Das Deppenleerzeichen im wissenschaftlichen Schreiben

„Kann mal jemand die Deppenleerzeichenpolizei rufen?“

Da blättere ich durch Xing und lese eine Stellenanzeige. Ein Unternehmen sucht dort einen Texter in Festanstellung oder als Fester/Freier. Fester/Freier oder in Festanstellung? Was suchen sie denn jetzt? Ich lese weiter. Was das Unternehmen sucht, wird nicht aufgeklärt. Es ist mir mittlerweile auch schnurzpiepegal, denn ich bin gerade dabei, meinen Laptop anzuschreien:

„Donaudampfschifffahrtsgesellschaft, ihr D…! Es schreibt sich Social-Media-Berater und nicht Social Media Berater.

Das Deppenleerzeichen – ein weit verbreitetes Phänomen

Selbst in der Stellenanzeige einer Agentur, die Kommunikationsdienstleistungen anbietet, hat es sich also versteckt: das Deppenleerzeichen.

Ich bin darauf allergisch, weil ich diese Deppenleerzeichen wöchentlich aus Hausarbeiten und Abschlussarbeiten entferne. Falsch gesetzte Leerzeichen zählen definitiv zu den häufigsten Fehlern im wissenschaftlichen Arbeiten und auch in der deutschen Schriftsprache allgemein. Zeit, Abhilfe zu schaffen.

Das Deppenleerzeichen vermeiden

Beginnen wir didaktisch wertvoll. Damit du im Verlauf des Textes das Ziel nicht aus den Augen verlierst, kommt hier zunächst die Eselsbrücke:

Wenn du dir bei der Zusammenschreibung großgeschriebener Wörter unsicher bist, hier der Prüfablauf:

1.) Stelle eine Fallfrage an die beiden Ausdrücke. Fallfragen beginnen mit Wer, Wessen, Wem und Wen (oder Was).

a) Akkusativ: Wer betreibt Schiffe auf der Donau?

b) Wen oder was schauen wir uns heute Abend an?

2.) Beantworte die Frage.

a) Die Donaudampfschifffahrtsgesellschaft.

b) Das Fußballspiel.

Die Genitivfrage stellt hier eine Besonderheit dar. Des Fußballs Spiels wird zu des Fußballspiels zusammengezogen. Allerdings findet sich ein solcher Fehler kaum. 

Der Bindestrich als Deppenleerzeichenersatz

Statt die einzelnen Teile von Komposita zusammenzuschreiben, kannst du sie mit Bindestrichen trennen.

Also: Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft und Fußball-Spiel. Beim Social-Media-Berater sind Bindestriche zu empfehlen.

Weiteres Beispiel: Das Leib-und-Magen-Thema.

Das Und wird hier ebenfalls mit Bindestrichen zusammengehalten. Es ist schließlich nicht flektierbar/veränderbar und verbindet Teile des Substantivs.

Ein letzter Flexionstest – die Gefällt-mir-Angabe. 

  1. Wen oder was sehe ich bei Facebook? Die Gefällt-mir-Angabe.
  2. Wer oder was ist erwünscht? Die Gefällt-mir-Angaben.

Mir verändert sich hier bei unterschiedlichen Fallfragen nicht und ist damit fester Bestandteil des Kompositums.

Merke:

Wenn du Bindestriche setzt, dann zwischen allen Bestandteilen des Kompositums.

Das Prinzip der Fehlervermeidung

Wenn ich zu Rechtschreibthemen berate, geht es mir immer um eines: Fehlervermeidung. Mit den bisherigen Tipps vermeidest du Fehler. Im Folgenden weise ich daher nur noch Optionen aus. Aber: Du gehst auf Nummer sicher, indem du eben alle Substantive inkl. Bindewörter zusammenschreibst. Das gilt auch bei Anglizismen, hier mit Bindestrich.

Anglizismen

Im Englischen werden hintereinanderstehende Substantive im selben Kasus übrigens auseinandergeschrieben. Viele Personen meinen, dass das Deppenleerzeichen im Deutschen dadurch entstand. Mit Blick auf die englischen Arbeiten, die mir immer mal wieder vorliegen, kann ich sagen: Quatsch. Das Englisch deutscher Muttersprachler dominiert das Deutsch sicher nicht.

Im Deutschen ist es die beste Lösung, auch Begriffe aus ausschließlich englischen Bestandteilen zusammenzuschreiben.

Beispiel: Stakeholder-Management.

Ich halte hier den Bindestrich für empfehlenswert, nutzt du ihn nicht, musst du den englischen Fachbegriff durch Kursivschreibung kenntlichmachen und in Originalsprache darstellen, also kleingeschrieben. 

Sobald ein Teil des Kompositums ein deutscher Ausdruck ist, werden ohnehin alle Teile zusammengezogen. Wir erinnern uns an den Social-Media-Berater.

***Dieser Abschnitt wurde geändert, da die Option, Anglizismen auseinanderzuschreiben missverständlich ausgedrückt war.

Option 1: Eigennamen

Bei Eigennamen kannst du theoretisch über das Setzen von Bindestrichen oder Leerzeichen selbst entscheiden. Orientiere dich bestenfalls daran, wie der Namensgeber den Eigennamen schreibt.

Beispiel: Die Freudenberg Gruppe oder der BASF-Konzern.

Ich tendiere hier immer zur Verknüpfung durch Bindestrich, da es – du ahnst es – Fehler vermeidet. Vor allem gilt dies bei der Kopplung von Eigennamen und weiteren Substantiven: der BASF-Bericht.

Option 2: Anführungszeichen

Eine dritte Option für Leerzeichen in Komposita bieten Anführungszeichen.

Beispiel: „Leib und Magen“-Thema.

Indem du einen Teil des Kompositums mit Anführungszeichen rahmst, musst du den Bindestrich nur noch zwischen diesem und dem Grundwort (Thema) setzen.

Fertig ist das Mondgesicht?

Nicht ganz.

Ja, es ist doch wie bei allem. Die Ausnahmen bestätigen die Regel. Hier sind es allerdings wirklich kleine Ausnahmen.

  • Zwei Eigennamen: 

Mercedes GLA. In der Verbindung aus Automobilunternehmen und Marke wird ein Leerzeichen gesetzt.

Zusammenfassung

Sei kein Depp, setze Leerzeichen nur dort, wo sie hingehören. Der einfachste Weg hierzu ist: Verbinde die einzelnen Teile von Komposita konsequent.

Guter Artikel?

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Die Bedeutung der Fragestellung für deine Thesis

Über den Erfolg deiner Unitexte entscheidet zuallererst die Makrostruktur. Damit ist die Kombination aus Thema, Titel, Fragestellung und Gliederung gemeint. Der Fragestellung deiner Arbeit kommt dabei eine Spezialrolle zu. Welche das ist und wie du dieser Rolle gerecht wirst, erfährst du hier.

Take-aways

Frage etwas!

Formuliere für jeden Unitext eine Fragestellung.

Keine Ja-Nein-Frage

Formuliere Fragen, die nicht mit Ja oder Nein zu beantworten sind.

Ins Gehirn

Lerne deine Fragestellung auswendig.

Thesis-Thema, Thesis-Titel, Thesis-Frage

Erstmal ein paar allgemeine Gedanken zur Fragestellung deiner Unitexte. Die Fragestellung ergibt sich aus deinem Thema und deinem ausführlichen Titel. Genau genommen müssen alle Teile deiner Makrostruktur zusammenpassen. Du kannst die Fragestellung folglich von deinem Thesis-Titel ableiten. Oder umgekehrt.

Dabei solltest du darauf achten, dass du keine digitale Frage stellst. Also keine Frage, die mit Ja oder Nein beantwortet werden kann. Vielmehr stellst du eine offene Frage, die du im Verlauf deines Textes beantwortest. Starke Fragewörter für eine gute Fragestellung sind zum Beispiel:

  • Inwieweit/inwiefern und
  • welche.

Gute vs. schlechte Fragestellung

Schlecht:

Unterscheiden sich die Formulierungen rechtspopulistischer Parteien von denen demokratischer Parteien?

Besser:

Inwieweit unterscheiden sich die Formulierungen rechtspopulistischer Parteien von denen demokratischer Parteien?

Beantwortung der Fragestellung

Gute Fragestellungen ermöglichen es dir, objektiv zu schreiben. Denn wenn du sagen kannst, inwieweit etwas zutrifft, tut sich ein großes Feld auf:

  1. Es trifft gar nicht zu.
  2. Es trifft in Teilen zu.
  3. Es trifft zu.

Da wissenschaftliches Arbeiten kein Ergebnissport ist, ist es erstmal egal, wo du dich in diesem Feld positionierst.

Fragestellung als Thesis-Anker

So viel zur Technik des Fragens. Mir ist in diesem einleitenden Beitrag etwas anderes wichtiger:

Schreibe keinen einzigen Unitext, ohne eine gute Fragestellung entwickelt zu haben.

