Leitfaden für deine Unitexte

Alle Wege führen nach Rom.

Das gilt auch für wissenschaftliche Arbeiten. Dass alle Wege nach Rom führen, bedeutet jedoch nicht, dass alle Reisenden gleich schnell in die italienische Hauptstadt gelangen. Flug oder Kutsche machen doch einen gewaltigen Unterschied. Es bedeutet auch nicht, dass alle zur gleichen Zeit angelangen. Und schließlich unterscheidet sich die Qualität der Reisen bzw. wissenschaftlichen Arbeiten. Der nachfolgende Leitfaden zeigt dir, wie Thesis-Piloten ihre Wissenschaftsreise bestreiten. Er stellt dar, wie du zügig und optimal nach Rom kommst.

Take-aways

Vorbereitung

Nimm dir Zeit für die Vorbereitung deiner Thesis.

Strukturieren

Gliedere früh und hol dir direkt dein erstes Feedback.

Empirie, Literatur, Text

Fasse empirisches Arbeiten, Literaturarbeit und Schreiben als dynamische Prozesse.

Überarbeite

Plane Zeit für die Überarbeitung ein.

Planung deiner wissenschaftlichen Reise

Zu jeder gelungenen Reise gehört eine gute Reiseplanung. Was für exotische Reisen der Impfschutz und die Einreisebedingungen sind, bilden für uns die Bewertungskriterien wissenschaftlicher Arbeiten.

Diese musst du kennen, um gut zu reisen. Bewertungskriterien sind grob:

  • Formalia
  • Sprache
  • Struktur
  • Inhalt
  • Literaturarbeit

Mit den Bewertungskriterien gehen etliche Anforderungen einher, die wir auf der Reise in Form von Meilensteinen abarbeiten.

Meilenstein 1: Vorbereitung

Wann packst du deine Reisetasche? Vor der Reise, auf der Reise oder nach der Reise? Klar, vor der Reise packst du, auf der Reise rüstest du nach. Dieses Nachrüsten kann teuer sein und Zeit kosten. So ist es auch bei wissenschaftlichen Arbeiten. Was du vorab klärst, verursacht später keine Bauchschmerzen mehr.

Setze dir also bestenfalls vor der Reise ein Ziel und plane den Weg mehr oder minder grob (mehr zur Vorbereitung www.thesis-blog.de/organisation). Zudem solltest du dir ein Thema suchen, das dich begeistert (www.thesis-blog.de/themenwahl). Alle gesammelten Informationen und technischen Voraussetzungen, die du hier schaffst, sorgen für Zeitersparnisse am Ende.

Meilenstein 2: Makrostruktur

Nach der Vorbereitung begegnet uns schnell die erste Weggabelung. Möchtest du zunächst einfach loslegen oder bist du bereit, in die Struktur deiner wissenschaftlichen Arbeit zu investieren? Ich rate zur Struktur. Wenn du ein Thema gewählt hast, das dich begeistert und bei dem du dich auskennst, kommst du überraschend schnell zu einer guten Makrostruktur. Zu dieser Makrostruktur zählen:

  • Titel
  • Fragestellung
  • Hypothesen
  • Ziel der Arbeit
  • Gliederung

Natürlich kannst du auch erst ein bisschen lesen, um dein Thema abzustecken. Allerdings gelingt es Thesis-Piloten wirklich zügig und intuitiv, gute Gliederungsentwürfe zu erstellen. Die Vorteile des frühen Strukturierens: Du hast von Beginn an eine gute Orientierung und du kannst deinen Prüfer direkt konstruktiv einbinden.

Meilenstein 3: Inhalte erarbeiten und vertexten

Nach der Makrostruktur folgt die tiefgehende Erarbeitung der Inhalte. Da unterschiedliche Schreibtypen unterschiedlich zu guten Ergebnissen kommen, gilt hier: Fasse empirisches Arbeiten, Literaturarbeit und Schreiben als dynamische Prozesse.

Literaturarbeit, Empirie, Schreiben

Es ist in den seltensten Fällen sinnvoll, zunächst die komplette Literatur zu lesen oder die Empirie vor allem anderen zu finalisieren.

Das liegt daran, dass Empirie, Literaturarbeit und der Text dasselbe Thema haben und sich dementsprechend ergänzen. Außerdem sparst du eine Menge Zeit, wenn du bspw. nach einem Teil der Literaturarbeit ein Kapitel schreibst. Denn beim Schreiben bringen wir unsere Gedanken und das Gelesene in eine chronologische, normierte Form. Es steht dann da, wir können daran weiterarbeiten und erkennen, wo es noch Lücken gibt. Zudem generieren wir beim Schreiben weitere Ideen. Wir erkennen, wo es hingehen soll.

Ähnlich sieht es bei der Empirie aus. Wenn wir die ersten Ergebnisse vorliegen haben, bevor wir die komplette Literatur lesen, können wir die Ergebnisse besser mit dem Forschungsstand abgleichen – intuitiv. Ich setze hier wirklich auf deine Intuition. Du musst dich auf diesen Prozess einlassen.

Mit der Empirie lässt sich ein weiterer Vorteil erkennen: Wenn wir Umfragen rausschicken oder Interviews führen, müssen wir zunächst Teilnehmer/Interviewpartner finden. Das kann und sollte aus zeitlichen Gründen parallel zur Literaturarbeit und zum Schreiben stattfinden.

Meilenstein 4: Ergebnisse

Die Inhalte deiner Arbeit sind das wesentliche Kriterium für deine Note. Dementsprechend ist dieser Teil der längste deiner Reise. Aus den Inhalten werden schließlich auch die Ergebnisse deiner Arbeit.

Meilenstein 5: Überarbeitung

Herzlich willkommen in Rom. Du hast deine Reise absolviert, aber: Deinem Prof genügt es nicht, dass du gereist bist. Er möchte einen Reisebericht lesen.

Wahrscheinlich bist du an diesem Punkt schon etwas genervt. Es ist doch schon alles da. In der Überarbeitung deiner Arbeit liegt jedoch ein riesiges Notenpotential. Deshalb solltest du dir für die Überarbeitung genügend Zeit einplanen und nehmen. Ansonsten gibst du einen Erstentwurf ab, der deiner Reise nicht gerecht wird. Das machen die meisten Studierenden und nehmen Noten in Kauf, die wesentlich besser sein könnten.

Im Prinzip musst du deine Arbeit an dieser Stelle hinsichtlich aller Bewertungskriterien überarbeiten und korrigieren. Dazu zählt nicht zuletzt das Lektorat.

Zusammenfassung

Wissenschaftliches Arbeiten ist eine Reise mit etlichen Zwischenstationen.
Im Thesis-Piloten bestreiten die Studierenden ihren Weg nach den Meilensteinen Vorbereitung, Makrostruktur, Inhalten erarbeiten und vertexten, Ergebnisse und Überarbeitung.
Insgesamt entstehen dadurch sieben Kapitel des wissenschaftlichen Arbeitens.

Software sinnvoll nutzen

Das ist der Hammer: Du klickst in deiner Word-Vorlage auf Aktualisieren und…

in China fällt kein Sack Reis um, dein Puls bleibt auf einem stabilen Niveau, die Vögel zwitschern unbekümmert weiter und die Sonne scheint jetzt noch genauso wie vor einer Sekunde. Kurzum: Es passiert nur das, was passieren soll. Word erneuert deine Seitenzahlen und passt deine Überschriften an.

Selbstverständlich ist das leider nicht.

Das Problem mit Software an der Uni

Hand aufs Herz: Hast du eine vollautomatisierte Word-Vorlage (oder eine Vorlage aus einem anderen Textverarbeitungsprogramm)? Nutzt du Software zur Literaturverwaltung (Citavi, Endnote etc.) so, dass du schneller vorankommst? Und hat dir im Studium mal jemand beigebracht, diese Software sinnvoll zu nutzen?

