren verweisen. Nur dadurch machen wir deutlich, auf welche wissenschaftlichen Erkenntnisse und fundierten Meinungen wir uns beziehen. Doch wo bleibt da der eigene Anteil, den wir ja auch erbringen sollen?

Erstmal gibt es genügend Ansatzpunkte, um eigene Gedanken in wissenschaftliche Arbeiten einzubauen. Vor allem gilt dies für Kapitelzusammenfassungen, beim Rückbezug auf die Fragestellung und bei der Interpretation deiner Ergebnisse. Außerdem ist es bereits eine Eigenleistung, den Forschungsstand an deiner Fragestellung ausgerichtet darzustellen und zu interpretieren. Ich gebe jedoch zu: Zu dieser Ansicht musst du erstmal gelangen. Es ist nicht ganz so einfach, von einer originellen Leistung auszugehen, wenn hinter jedem Gedankengang ein Beleg steht. Abhilfe schafft hier empirisches Vorgehen. Führst du eine Umfrage oder Interviews durch beziehungsweise wertest du Datensätze systematisch aus, hast du etwas getan. Und das kannst du beschreiben und interpretieren. Die Empirie ist deine Eigenleistung. Damit kannst du die Angst vor zu wenig Aktivität getrost in die Ecke werfen.

Grund 2: Du lernst mehr – gerade mit Praxisbezug

Wer reflektiert, lernt. Am besten funktioniert Reflexion vor niedergeschriebenen bzw. fixierten Annahmen. Im wissenschaftlichen Arbeiten sprechen wir hier von Hypothesen. Testest du Hypothesen im Beruf, verbesserst du dich – das ist meine Überzeugung.

Empirisches Vorgehen ermöglicht es dir, Mittel und Wege zum Testen von Hypothesen kennenzulernen. Nicht zuletzt die Marktforschung nutzt wie die Wissenschaft quantitative wie qualitative Methoden. Empirisches Forschen hat folglich einen recht hohen Praxiswert.

 

Grund 3: Sie schreiben sich leichter

So viel zu den schönen Begleiteffekten empirischer Forschung. Jetzt kommt der Effizienzaspekt ins Spiel. Empirische Arbeiten schreiben sich leichter. Du hast deine empirischen Ergebnisse vorliegen und kannst zu diesen einen Text verfassen, der in der Regel 50%+ deiner Arbeit ausmacht. Dabei beschreibst du „einfach“, was du getan hast. Wie du deine Empirie geplant, durchgeführt, analysiert und evaluiert hast. Und nicht zuletzt, wie du die Ergebnisse deutest.

Der Aufbau des empirischen Teils ist stark genormt und deshalb dankbar. Außerdem beschäftigst du dich im empirischen Teil mit denselben Themen wie in der Konzeption, sodass du hier eine inhaltliche Wiederholung etablierst, mit der du Zeit sparst. Denn ganz provokativ gesagt beantwortest du deine Fragestellung in einer empirischen Arbeit doppelt. Zuerst nach dem aktuellen Forschungsstand, wobei du eine Forschungslücke oder einen erweiterten Forschungsbedarf feststellst. Und dann aus empirischer Perspektive, indem du ein begründetes Forschungssetting zur Beantwortung deiner Fragestellung aufsetzt.

Aus meiner Sicht übersteigen die Erleichterungen den scheinbaren empirischen Zusatzaufwand (Fragebogenerstellung usw.). Bei einer reinen Theoriearbeit hast du keine Handlungen, die du beschreiben kannst. Vielmehr musst du sehr tief in eine Materie eintauchen, um originelle Ergebnisse zu erzielen. Das kann auch Spaß machen, keine Frage. Bei deiner nächsten Arbeit solltest du die genannten Gründe für die Empirie dennoch berücksichtigen.

Zusammenfassung

Empirisches Arbeiten erscheint vielen Studierenden als unangemessener Zusatzaufwand. Dabei zahlt sich empirisches Forschen für dich kurz-, mittel- und langfristig aus. Denn empirische Arbeiten schreiben sich nicht nur leichter, sie bringen richtig durchgeführt auch wesentliche Lerneffekte mit sich.

Software sinnvoll nutzen

Das ist der Hammer: Du klickst in deiner Word-Vorlage auf Aktualisieren und…

in China fällt kein Sack Reis um, dein Puls bleibt auf einem stabilen Niveau, die Vögel zwitschern unbekümmert weiter und die Sonne scheint jetzt noch genauso wie vor einer Sekunde. Kurzum: Es passiert nur das, was passieren soll. Word erneuert deine Seitenzahlen und passt deine Überschriften an.

Selbstverständlich ist das leider nicht.