Immer wieder sehe ich Haus- und Seminararbeiten, ja sogar Abschlussarbeiten, die keine Frage aufwerfen.

Natürlich kannst du theoretisch auch ohne Fragestellung wissenschaftlich schreiben, aber nur schlechter und langsamer.

Denn die Fragestellung leitet dich durch alle Phasen des wissenschaftlichen Arbeitens. Du weißt mit einer Fragestellung, was du recherchieren, was du lesen, was du empirisch angehen und was du schreiben musst. Ganz einfach, indem du die dich danach ausrichtest, deine Fragestellung zu beantworten.

Nachts um halb 3

Ich sage deshalb immer zu meinen Coachees: Wenn ich dich nachts um halb drei wecke, musst du deine Fragestellung kennen.  Du solltest die Fragestellung deiner Thesis also auswendig lernen.

Ein Tipp hierzu:

Schreibe dir deine Fragestellung auf ein Post-it und klebe dieses an deinen Arbeitsplatz bzw. auf deinen Laptop.

Die Leitfrage zur Fragestellung

Du nutzt deine Fragestellung optimal, wenn du folgende Frage verinnerlichst:

Was hat das, was ich gerade tue, mit meiner Fragestellung zu tun?

Wenn es nichts mit deiner Fragestellung zu tun hat, ist es für deinen Unitext irrelevant.

Zusammenfassung

Die Fragestellung ist ein wesentliches Element deiner Thesis. Mit Blick auf Qualität und Effizienz. Frage dich also bei allem, was du tust: Was hat das mit meiner Fragestellung zu tun?

Thema vs. Titel

Vor drei Monaten traute ich meinen Augen kaum. Meine Frau bekam eine Nachricht der Universität: Sie könne den Titel ihrer Zulassungsarbeit nicht so belassen, wie er sei. Stattdessen trägt ihre Zulassungsarbeit jetzt lediglich ein Thema, das sie vor ihrer Thesis angegeben hat. Vor der Thesisanmeldung einen Titel zu vergeben, ist eine zweifelhafte Praxis. Noch zweifelhafter ist, dass die Uni in diesem Fall nicht zwischen Thema und Titel unterschieden hat. Aber was ist der Unterschied zwischen Titel und Thema?

Take-aways

Thema vs. Titel

Unterscheide zwischen Thema und Titel

Ausführlichkeit

Gib deiner Arbeit einen ausführlichen Titel.

Thema = Orientierung

Orientiere dich im Verlauf deiner Arbeit an deinem Titel.

Verwirrung: Titel oder Thema

Der Fall meiner Frau ist kein Einzelfall. Ich habe schon von mehreren Personen gehört, dass ihr Thema am Ende den Titel ihrer Thesis darstellt. Für die Notengebung ist das ehrlich gesagt irrelevant, für die Bearbeitung eines Themas ist es dementgegen sehr relevant.

Denn ein Thema ist faktisch immer zu allgemein, um es in einer Thesis zu bearbeiten. Das Thema ist sozusagen ein Oberbegriff für einen Titel. Also: mehrere Titel ergeben ein Thema. Und als solcher ist ein Thema wissenschaftlich kaum handhabbar, sofern es nicht spezifiziert wird. Damit geht dir die Orientierung im wissenschaftlichen Arbeiten verloren. Schließlich gehen deine Fragestellung und deine Gliederung mit deinem Titel einher.

Das Thema als Oberbegriff

Das Thema der Zulassungsarbeit lautet übrigens „Sterbehilfe“. Ein interessantes medizin-ethisches Thema – unter das so ziemlich alles fallen kann. Ich kann beim Thema Sterbehilfe begutachten, wer Sterbehilfe in Anspruch nimmt, wer Sterbehilfe in Anspruch nehmen darf, welche gesetzlichen Regelungen es zur Sterbehilfe gibt, welche ethischen Aspekte eine Rolle spielen, was Sterbehilfe überhaupt ist … Ok, die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Fakt ist: Das Thema zeigt weder einen konkreten Betrachtungsbereich noch eine Forschungslücke an. Hinter einem Thema kann sich so ziemlich alles verstecken.

(Welche Art Thema du für deine Uniaufgaben wählen sollst, erklärt der Artikel „Das magische Quadrat der Themenwahl).

Arbeitstitel

Auch wenn deine Uni oder dein Lehrstuhl Thema und Titel nicht unterscheidet, solltest du dich immer an einem (Arbeits-)Titel orientieren.

Das (Arbeits-) deutet übrigens darauf hin, dass sich dieser Titel im Verlaufe der Bearbeitung eines Themas verändern kann. Denn eigentlich kann ich einen Titel erst fixieren, wenn ich den Forschungsstand kenne und schon ein bisschen was geschrieben habe. Erst dann weiß ich, ob der Titel wirklich Sinn ergibt. Das ist jedoch weit von der wissenschaftlichen Praxis entfernt und eine Titeländerung kommt eher selten vor. So oder so bietet dir ein Arbeitstitel Struktur.

Vom Thema zum Titel

Doch wie kommst du zu einem Arbeitstitel?

Fall 1: Du stehst vor deiner Thesis.

Dann solltest du dir zunächst überlegen, welcher Teilbereich deines Themas dich besonders interessiert (Was du bei der Themenwahl beachten solltest, findest du hier).

Fall 2: Du hast bereits ein Thema angegeben/gewählt

Dann fragst du dich einfach, welchen Teilbereich du konkret bearbeitest/bearbeiten möchtest.

Wie gesagt: Der Titel ist ein spezifiziertes Thema.

Thema eingrenzen

Im Fall der Sterbehilfe frage ich mich also: Welchen Teilaspekt der Sterbehilfe möchte ich untersuchen?

Die Antwort in diesem Fall: Welche ethischen Aspekte spielen bei der Sterbehilfe eine Rolle?

Arbeitstitel 1: Ethische Aspekte von Sterbehilfe.

Thema spezifizieren

Nun handelt es sich hierbei um eine Zulassungsarbeit. Der Titel ist deshalb nicht ausführlich genug und gleichzeitig nicht spezifisch. Es ist nämlich zu hinterfragen, wer die ethischen Aspekte festlegt und welche Personengruppen sich ethisch wie positionieren.

Arbeitstitel 2: Ethische Aspekte von Sterbehilfe aus der Perspektive unterschiedlicher Personengruppen.

Thema konkretisieren

Und jetzt sollte ich diese Personengruppen benennen. Nehmen wir Pfarrer, Seelsorger und Pfarramtsanwärter. Dieser Ausschnitt erlaubt es denn auch, eine gute empirische Herangehensweise zu wählen.

Arbeitstitel 3: Ethische Aspekte von Sterbehilfe aus Sicht von Pfarrern, Seelsorgern und Pfarramtsanwärtern.

Empirie ergänzen

Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, können wir die empirische Herangehensweise in den Titel integrieren.

Finaler Titel: Ethische Aspekte von Sterbehilfe aus Sicht von Pfarrern, Seelsorgern und Pfarramtsanwärtern – eine Analyse anhand von leitfadengestützten Experteninterviews.

Der Titel erzählt die Arbeit

Wenn ich einen solchen Titel lese, weiß ich genau, was mich in der Arbeit erwartet. Für einen Dozierenden ist dies ein großer Vorteil. Für den Schreibenden auch, denn er weiß bei einem solchen Titel genau, was er bei der Bearbeitung zu tun hat und worauf er bei Gliederung, Literatur und Text achten muss. Nämlich auf: ethische Aspekte, die Perspektiven von Pfarrern, Seelsorgern und Pfarramtsanwärtern und die empirische Methode des leitfadengestützten Interviews.

Dieser Titel ist selbstredend nicht der Weisheit letzter Schluss. Er ist im Vergleich zu literarischen Titeln auch nicht allzu aufmerksamkeitsförderlich. Aber: Im wissenschaftlichen Arbeiten geht es aus meiner Sicht zuallererst um das Informieren – und darum, es dem Prüfer leicht zu machen, dir eine (sehr) gute Note zu geben.

Dafür eignen sich derart ausführliche und genaue Arbeitstitel.

Zusammenfassung

Oftmals wird nicht konsequent zwischen Thema und Titel unterschieden. Ein Titel ist ein spezifiziertes Thema, es repräsentiert einen Themenausschnitt. Für die Effizienz und Effektivität deines wissenschaftlichen Arbeitens ist es wichtig, dass du mit einem ausführlichen, genauen Titel arbeitest.

Das magische Quadrat der Themenwahl

Sag mal: Was machst du eigentlich so in deiner Freizeit? Spielst du Handball, obwohl du keine Bälle fangen kannst? Klimperst du auf dem Klavier rum, obwohl du – wie ich – nicht im Takt klatschen kannst? Wahrscheinlich selten.

Und im Studium? Wählst du Themen, die dich interessieren? Vermitteln dir diese Themen Spaß und setzen Sie bei deinen Fähigkeiten an? Das sollten sie nämlich.