Ich nehme an, dass du mindestens eine dieser Fragen mit Nein beantworten musst. Falls nicht, kannst du hier mit dem Lesen aufhören. 😊

Ansonsten erkläre ich dir nun, was ich von Software halte und wie ich sie beim wissenschaftlichen Arbeiten einsetze. Wir konzentrieren uns dabei auf die Textverarbeitung und die Literaturverwaltung. Natürlich gelten die genannten Prinzipien auch für Präsentationen oder Systeme des Materialmanagements.

Prinzip der Automatisierung

Kommen wir zunächst zum großen Vorteil von Softwarelösungen für dein wissenschaftliches Arbeiten: Wenn du Software sinnvoll einsetzt, sparst du eine Menge Zeit. Denn die Software automatisiert deine Arbeitsschritte.

Beispiele:

  • Citavi erstellt dir ein automatisiertes Literaturverzeichnis
  • Word aktualisiert deine Gliederung und deine Formatvorlagen automatisch
  • Citavi sorgt dafür, dass deine Zitation einheitlich ist
  • Word stellt sicher, dass Seitenränder, Schriftarten und -größen eingehalten werden.

Allerdings nur beim sinngemäßen Gebrauch der Software. Zuvor ist Software eine zusätzliche Anforderung wissenschaftlichen Arbeitens – mit der sich viel zu wenige Studierende intensiv auseinandersetzen.

Der Normalfall

Es ist daher normal, dass sich Studierende kurz vor Abgabe ihrer Unitexte mit der Formatierung herumquälen. Ein, zwei Arbeitstage gehen dabei schnell ins Land. Versuche alleine mal, ein Inhaltsverzeichnis manuell zu erstellen – furchtbar.

Auf der anderen Seite wird Software schnell zum Angstthema. Blühende Verfechter von Citavi können dich gefühlt zwei Jahre mit den Funktionen und Möglichkeiten der Literaturverwaltung beschäftigen. Kurz vor Abgabe und kurz vorm Ende deines Studiums hast du allerdings Wichtigeres zu tun, nehme ich an.

Sinnvoller Umgang mit Software

So oder so: Die Erfüllung der formalen Vorgaben entscheidet in der Regel zu 10 % über deine Note. Und von diesen 10 % muss wirklich niemand etwas verschwenden.

Mir ist wichtig, dass du selbst einen guten Umgang mit Software findest. Ich nutze Word, um eine Vorlage zu erstellen, die sich dann automatisch aktualisiert. Ich schreibe aber keine Hintergrundprogramme oder Ähnliches. Für die Literaturverwaltung habe ich in den letzten vier Arbeiten meines Studiums Citavi genutzt. Mit dem Citavi-Picker und der Word-Integration bin ich dabei gut gefahren.

Und was schlage ich dir vor?

Bevor du deinen Umgang bestimmst, solltest du dir drei Fragen stellen:

  • Wie steht es um deine Softwarenutzung im Studium?

Hast du bereits eine Word-Vorlage und ein Programm für die Literaturverwaltung? Wunderbar.

  • Wie viele Unitexte hast du noch vor dir?

Für eine Bachelorthesis mit Citavi anfangen halte ich für fragwürdig. Mit ein paar Tricks lässt sich die Zitation auch ohne gut meistern. Hast du noch zwei Arbeiten zum Ausprobieren, sieht es anders aus.

  • Wie viel Erfahrung hast du im Umgang mit Software?

Wenn du dich schnell in Software einarbeitest, kannst du dich auch schnell in Word einarbeiten.

Je nachdem, wo du stehst, wählst du deinen Umgang mit Software. Wie beim Schreiben: Du! wählst den für dich richtigen Umgang mit Software. Nutze jene Softwareaspekte, die du für sinnvoll erachtest und die dir Zeit sparen.

Alternativlos

Eine Word-Vorlage erachte ich übrigens als alternativlos. Du kannst diese in 30 Minuten bis zwei Stunden erstellen. Bestenfalls erledigst du das zu Beginn der Bearbeitungszeit deines Unitextes.

Damit dir der Umgang mit Word etwas leichter von der Hand geht, gibt es hier eine Liste mit den wichtigsten Formatierungsinformationen. Wenn du diese sammelst, kommst du schnell zur Word-Vorlage:

  • Seitenränder (oben, unten, links, rechts):
  • Schriftart und –größe:
  • Zeilenabstand
  • Formatierung Überschriften:
  • Seitennummerierung:
  • Gestaltung von Verzeichnissen
  • Gestaltung von Abbildungen
  • Zitationsstil: [Harvard oder Fußnote, bei Fußnoten: Schriftart und -größe, Zeilenabstand]?
  • Bestandteile der Arbeit: [Deckblatt, Verzeichnisse, Eigenständigkeitserklärung etc.]

Zusammenfassung

Software für Literaturverwaltung und Textverarbeitung kann die Effizienz deines Arbeitens erhöhen. Wähle den Einsatz der Software dabei so, dass er zu deiner Studiumssituation passt.

Ordnung ist das halbe Leben – Organisation deiner Uniprüfungen

Es war einmal ein Student namens Christian, meist als chaotisch beschrieben, der am Folgetag eine Hausarbeit abgeben musste. Sie war noch nicht redigiert, die Word-Datei sah furchtbar aus und während er weiterschrieb, entfloss sein Geist in eine große Angst: Habe ich mal wieder einen Organisationsaspekt vergessen?

Nach einem Powernap schnellte der Kopf des Studenten hoch und er schlug die Vorgaben seiner Uni auf. „Halleluja!“, dachte er. „Das Ding muss ja auch noch gedruckt werden.“

Der Vorsatz, diesmal keine Kurz-vor-Abgabe-Nachtschicht einzulegen – ad acta gelegt. Alle Termine abgesagt und weiter geht’s. Happy End? Ja, der Prof hat die Vorgaben nicht ganz so genau genommen und die Formatierung ging einigermaßen. Ende der Geschichte, zurück ins Leben.

Take-aways

First Things First

Erledige die Organisation so früh wie möglich, um böse Überraschungen zu vermeiden

Einweg-Informationssammlung

Sammle die organisatorischen Informationen zu deiner Prüfung in einem Durchgang

Gesamte Organisation

Denke nicht nur an die Anmeldung und die Inhalte deiner Prüfung, sondern kläre die Abmeldung und den Druck direkt mit.

First Things First

Damit du dich kurz vor der Abgabe auf das Wesentliche (lernen oder schreiben) konzentrieren kannst.

Nehmen wir an, du bist kein Zeitmanagementprofi. Und weiter, dass du die ein oder andere Prüfung im Studium erst kurz vor knapp angegangen bist. Wie kann es dir gelingen, dass dich am Ende deiner Bearbeitungszeit zumindest keine böse Überraschung erwartet. Ganz einfach: First Things First. Bevor du mit deiner Arbeit startest oder ganz zu Beginn der Bearbeitungszeit, solltest du dir ein paar Minuten für die Organisation nehmen.

Merke: Wenn du das Organisatorische schon vor oder zu Beginn des Bearbeitungsbeginns klärst, vermeidest du Drucksituationen.

Du steckst bereits mitten in der Arbeit? Dann hole die Organisation nach.

Elemente der Thesis-Organisation

Zu den organisatorischen Elementen zählen die Vorgaben und Erwartungen zu deiner Prüfung, technische Grundlagen und dein Zeitmanagement.