Das Problem mit Software an der Uni

Hand aufs Herz: Hast du eine vollautomatisierte Word-Vorlage (oder eine Vorlage aus einem anderen Textverarbeitungsprogramm)? Nutzt du Software zur Literaturverwaltung (Citavi, Endnote etc.) so, dass du schneller vorankommst? Und hat dir im Studium mal jemand beigebracht, diese Software sinnvoll zu nutzen?

Ich nehme an, dass du mindestens eine dieser Fragen mit Nein beantworten musst. Falls nicht, kannst du hier mit dem Lesen aufhören. 😊

Ansonsten erkläre ich dir nun, was ich von Software halte und wie ich sie beim wissenschaftlichen Arbeiten einsetze. Wir konzentrieren uns dabei auf die Textverarbeitung und die Literaturverwaltung. Natürlich gelten die genannten Prinzipien auch für Präsentationen oder Systeme des Materialmanagements.

Prinzip der Automatisierung

Kommen wir zunächst zum großen Vorteil von Softwarelösungen für dein wissenschaftliches Arbeiten: Wenn du Software sinnvoll einsetzt, sparst du eine Menge Zeit. Denn die Software automatisiert deine Arbeitsschritte.

Beispiele:

  • Citavi erstellt dir ein automatisiertes Literaturverzeichnis
  • Word aktualisiert deine Gliederung und deine Formatvorlagen automatisch
  • Citavi sorgt dafür, dass deine Zitation einheitlich ist
  • Word stellt sicher, dass Seitenränder, Schriftarten und -größen eingehalten werden.

Allerdings nur beim sinngemäßen Gebrauch der Software. Zuvor ist Software eine zusätzliche Anforderung wissenschaftlichen Arbeitens – mit der sich viel zu wenige Studierende intensiv auseinandersetzen.

Der Normalfall

Es ist daher normal, dass sich Studierende kurz vor Abgabe ihrer Unitexte mit der Formatierung herumquälen. Ein, zwei Arbeitstage gehen dabei schnell ins Land. Versuche alleine mal, ein Inhaltsverzeichnis manuell zu erstellen – furchtbar.

Auf der anderen Seite wird Software schnell zum Angstthema. Blühende Verfechter von Citavi können dich gefühlt zwei Jahre mit den Funktionen und Möglichkeiten der Literaturverwaltung beschäftigen. Kurz vor Abgabe und kurz vorm Ende deines Studiums hast du allerdings Wichtigeres zu tun, nehme ich an.

Sinnvoller Umgang mit Software

So oder so: Die Erfüllung der formalen Vorgaben entscheidet in der Regel zu 10 % über deine Note. Und von diesen 10 % muss wirklich niemand etwas verschwenden.

Mir ist wichtig, dass du selbst einen guten Umgang mit Software findest. Ich nutze Word, um eine Vorlage zu erstellen, die sich dann automatisch aktualisiert. Ich schreibe aber keine Hintergrundprogramme oder Ähnliches. Für die Literaturverwaltung habe ich in den letzten vier Arbeiten meines Studiums Citavi genutzt. Mit dem Citavi-Picker und der Word-Integration bin ich dabei gut gefahren.

Und was schlage ich dir vor?

Bevor du deinen Umgang bestimmst, solltest du dir drei Fragen stellen:

  • Wie steht es um deine Softwarenutzung im Studium?

Hast du bereits eine Word-Vorlage und ein Programm für die Literaturverwaltung? Wunderbar.

  • Wie viele Unitexte hast du noch vor dir?

Für eine Bachelorthesis mit Citavi anfangen halte ich für fragwürdig. Mit ein paar Tricks lässt sich die Zitation auch ohne gut meistern. Hast du noch zwei Arbeiten zum Ausprobieren, sieht es anders aus.

  • Wie viel Erfahrung hast du im Umgang mit Software?

Wenn du dich schnell in Software einarbeitest, kannst du dich auch schnell in Word einarbeiten.

Je nachdem, wo du stehst, wählst du deinen Umgang mit Software. Wie beim Schreiben: Du! wählst den für dich richtigen Umgang mit Software. Nutze jene Softwareaspekte, die du für sinnvoll erachtest und die dir Zeit sparen.

Alternativlos

Eine Word-Vorlage erachte ich übrigens als alternativlos. Du kannst diese in 30 Minuten bis zwei Stunden erstellen. Bestenfalls erledigst du das zu Beginn der Bearbeitungszeit deines Unitextes.

Damit dir der Umgang mit Word etwas leichter von der Hand geht, gibt es hier eine Liste mit den wichtigsten Formatierungsinformationen. Wenn du diese sammelst, kommst du schnell zur Word-Vorlage:

  • Seitenränder (oben, unten, links, rechts):
  • Schriftart und –größe:
  • Zeilenabstand
  • Formatierung Überschriften:
  • Seitennummerierung:
  • Gestaltung von Verzeichnissen
  • Gestaltung von Abbildungen
  • Zitationsstil: [Harvard oder Fußnote, bei Fußnoten: Schriftart und -größe, Zeilenabstand]?
  • Bestandteile der Arbeit: [Deckblatt, Verzeichnisse, Eigenständigkeitserklärung etc.]