 

Take-aways

Aktive Wahl

Bestimme über deine Unithemen, wann immer es dir möglich ist.

Deine Interessen

Wähle Themen, die zu deinen (privaten, beruflichen und universitären) Interessen passen.

Deine Fähigkeiten

Wähle Themen, bei denen du dich bereits auskennst.

Prüfer und Univorgaben

Bedenke bei der Themenwahl die Interessen und Fähigkeiten deines Prüfers sowie die Univorgaben.

Das magische Quadrat der Themenwahl

Bei der Wahl deiner Unithemen sollten deine Interessen und deine Fähigkeiten im Mittelpunkt stehen. Daneben musst du dich an Univorgaben orientieren und die Interessen und Fähigkeiten von Dozierenden berücksichtigen. Daraus ergibt sich das magische Quadrat der Themenwahl:
 

Teil 1: Deine Interessen – der oft vergessene Themenaspekt

Ob Arbeit oder Studium – allzu oft sehen Menschen ihre Aufgaben als Pflicht an. Lassen wir die Arbeit mal außen vor. Ein Studium ist freiwillig, keine Pflicht. Und ein Studium darf Spaß machen, es darf dich sogar begeistern.

Das tut es allerdings nur mit interessanten Unithemen. Deshalb:

„Bearbeite Themen, die dich begeistern.“

Immer, jedes Mal. Sofern du kannst. Klar, bei einigen Uniaufgaben werden dir Themen vorgegeben. Ich verstehe nicht ganz, warum das Unis nach dem Grundstudium tun, aber geschenkt. Wenn du kannst, wählst du Themen, die dich zumindest ansatzweise begeistern – die erste Ecke des magischen Quadrats der Themenwahl.

Vielleicht denkst du jetzt: Mich begeistert an meinem Studium gar nichts. Meine erste Antwort hierauf: Dann solltest du überlegen, ob du das richtige Fach studierst. Doch fernab davon: Meistens interessieren uns genügend Dinge, wir fragen uns nur nicht oft genug, welche das sind.

Orientierungsfragen:

  • Bei welchen Unithemen hatte ich bisher am meisten Spaß?
  • Was begeistert mich in meiner Freizeit (Sport, Kunst, Psychologie etc.)?
  • Was begeistert mich in meinem Beruf oder an der Uni?

Private und berufliche Interessen

Diese Fragen bringen zwei weitere Aspekte in die Begeisterung ein. Es gibt nahezu immer die Möglichkeit, Unithemen mit deinen privaten Interessen zu verknüpfen. Das Gleiche gilt für deine beruflichen Begeisterungsfelder. Du arbeitest im Vertrieb und liebst es, zu verkaufen? Dann wähle Verkaufsthemen für dein Studium.

Das Beste an begeisternden Themen ist: Sie erhöhen nicht nur die Motivation, sondern auch deine Leistung. Denn die Themen, für die du dich begeisterst, sind meist auch jene, in denen du schon etwas kannst. Und damit kommen wir zum zweiten Teil des magischen Quadrats der Themenwahl.

Teil 2: deine Kompetenz als Faktor der Themenwahl

Ich liebe Metapläne. Bachelor- und Masterstudiengänge sind modularisiert. Meist führt dies dazu, dass wir jedes Modul als einzelnen Ausschnitt oder als einzelne Aufgabe ansehen. Bedenken wir jedoch die Schnittmengen zwischen einzelnen Modulen, erkennen wir interessante Themen in Bereichen, die uns eigentlich gar nicht interessieren. So schaffen wir Synergien und können besser/schneller arbeiten.

Ein Beispiel:

Mein Germanistikstudium war dreigeteilt: Mittelhochdeutsch, Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft.

Für Mittelhochdeutsch hatte ich nicht so viel übrig, mein Steckenpferd war von Beginn an die Sprachwissenschaft. Über zwei kleine Denkschritte bekam ich mich trotzdem motiviert. Ich habe erkannt: Mittelhochdeutsch ist nicht wirklich etwas anderes als Literaturwissenschaft mit älteren Geschichten. Da mir gleichzeitig klar war, dass Sprachwissenschaft im Wesentlichen Literaturwissenschaft ergänzt um alltagssprachliche Texte und Gespräche ist, hatte ich meine Schnittmengen:

  1. Was unterscheidet mittelhochdeutsche von modernen Werken?
  2. Was unterscheidet Literatur von anderen Textsorten?

Ich habe mich dann durchgehend gefragt, wie erfolgreiche Geschichten oder Texte aufgebaut sind. Das war das, was mich auch in der Praxis des Textens interessiert hat.

Als gebürtiger Wormser habe ich mich im Mittelhochdeutschen mit dem Nibelungenlied auseinandergesetzt, das ich ohnehin schon aus meiner Kindheit kannte. Und schon hatte ich eine gewisse Begeisterung und ein Interesse an meinem Thema. In der Folge konnte ich mein Wissen aus dem Mittelhochdeutschen für die Literatur- und Sprachwissenschaft nutzen und kam hier zügiger und besser voran.

Metaplan im Master

Lass mich dieses zügige und bessere Fortschreiten mit einem zweiten Beispiel belegen:

In meinem Master ging es mir ausschließlich um eine Frage: Was macht erfolgreiche Unternehmenstexte aus? Die wissenschaftliche Textsorte habe ich bereits studienbegleitend über Text-Kompass abgedeckt. Mein Metaplan war damit fixiert und ich habe 90 % meiner Prüfungen zu Unternehmenstexten absolviert. Zwei Semester vor meiner Masterarbeit bin ich dann auf die Diskurslinguistik aufmerksam geworden und habe sie zu meiner Disziplin erkoren.

Also habe ich in meiner letzten Hausarbeit die Unternehmenskommunikation von RWE diskurslinguistisch untersucht.

In meiner Masterarbeit habe ich hierzu eine Methodenkombination entwickelt und die Kommunikation eines Versicherers betrachtet. Dass ich in der Masterarbeit die Grundlagen der diskurslinguistischen Analyse von Unternehmenskommunikaten nicht mehr neu erfinden musste, ist klar. Außerdem wusste ich von der Note meiner Hausarbeit, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das macht die Masterarbeit ein gutes Stück entspannter.

Ich habe im Master folglich an meinen Interessen und Kompetenzen angesetzt und diese erweitert.

Verknüpfung Praxis- und Theoriewissen

Wenn du berufsbegleitend studierst, fällt dir dies vermutlich noch leichter. Sobald du nämlich dein Praxiswissen mit deinem theoretischen Wissen verknüpfst, argumentierst du auf einem sehr viel besseren Niveau. Es ist deshalb durchaus sinnvoll, Uniaufgaben mit beruflichen Aufgaben oder gar Problemen aus dem eigenen Unternehmen zu verknüpfen.

Durch Metapläne arbeiten wir zusammenfassend nicht nur schneller. Wir arbeiten auch besser. Der Grund hierfür ist recht simpel. Beginnen wir bei einem uns interessierenden Thema, zu dem wir bereits etwas erarbeitet haben, ist bereits Wissen vorhanden. Wir denken also direkt auf einer spezifischeren Ebene, können Beispiele und Argumentationen bilden. Wählen wir hingegen Themen, zu denen wir noch nie etwas erarbeitet haben, beginnen wir bei Null.

In einer wissenschaftlichen Arbeit bedeutet diese Null, dass wir die definitorischen Grundlagen für unsere Thesis bis zu einem gewissen Punkt wegwerfen können, da sie weit hinter dem Forschungsstand liegen. Das ist mir nicht erst einmal untergekommen. Das Zusatzproblem: Die Schreiber brauchen viel Zeit, um diese wenig nützlichen Definitionen zu erarbeiten. Das ist das absolute Gegenteil von effizientem und effektivem Arbeiten.

Klar, du kannst dich auch durch ein doofes Thema durchbeißen und dir danach wie King Kong auf die Brust hauen. Du kannst aber auch motiviert und zügig zu einem guten Ergebnis kommen – mit einem Thema, bei dem du dich auskennst und das dich interessiert.

Orientierungsfragen:

  • Bei welchen Unithemen habe ich bisher die besten Ergebnisse erzielt?
  • In welchen (beruflichen) Bereichen bin ich Experte/Expertin?

Deine Interessen, deine Fähigkeiten, deine Unithemen

Zusammengefasst sollten deine Unithemen deinen Interessen und deinen Fähigkeiten entsprechen. So macht das Studium am meisten Spaß. Wähle deine Themen deshalb bewusst, wann immer du die Wahl hast.

Wenn du keine Wahl hast, solltest du das vorgegebene Thema so spezifizieren, dass es bestmöglich zu deinen Interessen und deinen Fähigkeiten passt. Es gibt immer Schnittmengen zwischen Themen und dir.