Wir konzentrieren uns hier auf die Vorgaben und Erwartungen zu deiner Prüfung. Die übrigen Aspekte behandle ich in den kommenden Wochen.

Vorgaben und Erwartungen an deine Prüfung

Die Leitfrage zu dieser organisatorischen Kategorie ist denkbar einfach: Was erwarten deine Uni, dein Studiengang und deine Prüfer von deiner Prüfung?

Vorgaben und Erwartungen gehen dabei Hand in Hand. Deine erste Aufgabe ist es, alle Informationen zu diesen Themen zusammenzusuchen.

Anlaufstellen:

Welche Dokumente mit Unianforderungen gibt es (Prüfungshandbuch, Modulhandbuch, allgemeine Regeln zum wissenschaftlichen Arbeiten etc.)?

Wie hat dein Prüfer seine Erwartungen formuliert bzw. hat er auch ein Dokument mit Vorgaben und Erwartungen verteilt? [Du kannst auch Kommilitonen, die die betroffene Prüfung bereits abgelegt haben, befragen]

An wen kannst du dich wenden, um offene Fragen zu klären (Prüfungsamt usw.)?

Welche Informationen brauchst du?

Prüfungsmodalitäten:

  • Dauer der Prüfung,
  • Prüfungszeitraum,
  • mögliche Themengebiete,
  • Prüfungsaufbau,
  • formale Vorgaben (Layout etc.),
  • inhaltliche Anforderungen.

Besondere Anforderungen des Prüfers

Die Vorgaben von Unis und Studiengängen können durch Anforderungen des Prüfers ergänzt oder ersetzt werden. Da du für den Prüfer schreibst, solltest du das bedenken.

Anmeldemodalitäten:

  • Bis wann muss ich mein Thema eingereicht haben?
  • Wo muss ich die Prüfung anmelden?
  • Welche Formulare muss ich zur Prüfungsanmeldung ausfüllen?

Sammle dann alle Dokumente, fülle diese aus und arbeite die einzelnen Ansprechpartner ab. Sofern du hier alles in einem Durchgang erledigen kannst, bleibt dir später einiges an Organisationsarbeit erspart.

Solltest du bestimmte Fragen nicht lösen können, kontaktiere ein Sekretariat.

Abgabemodalitäten:

  • Öffnungszeiten des Prüfungsamtes,
  • Wochenendregelungen,
  • Ort der Abgabe etc.

Bestenfalls klärst du die Abgabemodalitäten gleich mit, damit du hier nichts übersiehst.

Druckerei

Natürlich benötigst du zumindest für den Druck und die Bindung deiner Thesis einen Copy-Shop. Copy- Shops findest du in allen Städten und an vielen Ecken. Was du jetzt klären kannst, kläre jetzt:

Bringe in Erfahrung,

  • welche Möglichkeiten des Drucks der Copy-Shop bietet,
  • was der Druck kostet und
  • wie lange der Druck dauert.
 Unterschiedliche Prüfungen haben unterschiedliche Anforderungen. Die hiesige Liste ist dementsprechend nicht allgemeingültig. Das Prinzip „First Things First“ gilt jedoch bei allen Prüfungen.
 

Kommende Woche geht es mit Teil II weiter. Hier nehmen wir die technischen Anforderungen an deine Uniprüfungen in den Blick.

Zusammenfassung

Wer die Organisation seiner Prüfungen direkt in Angriff nimmt, spart Zeit und Nerven. Statt in mehreren Durchgängen einzeln Informationen zu sammeln, erledigst du am besten alles in einem Aufwasch. Informationen, die du benötigst: Anforderungen und Vorgaben von Unis und Prüfern zu Anmeldung, Abgabe, Prüfungsarrangement und Inhalt.

Vom Großen zum Kleinen

Frank Satzdrechsler hat sich gestern einen Zeitplan für den Rest seiner Thesis gemacht. Er muss in den kommenden zwanzig Tagen je zwei Seiten pro Tag schreiben. Da Frank berufsbegleitend studiert, ist das kein allzu leichtes Unterfangen. Also legt er los. Nach zwei Stunden, drei Stunden Zeit hat er für den heutigen Tag eingeplant, stehen gerade einmal vier Sätze. Diese hat Frank schon fünfzehn Mal verändert und ist mit seinem Ergebnis immer noch nicht zufrieden. Er wird nervös und legt seine Thesis für heute zur Seite. Was ist passiert?

Take-aways

Notenbezug deiner Aufgaben

Mach dir bewusst, welche Kriterien des wissenschaftlichen Arbeitens deine Note bestimmen.

Vom Großen zum Kleinen

Arbeite zunächst die großen Blöcke des wissenschaftlichen Arbeitens ab und widme dich dann den Details.

Das Große

Zu den großen Blöcken zählen die Makrostruktur, die Rezeption der wichtigsten Literatur und die Definition der Titelbegriffe sowie die Grundlegung deiner empirischen Herangehensweise.

Satzdrechsler

Frank Satzdrechsler drechselt Sätze. Er rackert sich an kleinsten Nuancen seiner Formulierungen ab, anstatt sich mit den wesentlichen Aspekten seiner Thesis zu beschäftigen. Es ist prinzipiell lobenswert, dass Frank optimale Sätze schreiben möchte, aber dafür ist noch nicht die richtige Zeit. Denn Frank hat noch zwanzig Tage und eine Menge Inhalt vor sich.

Es wäre doch wesentlich besser, wenn er erstmal inhaltlich vorankäme, anstatt sich mit Kleinigkeiten zu beschäftigen.

Vom Großen zum Kleinen

Vielen Studierenden geht es wie Frank. Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Dabei gibt es nicht nur Satzdrechsler.

Es gibt jene Personen, die einfach nicht aufhören, zu lesen, weil sie alles für relevant erachten.

Es ist (für die Thesis) aber erstmal nur das relevant, was einen Teil zur Beantwortung der Fragestellung beiträgt.

Wieder andere drehen und wenden ihre Gliederung wie ein Karussell. Kapitel zwei vor Kapitel drei und wieder zurück. Oder sollte Kapitel fünf nicht lieber vor Kapitel drei stehen?

Wissenschaftliche Texte sind modular aufgebaut. Es ist provokant ausgedrückt egal, was wo steht. Der berühmte Rote Faden hält den Text schon zusammen.

Sicherlich macht es auch wenig Sinn, sich sieben Tage lang mit Citavi auseinanderzusetzen, ohne bezüglich des Thesis-Themas voranzukommen.

Software soll die Effizienz steigern. Wenn sie dich ablenkt, ist das kontraproduktiv.

Die Erklärung für ein solches Verhalten Studierender ist zweiteilig. Einerseits wissen viele Studierende nicht, welche Thesis-Aufgaben wirklich relevant sind. Andererseits treibt uns der Perfektionismus dazu, optimale Zwischenergebnisse zu erarbeiten.

Das Problem: Durch dieses Vorgehen verlierst du sehr viel Zeit. Viel besser ist es, vom Großen zum Kleinen zu laufen.

Die großen Blöcke des wissenschaftlichen Arbeitens

Zum Großen gehören dein Thesis-Ziel, die technische Ausstattung (Literaturverwaltung und Textverarbeitung), dein Zitationsstil und die Klärung der Prüferanforderungen.

Diesen Punkten folgt die Makrostruktur deiner Thesis: Setze zuerst einen Titel und eine Fragestellung auf, die zusammenpassen. Anschließend erstellst du deine Gliederung. Solltest du gerade in einer Arbeit stecken, dann hole diese Punkte nach.

Merke: All diese Aspekte sind zunächst Arbeitshilfen. Wenn es nach einem gewissen Arbeitsfortschritt einen wirklich driftigen Grund gibt, die Gliederung umzuwerfen oder die Fragestellung zu ändern, kannst du das natürlich tun.