Zusammenfassung

Software für Literaturverwaltung und Textverarbeitung kann die Effizienz deines Arbeitens erhöhen. Wähle den Einsatz der Software dabei so, dass er zu deiner Studiumssituation passt.

Vom Großen zum Kleinen

Frank Satzdrechsler hat sich gestern einen Zeitplan für den Rest seiner Thesis gemacht. Er muss in den kommenden zwanzig Tagen je zwei Seiten pro Tag schreiben. Da Frank berufsbegleitend studiert, ist das kein allzu leichtes Unterfangen. Also legt er los. Nach zwei Stunden, drei Stunden Zeit hat er für den heutigen Tag eingeplant, stehen gerade einmal vier Sätze. Diese hat Frank schon fünfzehn Mal verändert und ist mit seinem Ergebnis immer noch nicht zufrieden. Er wird nervös und legt seine Thesis für heute zur Seite. Was ist passiert?

Take-aways

Notenbezug deiner Aufgaben

Mach dir bewusst, welche Kriterien des wissenschaftlichen Arbeitens deine Note bestimmen.

Vom Großen zum Kleinen

Arbeite zunächst die großen Blöcke des wissenschaftlichen Arbeitens ab und widme dich dann den Details.

Das Große

Zu den großen Blöcken zählen die Makrostruktur, die Rezeption der wichtigsten Literatur und die Definition der Titelbegriffe sowie die Grundlegung deiner empirischen Herangehensweise.

Satzdrechsler

Frank Satzdrechsler drechselt Sätze. Er rackert sich an kleinsten Nuancen seiner Formulierungen ab, anstatt sich mit den wesentlichen Aspekten seiner Thesis zu beschäftigen. Es ist prinzipiell lobenswert, dass Frank optimale Sätze schreiben möchte, aber dafür ist noch nicht die richtige Zeit. Denn Frank hat noch zwanzig Tage und eine Menge Inhalt vor sich.

Es wäre doch wesentlich besser, wenn er erstmal inhaltlich vorankäme, anstatt sich mit Kleinigkeiten zu beschäftigen.

Vom Großen zum Kleinen

Vielen Studierenden geht es wie Frank. Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Dabei gibt es nicht nur Satzdrechsler.

Es gibt jene Personen, die einfach nicht aufhören, zu lesen, weil sie alles für relevant erachten.

Es ist (für die Thesis) aber erstmal nur das relevant, was einen Teil zur Beantwortung der Fragestellung beiträgt.

Wieder andere drehen und wenden ihre Gliederung wie ein Karussell. Kapitel zwei vor Kapitel drei und wieder zurück. Oder sollte Kapitel fünf nicht lieber vor Kapitel drei stehen?

Wissenschaftliche Texte sind modular aufgebaut. Es ist provokant ausgedrückt egal, was wo steht. Der berühmte Rote Faden hält den Text schon zusammen.

Sicherlich macht es auch wenig Sinn, sich sieben Tage lang mit Citavi auseinanderzusetzen, ohne bezüglich des Thesis-Themas voranzukommen.

Software soll die Effizienz steigern. Wenn sie dich ablenkt, ist das kontraproduktiv.

Die Erklärung für ein solches Verhalten Studierender ist zweiteilig. Einerseits wissen viele Studierende nicht, welche Thesis-Aufgaben wirklich relevant sind. Andererseits treibt uns der Perfektionismus dazu, optimale Zwischenergebnisse zu erarbeiten.

Das Problem: Durch dieses Vorgehen verlierst du sehr viel Zeit. Viel besser ist es, vom Großen zum Kleinen zu laufen.

Die großen Blöcke des wissenschaftlichen Arbeitens

Zum Großen gehören dein Thesis-Ziel, die technische Ausstattung (Literaturverwaltung und Textverarbeitung), dein Zitationsstil und die Klärung der Prüferanforderungen.

Diesen Punkten folgt die Makrostruktur deiner Thesis: Setze zuerst einen Titel und eine Fragestellung auf, die zusammenpassen. Anschließend erstellst du deine Gliederung. Solltest du gerade in einer Arbeit stecken, dann hole diese Punkte nach.

Merke: All diese Aspekte sind zunächst Arbeitshilfen. Wenn es nach einem gewissen Arbeitsfortschritt einen wirklich driftigen Grund gibt, die Gliederung umzuwerfen oder die Fragestellung zu ändern, kannst du das natürlich tun.

Danach solltest du die wichtigste Literatur rezipieren (einen Teil vielleicht auch schon vor der Makrostruktur, wenn du ein Thema hast, bei dem du dich nicht auskennst). Hast du das erledigt, definierst du die Titelbegriffe deiner Thesis.