Pick dir die Themenrosinen raus 😊

Teil 3: die Univorgaben

Da es diese Schnittmengen immer gibt, ist es halb so wild, dass du dich bei der Themenwahl an die Modulbeschreibungen deiner Uni halten musst. Studiere diese vor der Themenwahl, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Teil 4: die Interessen und Fähigkeiten des Dozierenden

Neben dir und den Univorgaben gibt es im Textsortenmodell des wissenschaftlichen Arbeitens noch eine andere Personengruppe: die Prüfenden. Ich halte mich hier kurz: Deine Unithemen sollten auch zu den Interessen und Fähigkeiten der Dozierenden passen. Sobald ein Prüfer Interesse für dein Thema hat, ist er in der Betreuung deiner Uniaufgabe regelgeleitet motivierter. Kombinierst du seine Interessen und Fähigkeiten mit deinen, ist es sogar gut möglich, dass du der Gedankenwelt des Dozierenden einen kleinen Baustein hinzufügst. Auch für Dozierende ist das eine super Sache.

Orientierungsfragen:

  • Wozu arbeitet/forscht mein Prüfer?
  • Was interessiert ihn neben der Uni (das lässt sich in Vorlesungen und Seminaren gut heraushören)?

Zusammenfassung

Du! füllst zwei Ecken des magischen Quadrats der Themenwahl. Wenn du kannst, solltest du immer Themen wählen, die deinen Interessen und deinen Fähigkeiten entsprechen. Das dritte Eck bilden die Interessen und Fähigkeiten deines Prüfers, das vierte die Univorgaben.

Dein Schreibtyp – schreibe so, wie es zu dir passt.

Wenn es ums Schreiben von Unitexten geht, haben viele gute Tipps für uns. Von den Dozierenden über Kommilitonen bis hin zu Bekannten, die auch mal studiert haben. Viel zu oft – und das ist ein echtes Problem im Kampf gegen Schreibblockaden und effizientes Texten – sind diese Tipps individuelle Erfahrungsberichte. Für dich müssen diese Tipps nicht sinnvoll sein, denn jeder schreibt anders. Anders ausgedrückt: Es gibt unterschiedliche Schreibtypen.

Take-aways

Schreibumgebung

Frage dich, wo du wann mit wem am besten schreibst. Nutze dieses Wissen insbesondere, wenn du unter Zeitdruck stehst.

Individuum

Du! schreibst deine Unitexte. Schreibe also so, wie es zu dir passt.

Schreibtyp

Ermittle deinen Schreibtypen und benenne deine Stärken und Schwächen im wissenschaftlichen Schreiben.

Optimierung

Baue auf deinen Schreibstärken auf und bedenke deine Schwächen, so kommst du motiviert zu effizienteren Textprozessen.

 

Schreibprozess

„Fange bloß nicht zu früh mit dem Schreiben an. Bevor du deine Literatur nicht gelesen hast, produzierst du ohnehin nichts Lesbares.“ „Deine Arbeit muss eine Story haben. Wenn du eine Story erzählst, ist alles gut.“ Dies sind zwei Beispiele für Tipps von Dozierenden bzw. Kommilitonen, die mir so untergekommen sind. Was ist das Problem daran? Na, dass du schreiben sollst, wenn du schreiben willst. Nur weil du etwas schreibst, heißt das schließlich nicht, dass du es nicht mehr umschreiben kannst. Ich muss zum Beispiel viel schreiben, um Aussagen zu gewinnen. Der Seitenzähler meiner Masterarbeit stand mal auf 180, am Ende habe ich auf 80 Seiten runtergekürzt. Das tut weh, aber ich habe realisiert, dass das zu meinem Schreibstil gehört. Ich bin der kreative Schreiber. Andere Schreibende müssen zuerst alles lesen und feingliedern, um überhaupt etwas aufs Papier zu bekommen – die analytischen Schreiber. Dazwischen gibt es unterschiedliche Abstufungen, doch zunächst einmal zum wesentlichen Element dieses Beitrags: dir.

Das Individuum im Schreiben

Im Blogbeitrag „Die Individualitätslüge – warum deine Uniaufgaben keine Sonderfälle sind“ sagte ich, dass Prüfer, Thema und Forschungsstand für deinen Unierfolg nicht entscheidend sind. Stattdessen bist du für deinen Erfolg verantwortlich bzw. du stehst im Zentrum des wissenschaftlichen Tuns. Dies zeigte zunächst Hayes in seinem Schreibprozessmodell. In diesem stehen das Individuum, seine Motivation und seine kognitiven Prozesse im Zentrum.

Daneben ist die Schreibumgebung ein Effizienz- und Effektivitätsfaktor. Schreibst du gerne neben deiner besten Freundin? Lieber in der Bib oder am heimischen Schreibtisch? Morgens oder abends? Dies sind wichtige Fragen, wenn es um die Aufgabenumgebung geht.

Ich verbleibe hier mit einem kurzen Tipp:

Reflektiere, wo du mit wem wann am besten schreibst.

Der Beitrag konzentriert sich nun auf das Wie deines Schreibens.


Eigene Darstellung nach Hayes 1996, 4.

 

Um zu erfahren, wie du am besten schreibst, solltest du klären, wie du bisher geschrieben hast:

  • Welche Texte sind dir gelungen, welche eher weniger?
  • Und vor allem: Warum ist dir ein Text besser gelungen als ein anderer.

Kommunikationsoptimierung

Schreiben lernst du durch das Schreiben, da Schreiben eine Problemlöseaufgabe ist. Je häufiger du ähnlich gelagerte Probleme löst, desto routinierter wirst du.

Die Schwierigkeit: Im wissenschaftlichen Schreiben führt dies bei den allerwenigsten zu effizienten und effektiven Schreibprozessen. Dies hängt mit der Erfahrung der Schreibenden und der Komplexität wissenschaftlichen Arbeitens zusammen (s. Schreibcoaching).

Nur durch das Tun, das wissenschaftliche Schreiben, kommen wir also nicht auf einen grünen Zweig. Stattdessen müssen wir unser Schreiben angeleitet reflektieren. Erst dann ist Kommunikationsoptimierung möglich.

 „Kommunikationsoptimierung ist bewusstes Eingreifen in das kommunikative Handeln, das mit dem Ziel vorgenommen wird, die Kommunikation im Hinblick auf bestimmte Merkmale zu verbessern.“ (Schubert 2009, 110)

Die Merkmale der Kommunikationsoptimierung lassen sich zweiteilen. Erstens kann das Produkt des Schreibens, der Text, optimiert werden. Das ist logisch. Zweitens aber kann der Prozess verbessert werden. Es geht also um effizienteres und besseres Arbeiten. Nebenbei macht das wissenschaftliche Arbeiten mehr Spaß, wenn du es so angehst, wie es für dich passt. Damit dir das gelingt, musst du dein Schreiben einordnen oder benennen können. Erst wenn du etwas benennen kannst, ist es dir möglich, dieses Wissen zu nutzen.

Alle Wege führen nach Rom

Der Weg zum Text kann und soll jedoch individuell sein. Er sollte an deinen persönlichen Vorlieben ansetzen und nach und nach in Richtung eines starken Textes verlaufen. Schreibtypen bilden genau diese Vorlieben ab. Sie zeigen deine natürlichen Schreibneigungen. Das ist ähnlich anzusehen wie die Frage, ob du Rechts- oder Linkshänder bist. Eine Vorliebe ist angelegt, doch es sind Entscheidungen in deinem Leben, die dazu führen, mit welcher Hand du schreibst oder einen Tennisschläger hältst. Und es ist die Übung mit der „schwachen“ Hand, die ausschlaggebend dafür ist, wie gut du mit dieser Hand Aufgaben bewältigen kannst.

Schreibtypen geben dir also einen Orientierungspunkt, um dein Schreiben zu reflektieren. Wir unterscheiden zunächst zwischen zwei Schreibtypen, die ich bereits genannt habe.

1.  Der kreative Schreiber

Der kreative Schreiber entwickelt eine Fülle an Ideen beim Schreiben. Er schreibt viel in kurzer Zeit und in einer anregenden Sprache. Ihm gehen jedoch häufiger die Struktur des Textes und dessen Verständlichkeit ab. Der Leser versteht nicht direkt, was er aussagen möchte. Allein wenn dem kreativen Schreiber bewusst ist, dass er teils unverständlich schreibt, kann er dagegen ankämpfen.

2. Der analytische Schreiber

Er gliedert seine Textabschnitte und Aussagen bis ins kleinste Detail. Bis er schreibt, vergeht viel Zeit. Doch wenn er etwas schreibt, ist es gut verständlich. Dafür fehlt den Texten des analytischen Schreibers häufig ein Schuss Originalität. Mit gezielten Fragen und einer kreativen Aufgabe kann der analytische Schreiber diese Originalität nachträglich in seinen Text integrieren.

So können beide Schreibtypen zu guten Texten kommen, wenn sie wissen, worauf sie bei der Textentstehung achten müssen. Sie können in den einzelnen Phasen darüber hinaus Techniken wählen, die in den Phasen des wissenschaftlichen Arbeitens zu ihrem Schreibtypen passen.