Danach solltest du die wichtigste Literatur rezipieren (einen Teil vielleicht auch schon vor der Makrostruktur, wenn du ein Thema hast, bei dem du dich nicht auskennst). Hast du das erledigt, definierst du die Titelbegriffe deiner Thesis.

Anschließend kannst du die Grundlagen für deine empirische Herangehensweise legen. Welche Forschungsmethode wählst du? Wie kommst du an Daten und Umfrageteilnehmer?

Daran anknüpfend vertiefst du das Schreiben, das Lesen und die Empirie ganz nach deinem Gusto. Vergiss aber nicht, dass du alle drei Aufgaben erledigen musst. Die Überarbeitung deiner Ergebnisse erfolgt hauptsächlich am Ende der Bearbeitungszeit.

Und was ist mit deiner individuellen Herangehensweise?

Bis hierhin sind die Tipps unabhängig von deinem Schreibtyp, auch wenn unterschiedliche Schreibtypen auf unterschiedlichen Wegen zu diesen Ergebnissen kommen. Was die Schreibtypen unterscheidet, ist: Verfasst du direkt erste Texte zu den einzelnen Aufgaben? Das kann sinnvoll sein, da du so deine Gedanken in Textform festgehalten hast. Später kannst du diese Texte überarbeiten.

Ob in diesen Texten ein paar Tippfehler enthalten sind, ist völlig egal. Der Text kann auch aus einer Ansammlung von Zitaten und Paraphrasen bestehen. Es lohnt sich nämlich kaum, hier nach optimalen Texten zu streben. Du musst den Text am Ende ohnehin mehrmals überarbeiten, sofern du nach einer sehr guten Note strebst. Tust du das nicht, ist der Perfektionismus beim Satzdrechseln ohnehin wenig sinnvoll, oder?

Die Vorteile dieses Ansatzes

Wenn du die großen Blöcke abgearbeitet hast, hast du Orientierung für die nächsten Schritte. Du kannst dich an deiner Fragestellung entlanghangeln und deinen Arbeitsfortschritt einschätzen. Außerdem bist du wahrscheinlich motivierter. Schließlich ist dir klar, dass du auf dem richtigen Weg bist.

Zusammenfassung

Wissenschaftliches Arbeiten folgt festen Regeln. Diese sind so klar, dass Prüfer bei deinen Texten und Gesprächen für gewöhnlich zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Folgst du den Regeln wissenschaftlichen Arbeitens konsequent, steht deinem Unierfolg nichts im Wege.

Dein Schreibtyp – schreibe so, wie es zu dir passt.

Wenn es ums Schreiben von Unitexten geht, haben viele gute Tipps für uns. Von den Dozierenden über Kommilitonen bis hin zu Bekannten, die auch mal studiert haben. Viel zu oft – und das ist ein echtes Problem im Kampf gegen Schreibblockaden und effizientes Texten – sind diese Tipps individuelle Erfahrungsberichte. Für dich müssen diese Tipps nicht sinnvoll sein, denn jeder schreibt anders. Anders ausgedrückt: Es gibt unterschiedliche Schreibtypen.

Take-aways

Schreibumgebung

Frage dich, wo du wann mit wem am besten schreibst. Nutze dieses Wissen insbesondere, wenn du unter Zeitdruck stehst.

Individuum

Du! schreibst deine Unitexte. Schreibe also so, wie es zu dir passt.

Schreibtyp

Ermittle deinen Schreibtypen und benenne deine Stärken und Schwächen im wissenschaftlichen Schreiben.

Optimierung

Baue auf deinen Schreibstärken auf und bedenke deine Schwächen, so kommst du motiviert zu effizienteren Textprozessen.

 

Schreibprozess

„Fange bloß nicht zu früh mit dem Schreiben an. Bevor du deine Literatur nicht gelesen hast, produzierst du ohnehin nichts Lesbares.“ „Deine Arbeit muss eine Story haben. Wenn du eine Story erzählst, ist alles gut.“ Dies sind zwei Beispiele für Tipps von Dozierenden bzw. Kommilitonen, die mir so untergekommen sind. Was ist das Problem daran? Na, dass du schreiben sollst, wenn du schreiben willst. Nur weil du etwas schreibst, heißt das schließlich nicht, dass du es nicht mehr umschreiben kannst. Ich muss zum Beispiel viel schreiben, um Aussagen zu gewinnen. Der Seitenzähler meiner Masterarbeit stand mal auf 180, am Ende habe ich auf 80 Seiten runtergekürzt. Das tut weh, aber ich habe realisiert, dass das zu meinem Schreibstil gehört. Ich bin der kreative Schreiber. Andere Schreibende müssen zuerst alles lesen und feingliedern, um überhaupt etwas aufs Papier zu bekommen – die analytischen Schreiber. Dazwischen gibt es unterschiedliche Abstufungen, doch zunächst einmal zum wesentlichen Element dieses Beitrags: dir.

Das Individuum im Schreiben

Im Blogbeitrag „Die Individualitätslüge – warum deine Uniaufgaben keine Sonderfälle sind“ sagte ich, dass Prüfer, Thema und Forschungsstand für deinen Unierfolg nicht entscheidend sind. Stattdessen bist du für deinen Erfolg verantwortlich bzw. du stehst im Zentrum des wissenschaftlichen Tuns. Dies zeigte zunächst Hayes in seinem Schreibprozessmodell. In diesem stehen das Individuum, seine Motivation und seine kognitiven Prozesse im Zentrum.

Daneben ist die Schreibumgebung ein Effizienz- und Effektivitätsfaktor. Schreibst du gerne neben deiner besten Freundin? Lieber in der Bib oder am heimischen Schreibtisch? Morgens oder abends? Dies sind wichtige Fragen, wenn es um die Aufgabenumgebung geht.

Ich verbleibe hier mit einem kurzen Tipp:

Reflektiere, wo du mit wem wann am besten schreibst.

Der Beitrag konzentriert sich nun auf das Wie deines Schreibens.


Eigene Darstellung nach Hayes 1996, 4.

 

Um zu erfahren, wie du am besten schreibst, solltest du klären, wie du bisher geschrieben hast:

  • Welche Texte sind dir gelungen, welche eher weniger?
  • Und vor allem: Warum ist dir ein Text besser gelungen als ein anderer.

Kommunikationsoptimierung

Schreiben lernst du durch das Schreiben, da Schreiben eine Problemlöseaufgabe ist. Je häufiger du ähnlich gelagerte Probleme löst, desto routinierter wirst du.

Die Schwierigkeit: Im wissenschaftlichen Schreiben führt dies bei den allerwenigsten zu effizienten und effektiven Schreibprozessen. Dies hängt mit der Erfahrung der Schreibenden und der Komplexität wissenschaftlichen Arbeitens zusammen (s. Schreibcoaching).

Nur durch das Tun, das wissenschaftliche Schreiben, kommen wir also nicht auf einen grünen Zweig. Stattdessen müssen wir unser Schreiben angeleitet reflektieren. Erst dann ist Kommunikationsoptimierung möglich.

 „Kommunikationsoptimierung ist bewusstes Eingreifen in das kommunikative Handeln, das mit dem Ziel vorgenommen wird, die Kommunikation im Hinblick auf bestimmte Merkmale zu verbessern.“ (Schubert 2009, 110)

Die Merkmale der Kommunikationsoptimierung lassen sich zweiteilen. Erstens kann das Produkt des Schreibens, der Text, optimiert werden. Das ist logisch. Zweitens aber kann der Prozess verbessert werden. Es geht also um effizienteres und besseres Arbeiten. Nebenbei macht das wissenschaftliche Arbeiten mehr Spaß, wenn du es so angehst, wie es für dich passt. Damit dir das gelingt, musst du dein Schreiben einordnen oder benennen können. Erst wenn du etwas benennen kannst, ist es dir möglich, dieses Wissen zu nutzen.