Anschließend kannst du die Grundlagen für deine empirische Herangehensweise legen. Welche Forschungsmethode wählst du? Wie kommst du an Daten und Umfrageteilnehmer?

Daran anknüpfend vertiefst du das Schreiben, das Lesen und die Empirie ganz nach deinem Gusto. Vergiss aber nicht, dass du alle drei Aufgaben erledigen musst. Die Überarbeitung deiner Ergebnisse erfolgt hauptsächlich am Ende der Bearbeitungszeit.

Und was ist mit deiner individuellen Herangehensweise?

Bis hierhin sind die Tipps unabhängig von deinem Schreibtyp, auch wenn unterschiedliche Schreibtypen auf unterschiedlichen Wegen zu diesen Ergebnissen kommen. Was die Schreibtypen unterscheidet, ist: Verfasst du direkt erste Texte zu den einzelnen Aufgaben? Das kann sinnvoll sein, da du so deine Gedanken in Textform festgehalten hast. Später kannst du diese Texte überarbeiten.

Ob in diesen Texten ein paar Tippfehler enthalten sind, ist völlig egal. Der Text kann auch aus einer Ansammlung von Zitaten und Paraphrasen bestehen. Es lohnt sich nämlich kaum, hier nach optimalen Texten zu streben. Du musst den Text am Ende ohnehin mehrmals überarbeiten, sofern du nach einer sehr guten Note strebst. Tust du das nicht, ist der Perfektionismus beim Satzdrechseln ohnehin wenig sinnvoll, oder?

Die Vorteile dieses Ansatzes

Wenn du die großen Blöcke abgearbeitet hast, hast du Orientierung für die nächsten Schritte. Du kannst dich an deiner Fragestellung entlanghangeln und deinen Arbeitsfortschritt einschätzen. Außerdem bist du wahrscheinlich motivierter. Schließlich ist dir klar, dass du auf dem richtigen Weg bist.

Zusammenfassung

Wissenschaftliches Arbeiten folgt festen Regeln. Diese sind so klar, dass Prüfer bei deinen Texten und Gesprächen für gewöhnlich zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Folgst du den Regeln wissenschaftlichen Arbeitens konsequent, steht deinem Unierfolg nichts im Wege.

Dein Schreibtyp – schreibe so, wie es zu dir passt.

Wenn es ums Schreiben von Unitexten geht, haben viele gute Tipps für uns. Von den Dozierenden über Kommilitonen bis hin zu Bekannten, die auch mal studiert haben. Viel zu oft – und das ist ein echtes Problem im Kampf gegen Schreibblockaden und effizientes Texten – sind diese Tipps individuelle Erfahrungsberichte. Für dich müssen diese Tipps nicht sinnvoll sein, denn jeder schreibt anders. Anders ausgedrückt: Es gibt unterschiedliche Schreibtypen.

Take-aways

Schreibumgebung

Frage dich, wo du wann mit wem am besten schreibst. Nutze dieses Wissen insbesondere, wenn du unter Zeitdruck stehst.

Individuum

Du! schreibst deine Unitexte. Schreibe also so, wie es zu dir passt.

Schreibtyp

Ermittle deinen Schreibtypen und benenne deine Stärken und Schwächen im wissenschaftlichen Schreiben.

Optimierung

Baue auf deinen Schreibstärken auf und bedenke deine Schwächen, so kommst du motiviert zu effizienteren Textprozessen.

 

Schreibprozess

„Fange bloß nicht zu früh mit dem Schreiben an. Bevor du deine Literatur nicht gelesen hast, produzierst du ohnehin nichts Lesbares.“ „Deine Arbeit muss eine Story haben. Wenn du eine Story erzählst, ist alles gut.“ Dies sind zwei Beispiele für Tipps von Dozierenden bzw. Kommilitonen, die mir so untergekommen sind. Was ist das Problem daran? Na, dass du schreiben sollst, wenn du schreiben willst. Nur weil du etwas schreibst, heißt das schließlich nicht, dass du es nicht mehr umschreiben kannst. Ich muss zum Beispiel viel schreiben, um Aussagen zu gewinnen. Der Seitenzähler meiner Masterarbeit stand mal auf 180, am Ende habe ich auf 80 Seiten runtergekürzt. Das tut weh, aber ich habe realisiert, dass das zu meinem Schreibstil gehört. Ich bin der kreative Schreiber. Andere Schreibende müssen zuerst alles lesen und feingliedern, um überhaupt etwas aufs Papier zu bekommen – die analytischen Schreiber. Dazwischen gibt es unterschiedliche Abstufungen, doch zunächst einmal zum wesentlichen Element dieses Beitrags: dir.

