Software sinnvoll nutzen

Das ist der Hammer: Du klickst in deiner Word-Vorlage auf Aktualisieren und…

in China fällt kein Sack Reis um, dein Puls bleibt auf einem stabilen Niveau, die Vögel zwitschern unbekümmert weiter und die Sonne scheint jetzt noch genauso wie vor einer Sekunde. Kurzum: Es passiert nur das, was passieren soll. Word erneuert deine Seitenzahlen und passt deine Überschriften an.

Selbstverständlich ist das leider nicht.

Das Problem mit Software an der Uni

Hand aufs Herz: Hast du eine vollautomatisierte Word-Vorlage (oder eine Vorlage aus einem anderen Textverarbeitungsprogramm)? Nutzt du Software zur Literaturverwaltung (Citavi, Endnote etc.) so, dass du schneller vorankommst? Und hat dir im Studium mal jemand beigebracht, diese Software sinnvoll zu nutzen?

Ich nehme an, dass du mindestens eine dieser Fragen mit Nein beantworten musst. Falls nicht, kannst du hier mit dem Lesen aufhören. 😊

Ansonsten erkläre ich dir nun, was ich von Software halte und wie ich sie beim wissenschaftlichen Arbeiten einsetze. Wir konzentrieren uns dabei auf die Textverarbeitung und die Literaturverwaltung. Natürlich gelten die genannten Prinzipien auch für Präsentationen oder Systeme des Materialmanagements.

Prinzip der Automatisierung

Kommen wir zunächst zum großen Vorteil von Softwarelösungen für dein wissenschaftliches Arbeiten: Wenn du Software sinnvoll einsetzt, sparst du eine Menge Zeit. Denn die Software automatisiert deine Arbeitsschritte.

Beispiele:

  • Citavi erstellt dir ein automatisiertes Literaturverzeichnis
  • Word aktualisiert deine Gliederung und deine Formatvorlagen automatisch
  • Citavi sorgt dafür, dass deine Zitation einheitlich ist
  • Word stellt sicher, dass Seitenränder, Schriftarten und -größen eingehalten werden.

Allerdings nur beim sinngemäßen Gebrauch der Software. Zuvor ist Software eine zusätzliche Anforderung wissenschaftlichen Arbeitens – mit der sich viel zu wenige Studierende intensiv auseinandersetzen.

Der Normalfall

Es ist daher normal, dass sich Studierende kurz vor Abgabe ihrer Unitexte mit der Formatierung herumquälen. Ein, zwei Arbeitstage gehen dabei schnell ins Land. Versuche alleine mal, ein Inhaltsverzeichnis manuell zu erstellen – furchtbar.

Auf der anderen Seite wird Software schnell zum Angstthema. Blühende Verfechter von Citavi können dich gefühlt zwei Jahre mit den Funktionen und Möglichkeiten der Literaturverwaltung beschäftigen. Kurz vor Abgabe und kurz vorm Ende deines Studiums hast du allerdings Wichtigeres zu tun, nehme ich an.

Sinnvoller Umgang mit Software

So oder so: Die Erfüllung der formalen Vorgaben entscheidet in der Regel zu 10 % über deine Note. Und von diesen 10 % muss wirklich niemand etwas verschwenden.

Mir ist wichtig, dass du selbst einen guten Umgang mit Software findest. Ich nutze Word, um eine Vorlage zu erstellen, die sich dann automatisch aktualisiert. Ich schreibe aber keine Hintergrundprogramme oder Ähnliches. Für die Literaturverwaltung habe ich in den letzten vier Arbeiten meines Studiums Citavi genutzt. Mit dem Citavi-Picker und der Word-Integration bin ich dabei gut gefahren.

Und was schlage ich dir vor?

Bevor du deinen Umgang bestimmst, solltest du dir drei Fragen stellen:

  • Wie steht es um deine Softwarenutzung im Studium?

Hast du bereits eine Word-Vorlage und ein Programm für die Literaturverwaltung? Wunderbar.

  • Wie viele Unitexte hast du noch vor dir?

Für eine Bachelorthesis mit Citavi anfangen halte ich für fragwürdig. Mit ein paar Tricks lässt sich die Zitation auch ohne gut meistern. Hast du noch zwei Arbeiten zum Ausprobieren, sieht es anders aus.

  • Wie viel Erfahrung hast du im Umgang mit Software?

Wenn du dich schnell in Software einarbeitest, kannst du dich auch schnell in Word einarbeiten.

Je nachdem, wo du stehst, wählst du deinen Umgang mit Software. Wie beim Schreiben: Du! wählst den für dich richtigen Umgang mit Software. Nutze jene Softwareaspekte, die du für sinnvoll erachtest und die dir Zeit sparen.

Alternativlos

Eine Word-Vorlage erachte ich übrigens als alternativlos. Du kannst diese in 30 Minuten bis zwei Stunden erstellen. Bestenfalls erledigst du das zu Beginn der Bearbeitungszeit deines Unitextes.

Damit dir der Umgang mit Word etwas leichter von der Hand geht, gibt es hier eine Liste mit den wichtigsten Formatierungsinformationen. Wenn du diese sammelst, kommst du schnell zur Word-Vorlage:

  • Seitenränder (oben, unten, links, rechts):
  • Schriftart und –größe:
  • Zeilenabstand
  • Formatierung Überschriften:
  • Seitennummerierung:
  • Gestaltung von Verzeichnissen
  • Gestaltung von Abbildungen
  • Zitationsstil: [Harvard oder Fußnote, bei Fußnoten: Schriftart und -größe, Zeilenabstand]?
  • Bestandteile der Arbeit: [Deckblatt, Verzeichnisse, Eigenständigkeitserklärung etc.]

Zusammenfassung

Software für Literaturverwaltung und Textverarbeitung kann die Effizienz deines Arbeitens erhöhen. Wähle den Einsatz der Software dabei so, dass er zu deiner Studiumssituation passt.