Alle Wege führen nach Rom

Der Weg zum Text kann und soll jedoch individuell sein. Er sollte an deinen persönlichen Vorlieben ansetzen und nach und nach in Richtung eines starken Textes verlaufen. Schreibtypen bilden genau diese Vorlieben ab. Sie zeigen deine natürlichen Schreibneigungen. Das ist ähnlich anzusehen wie die Frage, ob du Rechts- oder Linkshänder bist. Eine Vorliebe ist angelegt, doch es sind Entscheidungen in deinem Leben, die dazu führen, mit welcher Hand du schreibst oder einen Tennisschläger hältst. Und es ist die Übung mit der „schwachen“ Hand, die ausschlaggebend dafür ist, wie gut du mit dieser Hand Aufgaben bewältigen kannst.

Schreibtypen geben dir also einen Orientierungspunkt, um dein Schreiben zu reflektieren. Wir unterscheiden zunächst zwischen zwei Schreibtypen, die ich bereits genannt habe.

1.  Der kreative Schreiber

Der kreative Schreiber entwickelt eine Fülle an Ideen beim Schreiben. Er schreibt viel in kurzer Zeit und in einer anregenden Sprache. Ihm gehen jedoch häufiger die Struktur des Textes und dessen Verständlichkeit ab. Der Leser versteht nicht direkt, was er aussagen möchte. Allein wenn dem kreativen Schreiber bewusst ist, dass er teils unverständlich schreibt, kann er dagegen ankämpfen.

2. Der analytische Schreiber

Er gliedert seine Textabschnitte und Aussagen bis ins kleinste Detail. Bis er schreibt, vergeht viel Zeit. Doch wenn er etwas schreibt, ist es gut verständlich. Dafür fehlt den Texten des analytischen Schreibers häufig ein Schuss Originalität. Mit gezielten Fragen und einer kreativen Aufgabe kann der analytische Schreiber diese Originalität nachträglich in seinen Text integrieren.

So können beide Schreibtypen zu guten Texten kommen, wenn sie wissen, worauf sie bei der Textentstehung achten müssen. Sie können in den einzelnen Phasen darüber hinaus Techniken wählen, die in den Phasen des wissenschaftlichen Arbeitens zu ihrem Schreibtypen passen.

Beispiel Themenfindung

Nehmen wir die Identifikation einer Forschungslücke oder – weniger hochtrabend – die Themenfindung als Beispiel:

Der kreative Schreiber findet sein Thema gegebenenfalls einfach, indem er mehrere Minuten zum Thema „Meine nächste Uniarbeit“ schreibt. Anschließend schaut er sich das Geschriebene an und leitet ein Thema ab.

Der analytische Schreiber sollte hier anders vorgehen. Wahrscheinlich sortiert er zunächst alle Unterlagen, die ihm für seine nächste Arbeit vorliegen und liest die aus seiner Sicht wichtigste Literatur, ehe er ein Thema andenkt.

Das Ziel ist das Gleiche: Am Ende muss ein Thema stehen, das dann zu einem Titel ausgebaut werden kann. Und in Bezug auf dieses Ziel sollte es nicht zu Denkblockaden oder langwierigen Entscheidungsprozessen kommen. An welcher Stelle du den Weg zum Ziel beginnst, bleibt dir überlassen. Die Hauptsache ist, dass du etwas tust.

Entwicklungsrichtungen

So viel zur Theorie. In der Praxis sind fast alle Schreibenden Mischtypen. Ich unterscheide dabei zwei Subtypen: den analytisch-kreativen und den kreativ-analytischen Schreiber. Dass diese Typen so nah an den beiden Extremtypen (analytischer und kreativer Schreibtyp) formuliert sind, hat einen Grund:

Es geht im Schreiben darum, sowohl kreative als auch analytische Komponenten für einen effizienten und effektiven Schreibprozess einzusetzen. Wir entwickeln uns hier auf einem Kontinuum. Am besten ist es dabei, wenn wir Mittel und Wege finden, um Schreibstärken zu nutzen und Schwächen auszumerzen. Mit zunehmender Erfahrung wird dies immer leichter, es gibt aber auch Abkürzungen in Form von sinnvollen Schreibaufgaben, die zielsicher zu den Zielen des wissenschaftlichen Arbeitens führen.

Wer also seinen Schreibtypen kennt, kann sein Schreiben bewusst weiterentwickeln. Damit geht er den ersten Schritt in Richtung effizienter Textprozesse.

Schreibtypentest

In unserer Kultur sind die Strukturfolger übrigens in der Mehrheit. Das ist auch in Ordnung so. Generell: Bei den Schreibtypen gibt es kein besser oder schlechter. Es stellt sich nur die Frage, ob wir bereit sind, unser Schreiben zu verbessern.

Bist du bereit dazu? Dann habe ich hier den Schreibtypentest für dich:

Der Test dauert zwei Minuten, die Auswertung erfolgt direkt – ohne Datenabfrage – und du erhältst in der Auswertung erste Schreibtechniken an die Hand.

Zusammenfassung

Mit der Ermittlung deines Schreibtypen kannst du dir deine Stärken und Schwächen im Schreiben bewusst machen. Anschließend gelingt es dir, deine Stärken zu nutzen und deine Schwächen im Texten zu bedenken.

Quellen:

Hayes, John R. (1996): A new framework for understanding cognition and affect in writing. In: The science of writing. Theories, methods, individual diferences, and applications., 1–27.

Schubert, Klaus (2009): Kommunikationsoptimierung: Vorüberlegungen zu einem fachkommunikativen Forschungsfeld. In: trans-koom, 2, 1, 109–150.

Deine Thesis muss die Welt nicht verändern

„Sehr geehrter Herr Gugumus,

wie jeder seriöse Verlag publizieren wir keine Masterarbeiten mehr …“

Warum eigentlich? Das dachte ich mir, als ich nach einem Verlag für meine Masterarbeit suchte und diese Antwort immer wieder bekam.

Wahrscheinlich weil Bachelor- und Masterarbeiten zu wenig Erkenntnispotential in sich tragen. Dafür ist die Erarbeitungszeit zu kurz. Und: Wissenschaftlicher Fortschritt entsteht Schritt für Schritt, in langen Prozessen. Das bedeutet für Thesis-Schreibende: Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens ist wichtiger als die weltverändernde Idee für deine Thesis. Wie ich zu dieser Einschätzung komme, zeige ich dir in diesem Blogpost.

Take-aways

Realismus

Akzeptiere, dass du mit deiner Thesis die Welt nicht maßgeblich verändern kannst.

Taktik

Konzentriere dich zunächst auf das wissenschaftliche Arbeiten, der Rest (die Kreativität) kommt von ganz allein.

Planung

Schränke deine Bearbeitungsthemen so ein, dass du sie in der angegebenen Zeit bewältigen kannst.

Suche nach einem Verlag

Mitte 2018 war es endlich so weit. Nach dreimonatigem Warten auf meine mündliche Prüfung und zweimonatigem auf mein Zeugnis durfte ich mich endlich Master der Linguistik nennen. In meiner mündlichen Prüfung habe ich dann auch die Note für meine Masterarbeit bekommen. Mein Prof hat mir wärmstens empfohlen, meine Thesis zu publizieren. Die Suche nach einem Verlag gestaltete sich jedoch problematisch. Obige Nachricht erhielt ich von allen Verlagen, die ich angefragt habe. Die Notlösung: Über den Open-Source Dokumentenserver der Uni Heidelberg konnte ich meine Masterarbeit ohne Kosten öffentlich zugänglich machen.