Beispiel Themenfindung

Nehmen wir die Identifikation einer Forschungslücke oder – weniger hochtrabend – die Themenfindung als Beispiel:

Der kreative Schreiber findet sein Thema gegebenenfalls einfach, indem er mehrere Minuten zum Thema „Meine nächste Uniarbeit“ schreibt. Anschließend schaut er sich das Geschriebene an und leitet ein Thema ab.

Der analytische Schreiber sollte hier anders vorgehen. Wahrscheinlich sortiert er zunächst alle Unterlagen, die ihm für seine nächste Arbeit vorliegen und liest die aus seiner Sicht wichtigste Literatur, ehe er ein Thema andenkt.

Das Ziel ist das Gleiche: Am Ende muss ein Thema stehen, das dann zu einem Titel ausgebaut werden kann. Und in Bezug auf dieses Ziel sollte es nicht zu Denkblockaden oder langwierigen Entscheidungsprozessen kommen. An welcher Stelle du den Weg zum Ziel beginnst, bleibt dir überlassen. Die Hauptsache ist, dass du etwas tust.

Entwicklungsrichtungen

So viel zur Theorie. In der Praxis sind fast alle Schreibenden Mischtypen. Ich unterscheide dabei zwei Subtypen: den analytisch-kreativen und den kreativ-analytischen Schreiber. Dass diese Typen so nah an den beiden Extremtypen (analytischer und kreativer Schreibtyp) formuliert sind, hat einen Grund:

Es geht im Schreiben darum, sowohl kreative als auch analytische Komponenten für einen effizienten und effektiven Schreibprozess einzusetzen. Wir entwickeln uns hier auf einem Kontinuum. Am besten ist es dabei, wenn wir Mittel und Wege finden, um Schreibstärken zu nutzen und Schwächen auszumerzen. Mit zunehmender Erfahrung wird dies immer leichter, es gibt aber auch Abkürzungen in Form von sinnvollen Schreibaufgaben, die zielsicher zu den Zielen des wissenschaftlichen Arbeitens führen.

Wer also seinen Schreibtypen kennt, kann sein Schreiben bewusst weiterentwickeln. Damit geht er den ersten Schritt in Richtung effizienter Textprozesse.

Schreibtypentest

In unserer Kultur sind die Strukturfolger übrigens in der Mehrheit. Das ist auch in Ordnung so. Generell: Bei den Schreibtypen gibt es kein besser oder schlechter. Es stellt sich nur die Frage, ob wir bereit sind, unser Schreiben zu verbessern.

Bist du bereit dazu? Dann habe ich hier den Schreibtypentest für dich:

Der Test dauert zwei Minuten, die Auswertung erfolgt direkt – ohne Datenabfrage – und du erhältst in der Auswertung erste Schreibtechniken an die Hand.

Zusammenfassung

Mit der Ermittlung deines Schreibtypen kannst du dir deine Stärken und Schwächen im Schreiben bewusst machen. Anschließend gelingt es dir, deine Stärken zu nutzen und deine Schwächen im Texten zu bedenken.

Quellen:

Hayes, John R. (1996): A new framework for understanding cognition and affect in writing. In: The science of writing. Theories, methods, individual diferences, and applications., 1–27.

Schubert, Klaus (2009): Kommunikationsoptimierung: Vorüberlegungen zu einem fachkommunikativen Forschungsfeld. In: trans-koom, 2, 1, 109–150.

Die Individualitätslüge – warum deine Uniaufgaben keine Sonderfälle sind

Etliche Studierende gehen davon aus, dass ihre Uniaufgaben Sonderfälle sind. Die Gründe hierfür sehen sie im Thema, im Forschungsstand oder bei ihren Prüfern. Das sind Fehleinschätzungen und Ausreden, die effizientem und sehr gutem wissenschaftlichen Arbeiten entgegenstehen – die Individualitätslüge. Die Wahrheit ist: Uniaufgaben, ob Haus-, Bachelor-, Masterarbeiten oder mündliche Prüfungen sind vergleichbar und dein Erfolg hängt von dir ab.

Take-aways

Themenwahl

Wähle Themen, die dich begeistern und zu denen du bereits etwas geschrieben bzw. erarbeitet hast.

Prüferwahl

Wähle, sofern du kannst, Prüfer, die klare und transparente Anforderungen an wissenschaftliches Arbeiten stellen.

Literaturzugang

Erkundige dich über Literaturzugänge deiner Universität und überprüfe Datenbanken zu deinem Fachgebiet.

Objektivität

Akzeptiere, dass deine Uniaufgaben keine Sonderfälle sind. Nur du bist für deine Leistung verantwortlich.

Die Individualitätslüge im wissenschaftlichen Arbeiten

„Wegen der Aktualität und Komplexität meines Themas ist es schwierig, eine allgemeingültige Definition für den Begriff x zu liefern.“

„Da es zum Thema X wenig wissenschaftliche Literatur gibt, beschränke ich mich bei meinen Literaturangaben auf Werk x.“

„Aufgrund der Literaturmenge zum Thema x kann hier nur ein Ausschnitt der Literatur betrachtet werden.“

Dies sind Beispiele von Studierenden, die ich oft lese und höre. Als Lektor und Prüfer bekommst du bei solchen Sätzen die Krise – ganz ehrlich. Schlimmer kannst du deine Literaturarbeit nicht diskreditieren.

Denn zu Beispiel 1: Jedes Thema einer wissenschaftlichen Arbeit sollte aktuell und komplex sein und eine Definition ist fast nie allgemeingültig, sie ist  eine Arbeitsdefiniton.

Zu 2.: Es gibt wirklich zu jedem Thema wissenschaftliche Literatur, vielleicht in Nachbardisziplinen, vielleicht unter anderen Oberbegriffen.

Und zu 3.: Selbstverständlich rezipierst du nur einen Teil der Literatur, nämlich jenen, der zu deiner Fragestellung passt.

Individualitätslüge Teil 1: dein Thema

Da sich solche Sätze dennoch in wissenschaftlichen Arbeiten finden, gibt es logischerweise etliche dahingehende Fragen und Aussagen in meinen Schreibcoachings.

„Aber es ist wirklich schwierig, weil das Thema so komplex ist.“

„Zu meinem Thema gibt es so viel Literatur.“

„Wie soll ich Aspekt y denn auf 40 Seiten auch noch berücksichtigen?“

Wie ich mit diesen Fragen umgehe? Nun, mir bleibt erstmal nichts anderes übrig, als darauf zu verweisen, dass wissenschaftliches Arbeiten eben komplex ist. Und dann kann ich erklären, wie mit komplexen Themen umzugehen ist: Durch Einschränkung des Themas und durch Entwicklung eines Roten Fadens.

Aus Motivationssicht hängen diese Fragen übrigens oft mit der Unsicherheit meiner Coachees zusammen. In diesem Fall lasse ich sie aufzählen, was sie denn bisher alles gemacht haben, und sie erkennen, dass sie ein gutes Stück vorangekommen sind. Reflexion ist ein wesentlicher Aspekt für ein erfolgreiches Studium.

Teil 1 der Individualitätslüge aufdeckend:

Dein Thema und der Forschungsstand zu diesem Thema sind ziemlich sicher eher Regel als Ausnahme. Falls nicht, solltest du dir über dein Thema Gedanken machen.

Tipp:

Wähle ein Thema, das deinen Interessen entspricht. So kommst du erst gar nicht in Versuchung, dir die Individualitätslüge selbst aufzubinden.

Individualitätslüge Teil 2: dein Prüfer

„Mein Prüfer hat ganz bestimmte Vorstellungen.“

„Die Notengebung meines Prüfers ist vollkommen willkürlich.“

„Jeder meiner Profs hat unterschiedliche Ansprüche.“

Ja, stimmt, jeder Prüfer ist anders. Deshalb ist es wichtig, Prüfermanagement zu betreiben bspw. Sprechstundentermine professionell vorzubereiten.

Prüfer haben in Teilen auch unterschiedliche Themenvorstellungen und Anforderungen an wissenschaftliche Arbeiten. Diese lassen sich mit Fragen und Recherche allerdings schnell klären. Denn dein Prüfer schreibt selbst zu seinen Lieblingsthemen und rezitiert Literatur, die er für gut empfindet. Klingt logisch, oder? Also wirf auch mal einen Blick in die Literatur deines Prüfers, auch wenn sie nicht zwingend etwas mit deinem Thema zu tun hat.

Und jetzt zur Antilüge: Die Notengebung hängt trotzdem nur zu einem ganz kleinen Teil von der Individualität deines Prüfers ab. Primär hängt sie von dir ab.

In den Worten einer berufsbegleitend Studierenden:

„Stimmt, ich war sehr überrascht als ich die Bewertungsbögen zu einer meiner Seminararbeiten gesehen habe. Die Prüfer standen nicht im Austausch und saßen an unterschiedlichen Orten. Dennoch waren nicht nur die Endnote, sondern auch die Noten auf die unterschiedlichen Bewertungskriterien nahezu identisch.“

Ich kann dem nur beipflichten. Wenn ich eine wissenschaftliche Arbeit vorliegen habe, gebe ich in sehr kurzer Zeit recht solide Prognosen über deren Benotung ab. Ohne die Schreiber und/oder Prüfer zu kennen.

