Empirieschablone

Willkommen in Teil 3 der Thesis-Blog-Reihe Empirie. Diesmal geht es um die wissenschaftliche Beschreibung deines Forschungsdesigns. Denn nach der Akquise einer ausreichenden Anzahl von Umfrageteilnehmern und der statistischen Auswertung steht ein Text, der die Prüfer von deinem Vorgehen überzeugen muss. Die folgende Schablone für die Verschriftlichung eines Forschungsdesigns gilt für alle empirischen Methoden.

Erfolgsfaktoren für Forschungsdesigns

Bevor wir zur Empirieschablone kommen, möchte ich zwei Worte zu Forschungsdesigns an sich loswerden. Im Vergleich zu alltäglichem Handeln zeichnet sich empirische Forschung durch Geplantheit und Systematisierung aus – bestenfalls. Dementsprechend gelten für Forschungsdesigns also die Erfolgsfaktoren

Planung

Empirische Forschung muss geplant werden. Wir gehen nicht auf die Straße und befragen irgendwen zu irgendetwas. Vielmehr brauchen wir eine Forschungsfrage, eine Forschungsmethode und einen realistisch-ambitionierten Forschungsablauf. Eine zentrale Rolle für die Planung und Systematisierung der Forschung nimmt dabei das empirische Hilfsmittel (Fragebogen, Interviewleitfaden, Beobachtungsmodell, Experimentaufbau) ein.

Wer seine empirische Forschung nicht zuerst plant, steht bei deren Durchführung und Auswertung vor einem unsystematischen Scherbenhaufen. Diesen in wissenschaftliche Form zu pressen, ist enorm aufwändig bis unmöglich.

Systematisierung

Planst du deine empirische Herangehensweise jedoch anständig, erhältst du ein Analysesystem – dein Forschungsdesign. Mit dieser Systematisierung gelingt es dir, deine Empirie zielgerichtet durchzuführen und ebenso wissenschaftlich wie ergebnisbezogen auszuwerten. Ein systematisiertes Forschungsdesign zeichnet sich zusammenfassend durch Folgendes aus:

Fragestellung, Forschungsstand, empirisches Hilfsmittel und Forschungsdesign passen zusammen.

Nur wenn dir diese Systematisierung gelingt, kann dein Leser verstehen, was du getan hast. Das Verständnis hierfür ist grundlegend, da deine Herangehensweise und Ergebnisse nur so wissenschaftlich bewertet werden können.

Grobverlauf empirischen Arbeitens

So viel zu den Erfolgsfaktoren von Forschungsdesigns, jetzt zur Empirieschablone.

Um diese Schablone zu illustrieren, hier eine Frage:

Was passiert, wenn eine kranke Person zum Arzt geht (optimalerweise)?

  1. Die Person wird untersucht.

Gleichzeitig zur Untersuchung der aktuellen Beschwerden wird das Befinden mit der Krankheitsgeschichte abgeglichen. Unterschiedliche Ärzte gehen dabei unterschiedlich vor. In jedem Fall aber wird dieser Prozess als Anamnese (Vorgeschichte einer Krankheit) beschrieben.

  1. Der Arzt stellt eine Diagnose.

Aufbauend auf Empfinden und Krankheitsgeschichte wird dann eine Diagnose getroffen. Es wird festgestellt, was der Person fehlt.

  1. Ein Behandlungsplan wird erstellt und umgesetzt.

Um die Person zu heilen, wird dann ein Behandlungsplan erstellt und umgesetzt. Dieser basiert auf der Interpretation des Arztes hinsichtlich der Anamnese und der Diagnose.

Nach diesen drei Schritten verfährt auch empirisches Arbeiten:

  1. Wir nehmen den Forschungsstand auf und leiten daraus ein Forschungsdesign ab.
  2. Es folgt die Durchführung der Forschung und die Analyse der empirischen Daten.
  3. Die Fragestellung unserer Arbeit wird mithilfe der Forschung interpretierend beantwortet.

Die Schablone

Um diese drei Schritte wissenschaftlich zu vollführen, müssen wir die empirische Planung, Durchführung und Interpretation vertexten. Die Empirie steht bei deduktiv gegliederten Arbeiten nach dem konzeptionellen Teil und besteht aus:

  • Begründete Wahl der Forschungsmethode,
  • Beschreibung des empirischen Hilfsmittels (Umfrage, Leitfaden, Experiment usw.),
  • Beschreibung der Datenlage/Stichprobe,
  • Datenanalyse,
  • Dateninterpretation und
  • Forschungskritik

Zusammenfassung

Empirisches Arbeiten sollte geplant und systematisiert sein, um den wissenschaftlichen Standards zu entsprechen. Bei der Vertextung der Empirie kannst du dich an der obigen Empirieschablone orientieren.