Praxis wissenschaftlicher Verlage

Ich habe mir in der Folge Gedanken über die Verlagspraxis bezüglich wissenschaftlicher Qualifikationstexte gemacht. Dabei ist mir eine Parallele zu meinen Schreibcoachings aufgefallen. Immer wieder sage ich zu meinen Coachees: „Du musst die Welt mit deiner Thesis nicht verändern. Stattdessen kannst du stets nur einen bestimmten Ausschnitt deines Themas aus einem bestimmten Blickwinkel beleuchten.“

Das hat zur Folge, dass dieser Ausschnitt und die Perspektive auf das Thema ausgewählt werden müssen. Mit anderen Worten: Das Thema muss eingeschränkt werden. Denn wenn ich sage, „Du musst mit deiner Thesis die Welt nicht verändern“, ist das nicht ganz richtig. Du kannst sie mit deiner Thesis nicht verändern. Dafür sind drei bis sechs Monate einfach zu wenig Zeit. Die Komplexität wissenschaftlichen Arbeitens ist zu hoch, um alle Aufgaben so zu lösen, dass ein überkreatives Produkt entsteht.

Also:

Lass die Siebenmeilenstiefel den Märchenfiguren

Ok, oft sind es die kleinen Dinge, die große Veränderungen bewirken. Denn Innovation beruht meist auf der Anpassung, Spezifizierung oder Generalisierung eines gewissen Aspekts innerhalb eines Produktes oder einer Dienstleistung.

Wie ist bspw. Zalando großgeworden? Unter anderem indem sie von Beginn an auf Versandkosten verzichtet haben. Ziemlich klug, weil langfristig gedacht. Der Kunde, der vier Kleidungsstücke zu Hause hat, kauft eher eines mehr als eines zu wenig. Kleiner Schritt, große Wirkung. Allerdings ein kleiner Schritt, der sehr viel Personal, Geld und vor allem Zeit kostete.

Für deine Thesis fehlen dir die Zutaten Personal, Zeit und Geld, um einen bahnbrechenden Wandel zu initiieren. Du kannst daher die Welt nicht verändern.

Also: Baue auf dem Bestehenden, der Literatur und den aktuellen Modellen, auf und adressiere einen ganz bestimmten Themenaspekt. Diesen beleuchtest du mit einer empirischen Methode und kannst dann sagen, dass weitere Forschung die gefundenen Zusammenhänge überprüfen sollte.

Das ist realistisch. Und dafür brauchst du eine handhabbare, eingeschränkte Forschungsfrage, die den Forschungsbereich einen kleinen Schritt weiterbringt. Ein kleiner Schritt, dessen Wirkung wegen der zur Verfügung stehenden Zeit in aller Regel überschaubar ist.

Planst du die Mondlandung?

Es kommt in Bezug auf die Notengebung folglich mehr auf die saubere Herleitung des Forschungsstandes und die saubere empirische Herangehensweise als auf die weltverändernde Idee an.

  • Technik vor Weltveränderung. Zweiteres kannst du an anderer Stelle versuchen.

All das bedeutet nicht, dass du für dein Thesis-Thema keine Leidenschaft entwickeln oder dass du deine Kreativität einschränken sollst. Vielmehr ist die saubere wissenschaftliche Grundlage der Garant für Ergebnisse, die Kommilitonen, Profs und auch zukünftige Arbeitgeber beeindrucken – wenn auch nicht die Welt verändern.

Bei deiner Thesis gilt das Anti-Armstrong-Prinzip:

Ein großer Schritt für dich, ein kleiner Schritt für die Menschheit.

Aus eigener Erfahrung

Ich spreche hier aus eigener Erfahrung. Vor meiner zweiten Bachelorarbeit dachte ich: Bisher hast du viele sehr gute Unitexte geschrieben und machst jetzt mal etwas ganz Besonderes. Auf 40 Seiten, so mein Plan, wollte ich die Motivationspsychologie und die Verhaltensforschung in Bezug auf Entscheidungen mit der Sprachwissenschaft zusammenbringen. Meine nichtempirischen Elemente waren meine Intuition und Literatur. Ganz schlechte Basis, weil Intuitionen kein wissenschaftliches Fundament bilden und ich keine Empirie durchgeführt habe, um die nichtvorhandene Basis zu überprüfen. Nach acht zeitintensiven Wochen, etlichen Gliederungsänderungen und im Dunkelnstochern stand meine Thesis. Sie war mit einer 1,7 die schlechteste Arbeit, die ich in der Germanistik geschrieben habe.

In meine Masterarbeit habe ich zwei Jahre später unwesentlich mehr Zeit gesteckt und sie mit 1,0 abgeschlossen. Diesmal hatte ich einen sehr klaren Plan. Durch die Kombination eines betriebswirtschaftlichen Modells mit einer sprachwissenschaftlichen Methode konnte ich die Unternehmenskommunikation von Versicherern zielführend analysieren. Bis zum Analyseteil war vieles in meiner Thesis Dienst nach Vorschrift. Da ich genau wusste, was ich machen wollte, und eine gute empirische Grundlage geschaffen hatte, konnte ich im Ergebnisteil kreativ werden. Insgesamt entstanden daraus 28 Handlungsempfehlungen für die Unternehmenskommunikation von Versicherungsunternehmen.

Publikationsalternative

Jedenfalls: Verlage wissen, dass wissenschaftlicher Fortschritt Zeit braucht. Zudem muss eine Idee erstmal von Fachexperten akzeptiert werden. Daher publizieren sie eben keine Bachelor- und Masterarbeiten mehr. Ein bisschen schade, aber auch verständlich.

Möchtest du dennoch mal in meine Masterarbeit reinlesen? Du findest sie auf dem Open-Source-Server der Universität Heidelberg. Hier durfte ich mit Bestnote und auf Empfehlung meines Profs publizieren, allerdings eben nicht in einem „seriösen“ Verlag: Klick hier.

Danke fürs Lesen

Christian

Zusammenfassung

Beim wissenschaftlichen Arbeiten im Studium musst du vor allem nachweisen, dass du wissenschaftlich arbeiten kannst. Für die Benotung deiner Texte gilt daher: Die Technik des wissenschaftlichen Arbeitens steht über der hochkreativen Idee.

Wie Schreibcoaching Studierenden zu besseren Uninoten verhilft

Das Ziel des Thesis-Blogs ist es, Studierenden Tipps für schneller geschriebene und gleichzeitig bessere Uninoten zu präsentieren. Für mich ist die Methode des Schreibcoachings hierfür elementar. Darum erkläre ich in diesem Blogpost, wie dich Schreibcoaching effizient zu besseren Uninoten führt.

Beim Thesis-Coaching zählt die Note

Coaching ist Hilfe zur Selbsthilfe. Sicherlich hast du das schonmal gehört oder gelesen. Drücken wir es daher etwas anders aus: Coaching soll dir helfen, dein Potential zu entwickeln und auszuschöpfen. Entwickeln deutet auf die Nachhaltigkeit von Coaching hin, ausschöpfen auf das direkte Ergebnis eines Coachings. Im Sport ist dieses direkte Ergebnis klar, es spiegelt sich im Spielausgang wider. Die Nachhaltigkeit des Coachings wiederum zeigt sich in langfristigen Ergebnistendenzen.

Auch Schreibcoaching hat einen langfristigen Effekt. Es hilft, Schreibkompetenzen auszubauen und Sprachbewusstheit zu schaffen. Aber sind wir ehrlich: In Bezug auf deine Thesis ist dir das egal, oder? Die Thesis ist ein Pflichtspiel, da zählt die Note.