Woran liegt das? Wissenschaftliches Arbeiten folgt ganz klaren Strukturen. Es ist, linguistisch ausgedrückt, eine Textklasse mit sehr festem konzeptionellem Konstrukt. Dies macht die Bewertung von wissenschaftlichen Arbeiten transparent und fair.

Dein Prüfer ist also auch keine Ausrede für deinen fehlenden Arbeitsfortschritt an der Uni oder während der Thesis-Zeit.

  • Weder dein Thema noch der Forschungsstand oder dein Prüfer sind Sonderfälle.

Nutze diese drei Dinge also bitte nicht als Ausrede und vor allem: Formuliere deine Unsicherheit nicht in deinen Arbeiten.

Von schwarzen Schafen

Wie bei allem gibt es auch bezüglich der Individualitätslüge schwarze Schafe. Diese liegen nicht in deinem Thema, aber ggf. doch bei deinen Prüfern. Wie ich in meinem Beitrag zum Schreibcoaching erklärt habe, haben Prüfer oft wenig Zeit für deine Betreuung. Und dann kommt es schon mal vor, dass Verwechslungen entstehen oder ein Gutachten selbst nicht den Kriterien der Wissenschaftlichkeit entspricht. Auch Wissenschaftler sind nicht vor Fehlern gefeit. Da es an den meisten Unis nur sehr schwer ist, ein Gutachten anzuzweifeln bzw. eine verbesserte Note zu erhalten, müssen wir damit wohl in letzter Konsequenz leben.

Präventiv kannst du aber…

  1. so arbeiten, dass gar kein Grund für Kritik besteht (logisch).
  2. Prüfer wählen, mit denen du persönlich klarkommst und von denen du weißt, dass sie fair benoten.

Ich meine mit fair nicht, dass sie Noten verschenken, sondern dass sie transparent sind und ihre Gutachten nachvollzogen werden können.

Tipps gegen die Individualitätslüge

Die beste Alternative zur Individualitätslüge ist natürlich: Suche gar keine Ausreden.

Damit dich die Individualitätslüge nicht belastet, gebe ich dir folgende drei Meta-Tipps:

  1. Bereite jedes Prüfergespräch vor und erstelle im Nachhinein ein Protokoll.
  2. Such dir ein Thesis-Thema, das dich wirklich interessiert. Dann kannst du auch einschätzen, wie tief du in das Thema eingestiegen bist.
  3. Gehe professionell mit der Literatursuche um. Wo findest du Literatur? Welche Synonyme gibt es für deine Suchbegriffe? Kannst du in Nachbardisziplinen Literatur finden?

Berücksichtigst du diese Tipps, ereilt dich die Individualitätslüge nicht. Das Positive: Schreibblockaden und Selbstzweifel werden dadurch sehr viel unwahrscheinlicher.

Wir sind alle individuell

Thema und Prüfer sind zusammengefasst kein Grund für deine Thesis-Schwierigkeiten. Es gibt zu allen Themen Literatur und wissenschaftliches Arbeiten ist prinzipiell transparent. So sind die Ergebnisse von wissenschaftlichen Prüfungen regelgeleitet gut vergleichbar.

Was jedoch individuell bist, bist du. In Bezug auf wissenschaftliches Arbeiten sind deine Neigungen bei der Bearbeitung von Teilaufgaben sehr relevant. Dies wird viel zu selten wahrgenommen. Stattdessen gehen die meisten Personen davon aus, dass vergleichbare Ergebnisse auf vergleichbaren Wegen entstehen. Stattdessen aber ist es für die Effizienz und die Effektivität deines Unilebens von großer Bedeutung, deine eigenen Prozesse zur Lösung verschiedener Problemstellungen zu finden. Daher ist es stark zu hinterfragen, wenn dir ein Prüfer sehr genau vorschreibt, wie deine Herangehensweise auszusehen hat. Denn damit nimmer er dir die Möglichkeit, Probleme auf deine Weise zu lösen. Demotivation, langsames Arbeiten und schlechtere Noten können die Folge hiervon sein.

Damit das nicht passiert, solltest du erkennen, wie du Probleme löst. Beim wissenschaftlichen Schreiben bedeutet das:

Lerne, wie du am schnellsten und am besten schreibst.

Der Weg dorthin verläuft über die Ermittlung deines Schreibtypen. Im nächsten Blogbeitrag werden die verschiedenen Schreibtypen Thema sein. Wenn du deinen Schreibtypen vorab schonmal ermitteln willst, kannst du dies hier tun:

Zusammenfassung

Wissenschaftliches Arbeiten folgt festen Regeln. Diese sind so klar, dass Prüfer bei deinen Texten und Gesprächen für gewöhnlich zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Folgst du den Regeln wissenschaftlichen Arbeitens konsequent, steht deinem Unierfolg nichts im Wege.

Deine Thesis muss die Welt nicht verändern

„Sehr geehrter Herr Gugumus,

wie jeder seriöse Verlag publizieren wir keine Masterarbeiten mehr …“

Warum eigentlich? Das dachte ich mir, als ich nach einem Verlag für meine Masterarbeit suchte und diese Antwort immer wieder bekam.

Wahrscheinlich weil Bachelor- und Masterarbeiten zu wenig Erkenntnispotential in sich tragen. Dafür ist die Erarbeitungszeit zu kurz. Und: Wissenschaftlicher Fortschritt entsteht Schritt für Schritt, in langen Prozessen. Das bedeutet für Thesis-Schreibende: Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens ist wichtiger als die weltverändernde Idee für deine Thesis. Wie ich zu dieser Einschätzung komme, zeige ich dir in diesem Blogpost.

Take-aways

Realismus

Akzeptiere, dass du mit deiner Thesis die Welt nicht maßgeblich verändern kannst.

Taktik

Konzentriere dich zunächst auf das wissenschaftliche Arbeiten, der Rest (die Kreativität) kommt von ganz allein.

Planung

Schränke deine Bearbeitungsthemen so ein, dass du sie in der angegebenen Zeit bewältigen kannst.

Suche nach einem Verlag

Mitte 2018 war es endlich so weit. Nach dreimonatigem Warten auf meine mündliche Prüfung und zweimonatigem auf mein Zeugnis durfte ich mich endlich Master der Linguistik nennen. In meiner mündlichen Prüfung habe ich dann auch die Note für meine Masterarbeit bekommen. Mein Prof hat mir wärmstens empfohlen, meine Thesis zu publizieren. Die Suche nach einem Verlag gestaltete sich jedoch problematisch. Obige Nachricht erhielt ich von allen Verlagen, die ich angefragt habe. Die Notlösung: Über den Open-Source Dokumentenserver der Uni Heidelberg konnte ich meine Masterarbeit ohne Kosten öffentlich zugänglich machen.

Praxis wissenschaftlicher Verlage

Ich habe mir in der Folge Gedanken über die Verlagspraxis bezüglich wissenschaftlicher Qualifikationstexte gemacht. Dabei ist mir eine Parallele zu meinen Schreibcoachings aufgefallen. Immer wieder sage ich zu meinen Coachees: „Du musst die Welt mit deiner Thesis nicht verändern. Stattdessen kannst du stets nur einen bestimmten Ausschnitt deines Themas aus einem bestimmten Blickwinkel beleuchten.“

Das hat zur Folge, dass dieser Ausschnitt und die Perspektive auf das Thema ausgewählt werden müssen. Mit anderen Worten: Das Thema muss eingeschränkt werden. Denn wenn ich sage, „Du musst mit deiner Thesis die Welt nicht verändern“, ist das nicht ganz richtig. Du kannst sie mit deiner Thesis nicht verändern. Dafür sind drei bis sechs Monate einfach zu wenig Zeit. Die Komplexität wissenschaftlichen Arbeitens ist zu hoch, um alle Aufgaben so zu lösen, dass ein überkreatives Produkt entsteht.

Also:

Lass die Siebenmeilenstiefel den Märchenfiguren

Ok, oft sind es die kleinen Dinge, die große Veränderungen bewirken. Denn Innovation beruht meist auf der Anpassung, Spezifizierung oder Generalisierung eines gewissen Aspekts innerhalb eines Produktes oder einer Dienstleistung.

Wie ist bspw. Zalando großgeworden? Unter anderem indem sie von Beginn an auf Versandkosten verzichtet haben. Ziemlich klug, weil langfristig gedacht. Der Kunde, der vier Kleidungsstücke zu Hause hat, kauft eher eines mehr als eines zu wenig. Kleiner Schritt, große Wirkung. Allerdings ein kleiner Schritt, der sehr viel Personal, Geld und vor allem Zeit kostete.