Das Individuum im Schreiben

Im Blogbeitrag „Die Individualitätslüge – warum deine Uniaufgaben keine Sonderfälle sind“ sagte ich, dass Prüfer, Thema und Forschungsstand für deinen Unierfolg nicht entscheidend sind. Stattdessen bist du für deinen Erfolg verantwortlich bzw. du stehst im Zentrum des wissenschaftlichen Tuns. Dies zeigte zunächst Hayes in seinem Schreibprozessmodell. In diesem stehen das Individuum, seine Motivation und seine kognitiven Prozesse im Zentrum.

Daneben ist die Schreibumgebung ein Effizienz- und Effektivitätsfaktor. Schreibst du gerne neben deiner besten Freundin? Lieber in der Bib oder am heimischen Schreibtisch? Morgens oder abends? Dies sind wichtige Fragen, wenn es um die Aufgabenumgebung geht.

Ich verbleibe hier mit einem kurzen Tipp:

Reflektiere, wo du mit wem wann am besten schreibst.

Der Beitrag konzentriert sich nun auf das Wie deines Schreibens.


Eigene Darstellung nach Hayes 1996, 4.

 

Um zu erfahren, wie du am besten schreibst, solltest du klären, wie du bisher geschrieben hast:

  • Welche Texte sind dir gelungen, welche eher weniger?
  • Und vor allem: Warum ist dir ein Text besser gelungen als ein anderer.

Kommunikationsoptimierung

Schreiben lernst du durch das Schreiben, da Schreiben eine Problemlöseaufgabe ist. Je häufiger du ähnlich gelagerte Probleme löst, desto routinierter wirst du.

Die Schwierigkeit: Im wissenschaftlichen Schreiben führt dies bei den allerwenigsten zu effizienten und effektiven Schreibprozessen. Dies hängt mit der Erfahrung der Schreibenden und der Komplexität wissenschaftlichen Arbeitens zusammen (s. Schreibcoaching).

Nur durch das Tun, das wissenschaftliche Schreiben, kommen wir also nicht auf einen grünen Zweig. Stattdessen müssen wir unser Schreiben angeleitet reflektieren. Erst dann ist Kommunikationsoptimierung möglich.

 „Kommunikationsoptimierung ist bewusstes Eingreifen in das kommunikative Handeln, das mit dem Ziel vorgenommen wird, die Kommunikation im Hinblick auf bestimmte Merkmale zu verbessern.“ (Schubert 2009, 110)

Die Merkmale der Kommunikationsoptimierung lassen sich zweiteilen. Erstens kann das Produkt des Schreibens, der Text, optimiert werden. Das ist logisch. Zweitens aber kann der Prozess verbessert werden. Es geht also um effizienteres und besseres Arbeiten. Nebenbei macht das wissenschaftliche Arbeiten mehr Spaß, wenn du es so angehst, wie es für dich passt. Damit dir das gelingt, musst du dein Schreiben einordnen oder benennen können. Erst wenn du etwas benennen kannst, ist es dir möglich, dieses Wissen zu nutzen.

Alle Wege führen nach Rom

Der Weg zum Text kann und soll jedoch individuell sein. Er sollte an deinen persönlichen Vorlieben ansetzen und nach und nach in Richtung eines starken Textes verlaufen. Schreibtypen bilden genau diese Vorlieben ab. Sie zeigen deine natürlichen Schreibneigungen. Das ist ähnlich anzusehen wie die Frage, ob du Rechts- oder Linkshänder bist. Eine Vorliebe ist angelegt, doch es sind Entscheidungen in deinem Leben, die dazu führen, mit welcher Hand du schreibst oder einen Tennisschläger hältst. Und es ist die Übung mit der „schwachen“ Hand, die ausschlaggebend dafür ist, wie gut du mit dieser Hand Aufgaben bewältigen kannst.

Schreibtypen geben dir also einen Orientierungspunkt, um dein Schreiben zu reflektieren. Wir unterscheiden zunächst zwischen zwei Schreibtypen, die ich bereits genannt habe.

1.  Der kreative Schreiber

Der kreative Schreiber entwickelt eine Fülle an Ideen beim Schreiben. Er schreibt viel in kurzer Zeit und in einer anregenden Sprache. Ihm gehen jedoch häufiger die Struktur des Textes und dessen Verständlichkeit ab. Der Leser versteht nicht direkt, was er aussagen möchte. Allein wenn dem kreativen Schreiber bewusst ist, dass er teils unverständlich schreibt, kann er dagegen ankämpfen.

2. Der analytische Schreiber

Er gliedert seine Textabschnitte und Aussagen bis ins kleinste Detail. Bis er schreibt, vergeht viel Zeit. Doch wenn er etwas schreibt, ist es gut verständlich. Dafür fehlt den Texten des analytischen Schreibers häufig ein Schuss Originalität. Mit gezielten Fragen und einer kreativen Aufgabe kann der analytische Schreiber diese Originalität nachträglich in seinen Text integrieren.