Eine Pflichtaufgabe ist sie allerdings nicht. Du spielst in deiner Thesis aller Wahrscheinlichkeit nach nicht als Tabellenführer gegen einen Abstiegskandidaten. Dafür ist die Aufgabe viel zu besonders und komplex: Du musst in deiner Thesis wirklich sehr viele Bewertungskriterien erfüllen und Teilaufgaben erledigen. Diese Komplexität lässt sich mit Schreibcoachings analysieren, also in bearbeitbare Häppchen verwandeln, die bisweilen sogar ordentlich schmecken.

Spreche ich allerdings mit Studierenden, klingen ihre Uniaufgaben meist gar nicht mal so schmackhaft; die Thesis-Zeit von Uniabsolventen oft sogar nach Dschungel-Camp-Mahlzeit. Die Gründe dafür liegen wohl im Unisystem.

Gründe für Schwierigkeiten bei Bachelor- und Masterarbeiten

Ist es nicht die Aufgabe der Universitäten, Studierenden das wissenschaftliche Arbeiten zu lehren?

Diese Frage stellte mir mal ein Bekannter. Meine Antwort:

Absolut, eigentlich sollte es meine Leistung, das Schreibcoaching, gar nicht geben.

Mal abgesehen davon, dass ein Coaching jedem Schreiber nur helfen kann – es gibt meine Leistung und die drei Gründe hierfür sind…

Grund 1: zu wenig Fokus auf wissenschaftlichem Arbeiten im Studium

Im Wintersemester 2018/2019 studieren 2,86 Millionen Menschen in Deutschland. Eine immense Zahl, die sich in den vergangenen Jahren durchweg erhöht hat, 2008/2009 lag sie noch bei 2,02 Millionen (Quelle: Statista). Diese Erhöhung liegt auf der Hand, sprießen Hochschulen, Akademien und Fernuniversitäten doch aus dem Boden.

Alles schön und gut. Nun haben all diese Hochschularten eine Gemeinsamkeit: Nach Bologna schließen alle Studierenden mit einer wissenschaftlichen Qualifikationsarbeit ab – alle, das ist der gemeinsame Nenner für einen Studienabschluss.

Demnach ist davon auszugehen, dass Studierende ausreichend auf diese Aufgabe vorbereitet werden. Stattdessen höre ich allzu oft, dass viele Studierende vor ihrer Bachelorarbeit gerade einmal zwei bis vier Unitexte geschrieben haben. Ein Teil davon ist meist über Projektarbeiten abgedeckt, die einen wesentlich geringeren Anspruch an die Wissenschaftlichkeit als Bachelorarbeiten haben.

Ehrlich: In Klausuren, Multiple-Choice-Tests und zwanzig Vorlesungsstunden zu wissenschaftlichem Arbeiten lernst du die Komplexität der Thesis-Aufgabe nicht kennen. Mit steigenden Anforderungen an Literaturarbeit, Strukturierung, Empirie und Formulierung – um einige Bewertungskriterien zu nennen – droht am Ende des Studiums daher das böse Erwachen.

Stattdessen lernst du wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben durch wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben. Dazu erhältst du allerdings zu wenige Möglichkeiten, sofern du nicht an einer staatlichen Hochschule in einem geisteswissenschaftlichen Studium sitzt (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Grund 2: geringerer Studierenden-Professoren-Quotient

Knapp eine Million der in Deutschland immatrikulierten Studierenden, also mehr als ein Drittel, gehören einer Fachhoschule an.

Da gerade diese Zahlen steigen, müssen Hochschulen sehr viel tun, um die Betreuung der Bacheloranden und Masteranden aufrechtzuerhalten. Dabei ist die Anzahl an Professoren nicht linear zur Studierendenzahl angestiegen. D. h., auf einen Prüfer kommen wesentlich mehr Studierende als noch vor zehn Jahren. Oder: Der Studierenden-Professoren-Quotient verringert sich.

Die Professoren haben folglich weniger Zeit für die Betreuung von Abschlussarbeiten, in Kombination mit der geringen Erfahrung vieler Studierender mit wissenschaftlichem Schreiben eine explosive Mischung.

Grund 3: weniger Zeit im berufsbegleitenden Studium

Nicht nur die Betreuer wissenschaftlicher Arbeiten haben weniger Zeit für deine Thesis, auch du selbst hast weniger Zeit, wenn du berufsbegleitend/dual studierst. Schließlich hast du dann auch noch andere Aufgaben. Ein Rechenbeispiel:

Für gewöhnlich beträgt die Bearbeitungszeit für Masterarbeiten: fünf bis sechs Monate.

Für deine Masterarbeit erhältst du 30 Credit Points.

Ein Credit Point ist mit einem Arbeitsumfang von 30 Stunden angesetzt, woraus sich ein Stundenumfang von 30 CP x 30 Stunden = 900 Stunden ergibt.

Pro Bearbeitungswoche macht das bei einer Bearbeitungszeit von sechs Monaten:

900 Stunden/(6*4,2 Wochen) = 35,7 Stunden pro Woche

Bei einer Bachelorarbeit mit zwölf Leistungspunkten und einer Bearbeitungszeit von drei Monaten ist die Thesis immer noch mit 28,5 Wochenstunden angesetzt.

Wenn du nun berufsbegleitend studierst und für deine Arbeit nicht freigestellt wirst, sollst du also neben deinem Job (35, 40 Stunden pro Woche oder doch mehr?) einen weiteren Vollzeitjob in deine Abschlussarbeit investieren?

Ein ordentliches Pensum und wissenschaftliches Arbeiten geht nicht nebenbei – weil du in aller Regel eben zu wenig Erfahrung und zu wenig Betreuung hast.

Ok, Hand aufs Herz, ganz so dramatisch ist es in den allermeisten Fällen nicht. Erstens kannst du deine Wochenstunden einfach verlängern, indem du vor der offiziellen Bearbeitungszeit die ersten Thesis-Aufgaben erledigst, zweitens gibt es das Pareto-Prinzip.

Bachelorarbeit in neun Tagen?

Das Pareto-Prinzip

Auch wenn es nicht im Sinne des Erfinders oder der Unis ist, legen die wenigsten Studierenden den kompletten Arbeitsaufwand in ihre Thesis. Sonst gäbe es nicht so viele Fachhochschulen. Stattdessen ist davon auszugehen, dass das Pareto-Prinzip auch für das Thesis-Schreiben greift.

Das Pareto-Prinzip, benannt nach Vilfredo Pareto, besagt:

Du erzielst 80 % der Lösungsqualität in 20 % der Bearbeitungszeit. Möchtest du die übrigen 20 % Qualität hinzufügen, musst du 80 % des Zeitaufwands auf dich nehmen.

80 % Lösungsqualität bedeutet in deiner Thesis eine 2,0 – erstmal gar nicht schlecht. Berechnen wir den 20%igen Arbeitsaufwand für deine Thesis ergäbe sich für eine 2,0 ein Zeitaufwand von

  • sieben Wochenstunden für eine Masterarbeit und
  • 5,7 Wochenstunden für eine Bachelorarbeit.

Wenn du viel Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten hast und deine Bearbeitungszeit voll ausnutzt, bedeutet das:

Du kannst deine Bachelorarbeit in hocheffizienten neun Achtstunden-Arbeitstagen schreiben, für deine Masterthesis bräuchtest du dieser Berechnung zufolge 22 Arbeitstage.

Geht das? Vielleicht, wenn du

  • ganz genau weißt, welche wissenschaftlichen Ansprüche du wie lösen musst, und
  • acht Stunden am Tag für neun bzw. 22 Tage am Stück voll durchziehen kannst.

