Ein Plagiat musst du wollen

Viele Studierende fürchten sich vor dem Begriff Plagiat. Spätestens seit der Affäre um Karl-Theodor zu Guttenberg ist das Plagiat ein öffentlichkeitswirksames Thema. Aufklärung wird dennoch zu selten geleistet. Stattdessen bieten einige Online-Lektorate eine Plagiatsprüfung an. Ist das sinnvoll? Ich meine, nicht wirklich. Es sei denn, du hoffst, deine unehrenhaften Absichten verdecken zu können.

Take-aways

Intentionalität

Du möchtest kein Plagiat produzieren? Dann produzierst du auch keines, denne ein Plagiat musst du wollen.

Zeitmanagement

Oftmals entstehen Plagiate wegen einer Zeitnot. Beginne einfach rechtzeitig mit deinen Uniaufgaben.

Literaturarbeit

Wer korrekt zitiert, vermeidet die Plagiatsgefahr. Erlerne also das korrekte Zitieren.

Individualität

Richte alles, was du bei deinen Unitexten tust, an deiner Fragestellung aus. So kommst du zu individuellen Prozessen.

Überarbeitung

Nimm dir Zeit für die mehrfache Überarbeitung deines Textes. Dadurch entfernst du dich zwangsläufig von den Originalquellen.

Das Plagiat als Bedrohung

Es ist die Horrorvorstellung eines jeden Thesis-Schreibenden: drei bis sechs Monate in die Thesis stecken und dann durchfallen. Für wissenschaftlich wenig erfahrene Schreibende scheint das Plagiat dabei eine echte Bedrohung zu sein. Klar, wirst du des Plagiats bezichtigt, ist das Betrug und du fällst durch deine Abschlussprüfung. Trotzdem ist Plagiarismus meiner Meinung nach mehr Mythos als reale Gefahr.

Fragen gegen Plagiarismus

Mit folgenden Fragen kannst du Plagiarismus zu 95 % ausschließen:

  • Hast du die aus der Literatur übernommenen Gedankengänge sehr selten kenntlich gemacht?
  • Hast du mehrere Seiten von Kommilitonen oder aus Büchern 1:1 übernommen?
  • Hast du deine Fragestellung von einer anderen Person 1:1 übernommen?

Wenn du eine dieser Fragen bejahen musst, hast du ein Problem – dann weißt du aber auch, dass du schlecht wissenschaftlich gearbeitet hast. Kannst du alle verneinen, sieht es hinsichtlich der Plagiatsvermeidung gut für dich aus. Um zu erklären, warum diese Fragen gegen ein Plagiat sprechen, beginne ich mit der Definition des Plagiats.

Plagiat in Bachelor- und Masterarbeiten

Ein Plagiat ist für mich:

die Übernahme fremden Gedankengutes in kritischem Ausmaß ohne Kenntlichmachung.

In dieser Definition deutet „kritisches Ausmaß“ auf einen Ermessenspielraum hin. Wenn du nun ein oder zwei Mal zu nah am Originaltext formulierst, führt dies noch nicht zur Feststellung eines Plagiats. Wird es mehr oder steckt hinter deinem Plagiieren böse Absicht, sieht das natürlich anders aus. Wer ganze Textteile kopiert, hat sich seine 5 redlich verdient.

Sofern du die Übernahme fremden Gedankenguts jedoch kenntlich machst, liegt kein Plagiat vor. Anders ausgedrückt: Wenn du keine bösen Absichten hegst und bereit bist, deine Aussagen zu belegen, hast du nichts zu befürchten.

Falls deine Angst vorm Plagiat noch nicht gänzlich verschwunden ist oder du wenig Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten hast – hier kommen Tipps zur Plagiatsvermeidung. Wichtig: Diese Tipps helfen dir nicht nur dabei, ein Plagiat zu vermeiden. Vielmehr symbolisieren sie effizientes und effektives Thesis-Texten.

Metatipps für die Plagiatsvermeidung

Wer wissenschaftlich arbeitet, produziert keine Plagiate. Daher lautet Tipp eins der Plagiatsvermeidung: arbeite wissenschaftlich. Mit dieser Wissenschaftlichkeit gehen Anforderungen an deine Aufgabenbewältigung einher:

  • Orientiere dich bei allem, was du tust, an deiner Fragestellung.

Mit einer gut gewählten Fragestellung, die einen Aspekt eines wissenschaftlichen Themas spezifiziert, modifiziert oder erweitert, hast du bei allen Thesis-Aufgaben einen Fixpunkt. Zudem beantwortest du eine einzigartige Fragestellung und diese Einzigartigkeit verhindert ein Plagiat.

  • Rezipiere deine Literatur gezielt und erlerne das Exzerpieren.

Gezieltes Lesen/Rezipieren bedeutet, dass du jene Literatur bearbeitest, die für deine Fragestellung relevant ist. Das Gelesene münzt du in die Beantwortung eines Teils deiner Fragestellung um, wodurch du dich automatisch vom Originaltext entfernst. Gute Exzerpte helfen dir zusätzlich.

  • Überarbeite deinen Text mehrfach.

Wenn du deinen Thesis-Text mehrfach überarbeitest, entfernst du dich automatisch von der Originalfassung.

Zitationstipps für die Plagiatsvermeidung

Zitation meint die Kenntlichmachung fremden Gedankenguts. Damit dies gelingt, solltest du zitieren können. Deshalb:

  • Beschäftige dich vorab mit deinem Zitationsstil.
  • Unterscheide konsequent zwischen direkten und indirekten Zitaten.
  • Zitiere jeden Gedankengang einzeln.
  • Nutze Mehrfachbelege, um auf die Verbreitung einer Aussage hinzudeuten.
  • Mache deine eigene Meinung durch Wendungen wie „meiner Meinung nach“ oder „meines Erachtens“ kenntlich.

Faustregeln zur Plagiatsvermeidung

  • Zitiere mehr indirekt als direkt. Originalzitate sind bewusst einzusetzen.
  • Nutze mindestens so viele Quellen, wie du Seiten schreibst.
  • Achte auf das Verhältnis von Originaltext und Paraphrase. Aus einer Seite Original sollte keine halbe Seite Text in deiner Arbeit entstehen.

Das waren nun viele Tipps. Um ein Plagiat zu vermeiden, musst du nicht jeden einzelnen Tipp nachvollziehen, vielmehr gilt:

Absicht oder kein Plagiat

Ein Plagiat musst du wollen. Hältst du dich an die oben genannten Tipps, vermeidest du nicht nur die Plagiatsgefahr, sondern gehst einen großen Schritt in Richtung effizient geschriebener und (sehr) guter Unitexte.

 

Zusammenfassung

Plagiate werden von vielen Studierenden als Gefahr für ihren Studienabschluss angesehen. Dabei muss ein Plagiat regelrecht geplant werden. Arbeitest du gewissenhaft und ohne Betrugsabsicht, ist ein Plagiat sehr unwahrscheinlich.