So können beide Schreibtypen zu guten Texten kommen, wenn sie wissen, worauf sie bei der Textentstehung achten müssen. Sie können in den einzelnen Phasen darüber hinaus Techniken wählen, die in den Phasen des wissenschaftlichen Arbeitens zu ihrem Schreibtypen passen.

Beispiel Themenfindung

Nehmen wir die Identifikation einer Forschungslücke oder – weniger hochtrabend – die Themenfindung als Beispiel:

Der kreative Schreiber findet sein Thema gegebenenfalls einfach, indem er mehrere Minuten zum Thema „Meine nächste Uniarbeit“ schreibt. Anschließend schaut er sich das Geschriebene an und leitet ein Thema ab.

Der analytische Schreiber sollte hier anders vorgehen. Wahrscheinlich sortiert er zunächst alle Unterlagen, die ihm für seine nächste Arbeit vorliegen und liest die aus seiner Sicht wichtigste Literatur, ehe er ein Thema andenkt.

Das Ziel ist das Gleiche: Am Ende muss ein Thema stehen, das dann zu einem Titel ausgebaut werden kann. Und in Bezug auf dieses Ziel sollte es nicht zu Denkblockaden oder langwierigen Entscheidungsprozessen kommen. An welcher Stelle du den Weg zum Ziel beginnst, bleibt dir überlassen. Die Hauptsache ist, dass du etwas tust.

Entwicklungsrichtungen

So viel zur Theorie. In der Praxis sind fast alle Schreibenden Mischtypen. Ich unterscheide dabei zwei Subtypen: den analytisch-kreativen und den kreativ-analytischen Schreiber. Dass diese Typen so nah an den beiden Extremtypen (analytischer und kreativer Schreibtyp) formuliert sind, hat einen Grund:

Es geht im Schreiben darum, sowohl kreative als auch analytische Komponenten für einen effizienten und effektiven Schreibprozess einzusetzen. Wir entwickeln uns hier auf einem Kontinuum. Am besten ist es dabei, wenn wir Mittel und Wege finden, um Schreibstärken zu nutzen und Schwächen auszumerzen. Mit zunehmender Erfahrung wird dies immer leichter, es gibt aber auch Abkürzungen in Form von sinnvollen Schreibaufgaben, die zielsicher zu den Zielen des wissenschaftlichen Arbeitens führen.

Wer also seinen Schreibtypen kennt, kann sein Schreiben bewusst weiterentwickeln. Damit geht er den ersten Schritt in Richtung effizienter Textprozesse.

Schreibtypentest

In unserer Kultur sind die Strukturfolger übrigens in der Mehrheit. Das ist auch in Ordnung so. Generell: Bei den Schreibtypen gibt es kein besser oder schlechter. Es stellt sich nur die Frage, ob wir bereit sind, unser Schreiben zu verbessern.

Bist du bereit dazu? Dann habe ich hier den Schreibtypentest für dich:

Der Test dauert zwei Minuten, die Auswertung erfolgt direkt – ohne Datenabfrage – und du erhältst in der Auswertung erste Schreibtechniken an die Hand.

Zusammenfassung

Mit der Ermittlung deines Schreibtypen kannst du dir deine Stärken und Schwächen im Schreiben bewusst machen. Anschließend gelingt es dir, deine Stärken zu nutzen und deine Schwächen im Texten zu bedenken.

Quellen:

Hayes, John R. (1996): A new framework for understanding cognition and affect in writing. In: The science of writing. Theories, methods, individual diferences, and applications., 1–27.

Schubert, Klaus (2009): Kommunikationsoptimierung: Vorüberlegungen zu einem fachkommunikativen Forschungsfeld. In: trans-koom, 2, 1, 109–150.

Die Individualitätslüge – warum deine Uniaufgaben keine Sonderfälle sind

Etliche Studierende gehen davon aus, dass ihre Uniaufgaben Sonderfälle sind. Die Gründe hierfür sehen sie im Thema, im Forschungsstand oder bei ihren Prüfern. Das sind Fehleinschätzungen und Ausreden, die effizientem und sehr gutem wissenschaftlichen Arbeiten entgegenstehen – die Individualitätslüge. Die Wahrheit ist: Uniaufgaben, ob Haus-, Bachelor-, Masterarbeiten oder mündliche Prüfungen sind vergleichbar und dein Erfolg hängt von dir ab.

Take-aways

Themenwahl

Wähle Themen, die dich begeistern und zu denen du bereits etwas geschrieben bzw. erarbeitet hast.

Prüferwahl

Wähle, sofern du kannst, Prüfer, die klare und transparente Anforderungen an wissenschaftliches Arbeiten stellen.

Literaturzugang

Erkundige dich über Literaturzugänge deiner Universität und überprüfe Datenbanken zu deinem Fachgebiet.