Du solltest also methodisch sehr gut aufgestellt sein und deine Zeit hocheffizient nutzen. Eine Schreibblockade oder vergeudete Stunden sind hier nicht erlaubt. Außerdem darf eine 1,0 in diesem Fall nicht zwingend dein Anspruch sein.

Die genannten Gründe für Thesis-Schwierigkeiten sprechen dennoch hiergegen. Es wird kaum jemand ohne einschlägige Vorerfahrung schaffen, seine Thesis in neun oder 22 Tagen zu schreiben.

Schreibcoaching als Methode

Und hier kommt das Schreibcoaching ins Spiel. Schreibcoaching ist eine Methode, die Studierenden dabei hilft, (sehr) gute Unitexte zu verfassen. Zum Schreibcoaching für Studierende gehört immer auch das Wissenschaftscoaching, da du in der Thesis-Zeit eben nicht nur schreiben, sondern auch recherchieren, exzerpieren oder forschen musst. Beim Schreibcoaching formst du aus all diesen Aufgaben Texte, die dich schließlich zu einem überzeugenden Thesis-Text führen. Dabei bedient sich das Schreibcoaching Sprech- und Schreibaufgaben sowie Face-to-Face-, Telefon- und E-Mail-Coachings.

Schreibcoaching verfolgt drei Ziele:

  1. die Reflexion des eigenen Schreibens,
  2. die effiziente Lösung von Aufgaben und
  3. den Erfolg eines Textes, also eine starke Note.

Reflexion ist Fortschritt

Wissenschaftliches Arbeiten ist komplex. Da sollst du in drei Monaten eine 40-seitige Bachelorarbeit planen, entwerfen und schreiben, hast davor aber gerade einmal zwei wissenschaftliche Texte geschrieben. Hier kann ganz sicher nicht von Routine gesprochen werden. Und gerade dort, wo wenig Schreiberfahrung herrscht, ist die Reflektion des eigenen Tuns besonders gefragt. Damit keine Schreibblockaden auftreten und damit die Komplexität des wissenschaftlichen Arbeitens handhabbar wird.

Mit Schreibaufgaben, Tipps und Tricks sowie Motivation sorgt ein Schreibcoach dafür, dass du mal die Perspektive auf dein Tun wechselst und dein Schreiben reflektierst. Außerdem weiß er genau, was du wann getan haben solltest. Er kennt die Probleme, die bei den einzelnen Aufgaben lauern – und hat Lösungen für diese Probleme parat.

So erkennst du die Bäume auch wieder als Wald. Ich spreche hierbei gerne von Sprachbewusstheit.

Das Ziel eines Schreibcoaches in den Worten eines Studierenden:

Ich war immer wieder erstaunt, wie er mit spannenden Aufgaben und kleinen Tricks ganz neue Ideen und Ansätze herauskitzelt. So fühlte es sich an, als ob sich vieles von ganz allein entwickelt hat, obwohl er mich die ganze Zeit navigiert hat!

Zeit ist Geld

Die romantische Hollywood-Vorstellung: Nach einem ereignisreichen und erfolgreichen Leben findet der Protagonist zu sich selbst und möchte Autor werden. In einer Hütte im skandinavischen Wald schreibt er sein Manuskript, abgeschieden von der Außenwelt, hochkreativ. Nach fünf Jahren publiziert er sein Werk und während er die Frau zurückgewinnt, die er zu Beginn des Filmes gefunden und dann wieder verloren hat, wird sein Buch zum Erfolg.

Exkurs: Paulo Coelho sagt in der Sieger bleibt allein übrigens: Entweder ein Film bedient sich des klassischen Musters Mann gewinnt Frau, Mann verliert Frau, Mann gewinnt Frau zurück – in 95 % aller Filme trifft das wirklich zu – oder das Fehlen dieses Musters muss mit vielen Spezialeffekten aufgefangen werden.

Im wissenschaftlichen Arbeiten ist es genauso. Du hältst dich entweder an die klassischen Strukturen wissenschaftlichen Arbeitens oder du steckst eine Menge Zusatzaufwand in deine Arbeit – womöglich ohne wirklich besseres Ergebnis.

  • Frage: Hast du Lust, deine Thesis in sozialer Abgeschiedenheit, innerlich zerrissen und ohne Blick für etwas anderes zu schreiben?
  • Zweite Frage: Hast du dafür überhaupt Zeit?

Kreativität ist schön, Filme sind schön. Noch schöner allerdings ist effizientes und effektives Texten – finde ich. Und genau dabei hilft dir ein Schreibcoach. Er kennt Abkürzungen, wo du keine vermutest, und gibt dir ein Gefühl der Sicherheit, das deine Kreativität beflügelt.

Ein Schreibcoach schafft also Momente der Reflexion, damit du besser schreibst. Gleichzeitig sorgt er für mehr Zeit, die du dann in die Ergebnisse deiner Thesis stecken kannst. Oder in Entspannungsphasen, Sport, Hobbies etc., was dir wiederum Kraft für die nächsten Thesis- oder Job-Aufgaben gibt.

Erfolg macht Spaß

Kleine Erfolgserlebnisse, die dich motiviert halten

Zurück nach Hollywood. Was ist mit den ganzen Autoren, die ihre Kreativität nicht in ein exzellentes Werk verwandeln konnten? Kreativität ist das eine, die Umsetzung des Wissens, des Könnens und der Ideen stehen auf einem anderen Blatt. Oder wie es ein Fußballkollege mal so schön formuliert hat: „Spaß macht es, wenn wir gewinnen. Schönspielen können wir danach.“

Es ist dem Spaß dienlich, wenn du dann mal ein frühes Tor schießt. So ist es auch bei deinen Unitexten. Über kleine Erfolgserlebnisse und starke Zwischenergebnisse hilft dir Schreibcoaching dabei, deinen Text Stück für Stück zusammenzusetzen. Dadurch bleibst du motiviert am Thesis-Ball und vergeudest keine Potentiale.

Denn wie viel Spaß du beim Schreiben deiner Thesis hattest, wie viele Ideen, wie viele tolle Alternativen zu deinem Endprodukt, wie viel du kürzen musstest – alles egal, wenn es sich nicht in deinem Text widerspiegelt. Am Ende zählt das Ergebnis, dein Text. Dass du auf dem Weg dorthin keine Informationen und Ideen liegen lässt und vor allem, dass dein Text verstanden wird – dafür sorgt ein Schreibcoach. Und damit geht eine bessere Benotung einher.

Ein Schreibcoach führt dich also mit Schreibaufgaben effizient zu einem besseren Thesis-Text.

Zusammenfassung:

Ein Schreibcoach führt dich effizient zu besseren Textergebnissen, also zu (sehr) guten Thesis-Noten. Darüber hinaus motiviert er dich und gibt dir ein gutes Gefühl beim Schreiben deiner Bachelor- oder Masterarbeit.

Übrigens: In der Liste der Gründe für Thesis-Probleme scheint ein Aspekt zu fehlen: die Individualität von Themen, Prüfern, Studiengängen etc. Ich führe diesen Grund nicht auf, weil er aus meiner Sicht eine Lüge darstellt. Im kommenden Beitrag „Die Individualitätslüge – warum deine Thesis kein Sonderfall ist“ erkläre ich, warum.

 

Quellen-URLs:

  • https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1264/umfrage/anzahl-der-studenten-nach-hochschulart/
  • https://de.statista.com/statistik/daten/studie/199049/umfrage/anzahl-der-deutschen-studierenden-an-universitaeten-und-fachhochschulen/
  • https://de.statista.com/statistik/daten/studie/221/umfrage/anzahl-der-studenten-an-deutschen-hochschulen/