Für deine Thesis fehlen dir die Zutaten Personal, Zeit und Geld, um einen bahnbrechenden Wandel zu initiieren. Du kannst daher die Welt nicht verändern.

Also: Baue auf dem Bestehenden, der Literatur und den aktuellen Modellen, auf und adressiere einen ganz bestimmten Themenaspekt. Diesen beleuchtest du mit einer empirischen Methode und kannst dann sagen, dass weitere Forschung die gefundenen Zusammenhänge überprüfen sollte.

Das ist realistisch. Und dafür brauchst du eine handhabbare, eingeschränkte Forschungsfrage, die den Forschungsbereich einen kleinen Schritt weiterbringt. Ein kleiner Schritt, dessen Wirkung wegen der zur Verfügung stehenden Zeit in aller Regel überschaubar ist.

Planst du die Mondlandung?

Es kommt in Bezug auf die Notengebung folglich mehr auf die saubere Herleitung des Forschungsstandes und die saubere empirische Herangehensweise als auf die weltverändernde Idee an.

  • Technik vor Weltveränderung. Zweiteres kannst du an anderer Stelle versuchen.

All das bedeutet nicht, dass du für dein Thesis-Thema keine Leidenschaft entwickeln oder dass du deine Kreativität einschränken sollst. Vielmehr ist die saubere wissenschaftliche Grundlage der Garant für Ergebnisse, die Kommilitonen, Profs und auch zukünftige Arbeitgeber beeindrucken – wenn auch nicht die Welt verändern.

Bei deiner Thesis gilt das Anti-Armstrong-Prinzip:

Ein großer Schritt für dich, ein kleiner Schritt für die Menschheit.

Aus eigener Erfahrung

Ich spreche hier aus eigener Erfahrung. Vor meiner zweiten Bachelorarbeit dachte ich: Bisher hast du viele sehr gute Unitexte geschrieben und machst jetzt mal etwas ganz Besonderes. Auf 40 Seiten, so mein Plan, wollte ich die Motivationspsychologie und die Verhaltensforschung in Bezug auf Entscheidungen mit der Sprachwissenschaft zusammenbringen. Meine nichtempirischen Elemente waren meine Intuition und Literatur. Ganz schlechte Basis, weil Intuitionen kein wissenschaftliches Fundament bilden und ich keine Empirie durchgeführt habe, um die nichtvorhandene Basis zu überprüfen. Nach acht zeitintensiven Wochen, etlichen Gliederungsänderungen und im Dunkelnstochern stand meine Thesis. Sie war mit einer 1,7 die schlechteste Arbeit, die ich in der Germanistik geschrieben habe.

In meine Masterarbeit habe ich zwei Jahre später unwesentlich mehr Zeit gesteckt und sie mit 1,0 abgeschlossen. Diesmal hatte ich einen sehr klaren Plan. Durch die Kombination eines betriebswirtschaftlichen Modells mit einer sprachwissenschaftlichen Methode konnte ich die Unternehmenskommunikation von Versicherern zielführend analysieren. Bis zum Analyseteil war vieles in meiner Thesis Dienst nach Vorschrift. Da ich genau wusste, was ich machen wollte, und eine gute empirische Grundlage geschaffen hatte, konnte ich im Ergebnisteil kreativ werden. Insgesamt entstanden daraus 28 Handlungsempfehlungen für die Unternehmenskommunikation von Versicherungsunternehmen.

Publikationsalternative

Jedenfalls: Verlage wissen, dass wissenschaftlicher Fortschritt Zeit braucht. Zudem muss eine Idee erstmal von Fachexperten akzeptiert werden. Daher publizieren sie eben keine Bachelor- und Masterarbeiten mehr. Ein bisschen schade, aber auch verständlich.

Möchtest du dennoch mal in meine Masterarbeit reinlesen? Du findest sie auf dem Open-Source-Server der Universität Heidelberg. Hier durfte ich mit Bestnote und auf Empfehlung meines Profs publizieren, allerdings eben nicht in einem „seriösen“ Verlag: Klick hier.

Danke fürs Lesen

Christian

Zusammenfassung

Beim wissenschaftlichen Arbeiten im Studium musst du vor allem nachweisen, dass du wissenschaftlich arbeiten kannst. Für die Benotung deiner Texte gilt daher: Die Technik des wissenschaftlichen Arbeitens steht über der hochkreativen Idee.

Ein Plagiat musst du wollen

Viele Studierende fürchten sich vor dem Begriff Plagiat. Spätestens seit der Affäre um Karl-Theodor zu Guttenberg ist das Plagiat ein öffentlichkeitswirksames Thema. Aufklärung wird dennoch zu selten geleistet. Stattdessen bieten einige Online-Lektorate eine Plagiatsprüfung an. Ist das sinnvoll? Ich meine, nicht wirklich. Es sei denn, du hoffst, deine unehrenhaften Absichten verdecken zu können.

Take-aways

Intentionalität

Du möchtest kein Plagiat produzieren? Dann produzierst du auch keines, denne ein Plagiat musst du wollen.

Zeitmanagement

Oftmals entstehen Plagiate wegen einer Zeitnot. Beginne einfach rechtzeitig mit deinen Uniaufgaben.

Literaturarbeit

Wer korrekt zitiert, vermeidet die Plagiatsgefahr. Erlerne also das korrekte Zitieren.

Individualität

Richte alles, was du bei deinen Unitexten tust, an deiner Fragestellung aus. So kommst du zu individuellen Prozessen.

Überarbeitung

Nimm dir Zeit für die mehrfache Überarbeitung deines Textes. Dadurch entfernst du dich zwangsläufig von den Originalquellen.

Das Plagiat als Bedrohung

Es ist die Horrorvorstellung eines jeden Thesis-Schreibenden: drei bis sechs Monate in die Thesis stecken und dann durchfallen. Für wissenschaftlich wenig erfahrene Schreibende scheint das Plagiat dabei eine echte Bedrohung zu sein. Klar, wirst du des Plagiats bezichtigt, ist das Betrug und du fällst durch deine Abschlussprüfung. Trotzdem ist Plagiarismus meiner Meinung nach mehr Mythos als reale Gefahr.

Fragen gegen Plagiarismus

Mit folgenden Fragen kannst du Plagiarismus zu 95 % ausschließen:

  • Hast du die aus der Literatur übernommenen Gedankengänge sehr selten kenntlich gemacht?
  • Hast du mehrere Seiten von Kommilitonen oder aus Büchern 1:1 übernommen?
  • Hast du deine Fragestellung von einer anderen Person 1:1 übernommen?

Wenn du eine dieser Fragen bejahen musst, hast du ein Problem – dann weißt du aber auch, dass du schlecht wissenschaftlich gearbeitet hast. Kannst du alle verneinen, sieht es hinsichtlich der Plagiatsvermeidung gut für dich aus. Um zu erklären, warum diese Fragen gegen ein Plagiat sprechen, beginne ich mit der Definition des Plagiats.

Plagiat in Bachelor- und Masterarbeiten

Ein Plagiat ist für mich:

die Übernahme fremden Gedankengutes in kritischem Ausmaß ohne Kenntlichmachung.

In dieser Definition deutet „kritisches Ausmaß“ auf einen Ermessenspielraum hin. Wenn du nun ein oder zwei Mal zu nah am Originaltext formulierst, führt dies noch nicht zur Feststellung eines Plagiats. Wird es mehr oder steckt hinter deinem Plagiieren böse Absicht, sieht das natürlich anders aus. Wer ganze Textteile kopiert, hat sich seine 5 redlich verdient.

Sofern du die Übernahme fremden Gedankenguts jedoch kenntlich machst, liegt kein Plagiat vor. Anders ausgedrückt: Wenn du keine bösen Absichten hegst und bereit bist, deine Aussagen zu belegen, hast du nichts zu befürchten.

Falls deine Angst vorm Plagiat noch nicht gänzlich verschwunden ist oder du wenig Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten hast – hier kommen Tipps zur Plagiatsvermeidung. Wichtig: Diese Tipps helfen dir nicht nur dabei, ein Plagiat zu vermeiden. Vielmehr symbolisieren sie effizientes und effektives Thesis-Texten.

Metatipps für die Plagiatsvermeidung

Wer wissenschaftlich arbeitet, produziert keine Plagiate. Daher lautet Tipp eins der Plagiatsvermeidung: arbeite wissenschaftlich. Mit dieser Wissenschaftlichkeit gehen Anforderungen an deine Aufgabenbewältigung einher:

  • Orientiere dich bei allem, was du tust, an deiner Fragestellung.

Mit einer gut gewählten Fragestellung, die einen Aspekt eines wissenschaftlichen Themas spezifiziert, modifiziert oder erweitert, hast du bei allen Thesis-Aufgaben einen Fixpunkt. Zudem beantwortest du eine einzigartige Fragestellung und diese Einzigartigkeit verhindert ein Plagiat.

  • Rezipiere deine Literatur gezielt und erlerne das Exzerpieren.