Objektivität

Akzeptiere, dass deine Uniaufgaben keine Sonderfälle sind. Nur du bist für deine Leistung verantwortlich.

Die Individualitätslüge im wissenschaftlichen Arbeiten

„Wegen der Aktualität und Komplexität meines Themas ist es schwierig, eine allgemeingültige Definition für den Begriff x zu liefern.“

„Da es zum Thema X wenig wissenschaftliche Literatur gibt, beschränke ich mich bei meinen Literaturangaben auf Werk x.“

„Aufgrund der Literaturmenge zum Thema x kann hier nur ein Ausschnitt der Literatur betrachtet werden.“

Dies sind Beispiele von Studierenden, die ich oft lese und höre. Als Lektor und Prüfer bekommst du bei solchen Sätzen die Krise – ganz ehrlich. Schlimmer kannst du deine Literaturarbeit nicht diskreditieren.

Denn zu Beispiel 1: Jedes Thema einer wissenschaftlichen Arbeit sollte aktuell und komplex sein und eine Definition ist fast nie allgemeingültig, sie ist  eine Arbeitsdefiniton.

Zu 2.: Es gibt wirklich zu jedem Thema wissenschaftliche Literatur, vielleicht in Nachbardisziplinen, vielleicht unter anderen Oberbegriffen.

Und zu 3.: Selbstverständlich rezipierst du nur einen Teil der Literatur, nämlich jenen, der zu deiner Fragestellung passt.

Individualitätslüge Teil 1: dein Thema

Da sich solche Sätze dennoch in wissenschaftlichen Arbeiten finden, gibt es logischerweise etliche dahingehende Fragen und Aussagen in meinen Schreibcoachings.

„Aber es ist wirklich schwierig, weil das Thema so komplex ist.“

„Zu meinem Thema gibt es so viel Literatur.“

„Wie soll ich Aspekt y denn auf 40 Seiten auch noch berücksichtigen?“

Wie ich mit diesen Fragen umgehe? Nun, mir bleibt erstmal nichts anderes übrig, als darauf zu verweisen, dass wissenschaftliches Arbeiten eben komplex ist. Und dann kann ich erklären, wie mit komplexen Themen umzugehen ist: Durch Einschränkung des Themas und durch Entwicklung eines Roten Fadens.

Aus Motivationssicht hängen diese Fragen übrigens oft mit der Unsicherheit meiner Coachees zusammen. In diesem Fall lasse ich sie aufzählen, was sie denn bisher alles gemacht haben, und sie erkennen, dass sie ein gutes Stück vorangekommen sind. Reflexion ist ein wesentlicher Aspekt für ein erfolgreiches Studium.

Teil 1 der Individualitätslüge aufdeckend:

Dein Thema und der Forschungsstand zu diesem Thema sind ziemlich sicher eher Regel als Ausnahme. Falls nicht, solltest du dir über dein Thema Gedanken machen.

Tipp:

Wähle ein Thema, das deinen Interessen entspricht. So kommst du erst gar nicht in Versuchung, dir die Individualitätslüge selbst aufzubinden.

Individualitätslüge Teil 2: dein Prüfer

„Mein Prüfer hat ganz bestimmte Vorstellungen.“

„Die Notengebung meines Prüfers ist vollkommen willkürlich.“

„Jeder meiner Profs hat unterschiedliche Ansprüche.“

Ja, stimmt, jeder Prüfer ist anders. Deshalb ist es wichtig, Prüfermanagement zu betreiben bspw. Sprechstundentermine professionell vorzubereiten.

Prüfer haben in Teilen auch unterschiedliche Themenvorstellungen und Anforderungen an wissenschaftliche Arbeiten. Diese lassen sich mit Fragen und Recherche allerdings schnell klären. Denn dein Prüfer schreibt selbst zu seinen Lieblingsthemen und rezitiert Literatur, die er für gut empfindet. Klingt logisch, oder? Also wirf auch mal einen Blick in die Literatur deines Prüfers, auch wenn sie nicht zwingend etwas mit deinem Thema zu tun hat.

Und jetzt zur Antilüge: Die Notengebung hängt trotzdem nur zu einem ganz kleinen Teil von der Individualität deines Prüfers ab. Primär hängt sie von dir ab.

In den Worten einer berufsbegleitend Studierenden:

„Stimmt, ich war sehr überrascht als ich die Bewertungsbögen zu einer meiner Seminararbeiten gesehen habe. Die Prüfer standen nicht im Austausch und saßen an unterschiedlichen Orten. Dennoch waren nicht nur die Endnote, sondern auch die Noten auf die unterschiedlichen Bewertungskriterien nahezu identisch.“

Ich kann dem nur beipflichten. Wenn ich eine wissenschaftliche Arbeit vorliegen habe, gebe ich in sehr kurzer Zeit recht solide Prognosen über deren Benotung ab. Ohne die Schreiber und/oder Prüfer zu kennen.

Woran liegt das? Wissenschaftliches Arbeiten folgt ganz klaren Strukturen. Es ist, linguistisch ausgedrückt, eine Textklasse mit sehr festem konzeptionellem Konstrukt. Dies macht die Bewertung von wissenschaftlichen Arbeiten transparent und fair.

Dein Prüfer ist also auch keine Ausrede für deinen fehlenden Arbeitsfortschritt an der Uni oder während der Thesis-Zeit.

  • Weder dein Thema noch der Forschungsstand oder dein Prüfer sind Sonderfälle.

Nutze diese drei Dinge also bitte nicht als Ausrede und vor allem: Formuliere deine Unsicherheit nicht in deinen Arbeiten.

Von schwarzen Schafen

Wie bei allem gibt es auch bezüglich der Individualitätslüge schwarze Schafe. Diese liegen nicht in deinem Thema, aber ggf. doch bei deinen Prüfern. Wie ich in meinem Beitrag zum Schreibcoaching erklärt habe, haben Prüfer oft wenig Zeit für deine Betreuung. Und dann kommt es schon mal vor, dass Verwechslungen entstehen oder ein Gutachten selbst nicht den Kriterien der Wissenschaftlichkeit entspricht. Auch Wissenschaftler sind nicht vor Fehlern gefeit. Da es an den meisten Unis nur sehr schwer ist, ein Gutachten anzuzweifeln bzw. eine verbesserte Note zu erhalten, müssen wir damit wohl in letzter Konsequenz leben.

Präventiv kannst du aber…

  1. so arbeiten, dass gar kein Grund für Kritik besteht (logisch).
  2. Prüfer wählen, mit denen du persönlich klarkommst und von denen du weißt, dass sie fair benoten.

Ich meine mit fair nicht, dass sie Noten verschenken, sondern dass sie transparent sind und ihre Gutachten nachvollzogen werden können.

Tipps gegen die Individualitätslüge

Die beste Alternative zur Individualitätslüge ist natürlich: Suche gar keine Ausreden.

Damit dich die Individualitätslüge nicht belastet, gebe ich dir folgende drei Meta-Tipps:

  1. Bereite jedes Prüfergespräch vor und erstelle im Nachhinein ein Protokoll.
  2. Such dir ein Thesis-Thema, das dich wirklich interessiert. Dann kannst du auch einschätzen, wie tief du in das Thema eingestiegen bist.
  3. Gehe professionell mit der Literatursuche um. Wo findest du Literatur? Welche Synonyme gibt es für deine Suchbegriffe? Kannst du in Nachbardisziplinen Literatur finden?

Berücksichtigst du diese Tipps, ereilt dich die Individualitätslüge nicht. Das Positive: Schreibblockaden und Selbstzweifel werden dadurch sehr viel unwahrscheinlicher.

Wir sind alle individuell

Thema und Prüfer sind zusammengefasst kein Grund für deine Thesis-Schwierigkeiten. Es gibt zu allen Themen Literatur und wissenschaftliches Arbeiten ist prinzipiell transparent. So sind die Ergebnisse von wissenschaftlichen Prüfungen regelgeleitet gut vergleichbar.

Was jedoch individuell bist, bist du. In Bezug auf wissenschaftliches Arbeiten sind deine Neigungen bei der Bearbeitung von Teilaufgaben sehr relevant. Dies wird viel zu selten wahrgenommen. Stattdessen gehen die meisten Personen davon aus, dass vergleichbare Ergebnisse auf vergleichbaren Wegen entstehen. Stattdessen aber ist es für die Effizienz und die Effektivität deines Unilebens von großer Bedeutung, deine eigenen Prozesse zur Lösung verschiedener Problemstellungen zu finden. Daher ist es stark zu hinterfragen, wenn dir ein Prüfer sehr genau vorschreibt, wie deine Herangehensweise auszusehen hat. Denn damit nimmer er dir die Möglichkeit, Probleme auf deine Weise zu lösen. Demotivation, langsames Arbeiten und schlechtere Noten können die Folge hiervon sein.

Damit das nicht passiert, solltest du erkennen, wie du Probleme löst. Beim wissenschaftlichen Schreiben bedeutet das:

Lerne, wie du am schnellsten und am besten schreibst.

Der Weg dorthin verläuft über die Ermittlung deines Schreibtypen. Im nächsten Blogbeitrag werden die verschiedenen Schreibtypen Thema sein. Wenn du deinen Schreibtypen vorab schonmal ermitteln willst, kannst du dies hier tun:

Zusammenfassung

Wissenschaftliches Arbeiten folgt festen Regeln. Diese sind so klar, dass Prüfer bei deinen Texten und Gesprächen für gewöhnlich zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Folgst du den Regeln wissenschaftlichen Arbeitens konsequent, steht deinem Unierfolg nichts im Wege.