Gezieltes Lesen/Rezipieren bedeutet, dass du jene Literatur bearbeitest, die für deine Fragestellung relevant ist. Das Gelesene münzt du in die Beantwortung eines Teils deiner Fragestellung um, wodurch du dich automatisch vom Originaltext entfernst. Gute Exzerpte helfen dir zusätzlich.

  • Überarbeite deinen Text mehrfach.

Wenn du deinen Thesis-Text mehrfach überarbeitest, entfernst du dich automatisch von der Originalfassung.

Zitationstipps für die Plagiatsvermeidung

Zitation meint die Kenntlichmachung fremden Gedankenguts. Damit dies gelingt, solltest du zitieren können. Deshalb:

  • Beschäftige dich vorab mit deinem Zitationsstil.
  • Unterscheide konsequent zwischen direkten und indirekten Zitaten.
  • Zitiere jeden Gedankengang einzeln.
  • Nutze Mehrfachbelege, um auf die Verbreitung einer Aussage hinzudeuten.
  • Mache deine eigene Meinung durch Wendungen wie „meiner Meinung nach“ oder „meines Erachtens“ kenntlich.

Faustregeln zur Plagiatsvermeidung

  • Zitiere mehr indirekt als direkt. Originalzitate sind bewusst einzusetzen.
  • Nutze mindestens so viele Quellen, wie du Seiten schreibst.
  • Achte auf das Verhältnis von Originaltext und Paraphrase. Aus einer Seite Original sollte keine halbe Seite Text in deiner Arbeit entstehen.

Das waren nun viele Tipps. Um ein Plagiat zu vermeiden, musst du nicht jeden einzelnen Tipp nachvollziehen, vielmehr gilt:

Absicht oder kein Plagiat

Ein Plagiat musst du wollen. Hältst du dich an die oben genannten Tipps, vermeidest du nicht nur die Plagiatsgefahr, sondern gehst einen großen Schritt in Richtung effizient geschriebener und (sehr) guter Unitexte.

 

Zusammenfassung

Plagiate werden von vielen Studierenden als Gefahr für ihren Studienabschluss angesehen. Dabei muss ein Plagiat regelrecht geplant werden. Arbeitest du gewissenhaft und ohne Betrugsabsicht, ist ein Plagiat sehr unwahrscheinlich.

Wie Schreibcoaching Studierenden zu besseren Uninoten verhilft

Das Ziel des Thesis-Blogs ist es, Studierenden Tipps für schneller geschriebene und gleichzeitig bessere Uninoten zu präsentieren. Für mich ist die Methode des Schreibcoachings hierfür elementar. Darum erkläre ich in diesem Blogpost, wie dich Schreibcoaching effizient zu besseren Uninoten führt.

Beim Thesis-Coaching zählt die Note

Coaching ist Hilfe zur Selbsthilfe. Sicherlich hast du das schonmal gehört oder gelesen. Drücken wir es daher etwas anders aus: Coaching soll dir helfen, dein Potential zu entwickeln und auszuschöpfen. Entwickeln deutet auf die Nachhaltigkeit von Coaching hin, ausschöpfen auf das direkte Ergebnis eines Coachings. Im Sport ist dieses direkte Ergebnis klar, es spiegelt sich im Spielausgang wider. Die Nachhaltigkeit des Coachings wiederum zeigt sich in langfristigen Ergebnistendenzen.

Auch Schreibcoaching hat einen langfristigen Effekt. Es hilft, Schreibkompetenzen auszubauen und Sprachbewusstheit zu schaffen. Aber sind wir ehrlich: In Bezug auf deine Thesis ist dir das egal, oder? Die Thesis ist ein Pflichtspiel, da zählt die Note.

Eine Pflichtaufgabe ist sie allerdings nicht. Du spielst in deiner Thesis aller Wahrscheinlichkeit nach nicht als Tabellenführer gegen einen Abstiegskandidaten. Dafür ist die Aufgabe viel zu besonders und komplex: Du musst in deiner Thesis wirklich sehr viele Bewertungskriterien erfüllen und Teilaufgaben erledigen. Diese Komplexität lässt sich mit Schreibcoachings analysieren, also in bearbeitbare Häppchen verwandeln, die bisweilen sogar ordentlich schmecken.

Spreche ich allerdings mit Studierenden, klingen ihre Uniaufgaben meist gar nicht mal so schmackhaft; die Thesis-Zeit von Uniabsolventen oft sogar nach Dschungel-Camp-Mahlzeit. Die Gründe dafür liegen wohl im Unisystem.

Gründe für Schwierigkeiten bei Bachelor- und Masterarbeiten

Ist es nicht die Aufgabe der Universitäten, Studierenden das wissenschaftliche Arbeiten zu lehren?

Diese Frage stellte mir mal ein Bekannter. Meine Antwort:

Absolut, eigentlich sollte es meine Leistung, das Schreibcoaching, gar nicht geben.

Mal abgesehen davon, dass ein Coaching jedem Schreiber nur helfen kann – es gibt meine Leistung und die drei Gründe hierfür sind…

Grund 1: zu wenig Fokus auf wissenschaftlichem Arbeiten im Studium

Im Wintersemester 2018/2019 studieren 2,86 Millionen Menschen in Deutschland. Eine immense Zahl, die sich in den vergangenen Jahren durchweg erhöht hat, 2008/2009 lag sie noch bei 2,02 Millionen (Quelle: Statista). Diese Erhöhung liegt auf der Hand, sprießen Hochschulen, Akademien und Fernuniversitäten doch aus dem Boden.

Alles schön und gut. Nun haben all diese Hochschularten eine Gemeinsamkeit: Nach Bologna schließen alle Studierenden mit einer wissenschaftlichen Qualifikationsarbeit ab – alle, das ist der gemeinsame Nenner für einen Studienabschluss.

Demnach ist davon auszugehen, dass Studierende ausreichend auf diese Aufgabe vorbereitet werden. Stattdessen höre ich allzu oft, dass viele Studierende vor ihrer Bachelorarbeit gerade einmal zwei bis vier Unitexte geschrieben haben. Ein Teil davon ist meist über Projektarbeiten abgedeckt, die einen wesentlich geringeren Anspruch an die Wissenschaftlichkeit als Bachelorarbeiten haben.

Ehrlich: In Klausuren, Multiple-Choice-Tests und zwanzig Vorlesungsstunden zu wissenschaftlichem Arbeiten lernst du die Komplexität der Thesis-Aufgabe nicht kennen. Mit steigenden Anforderungen an Literaturarbeit, Strukturierung, Empirie und Formulierung – um einige Bewertungskriterien zu nennen – droht am Ende des Studiums daher das böse Erwachen.

Stattdessen lernst du wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben durch wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben. Dazu erhältst du allerdings zu wenige Möglichkeiten, sofern du nicht an einer staatlichen Hochschule in einem geisteswissenschaftlichen Studium sitzt (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Grund 2: geringerer Studierenden-Professoren-Quotient

Knapp eine Million der in Deutschland immatrikulierten Studierenden, also mehr als ein Drittel, gehören einer Fachhoschule an.

Da gerade diese Zahlen steigen, müssen Hochschulen sehr viel tun, um die Betreuung der Bacheloranden und Masteranden aufrechtzuerhalten. Dabei ist die Anzahl an Professoren nicht linear zur Studierendenzahl angestiegen. D. h., auf einen Prüfer kommen wesentlich mehr Studierende als noch vor zehn Jahren. Oder: Der Studierenden-Professoren-Quotient verringert sich.

Die Professoren haben folglich weniger Zeit für die Betreuung von Abschlussarbeiten, in Kombination mit der geringen Erfahrung vieler Studierender mit wissenschaftlichem Schreiben eine explosive Mischung.

Grund 3: weniger Zeit im berufsbegleitenden Studium

Nicht nur die Betreuer wissenschaftlicher Arbeiten haben weniger Zeit für deine Thesis, auch du selbst hast weniger Zeit, wenn du berufsbegleitend/dual studierst. Schließlich hast du dann auch noch andere Aufgaben. Ein Rechenbeispiel:

Für gewöhnlich beträgt die Bearbeitungszeit für Masterarbeiten: fünf bis sechs Monate.

Für deine Masterarbeit erhältst du 30 Credit Points.

Ein Credit Point ist mit einem Arbeitsumfang von 30 Stunden angesetzt, woraus sich ein Stundenumfang von 30 CP x 30 Stunden = 900 Stunden ergibt.

Pro Bearbeitungswoche macht das bei einer Bearbeitungszeit von sechs Monaten:

900 Stunden/(6*4,2 Wochen) = 35,7 Stunden pro Woche

Bei einer Bachelorarbeit mit zwölf Leistungspunkten und einer Bearbeitungszeit von drei Monaten ist die Thesis immer noch mit 28,5 Wochenstunden angesetzt.

Wenn du nun berufsbegleitend studierst und für deine Arbeit nicht freigestellt wirst, sollst du also neben deinem Job (35, 40 Stunden pro Woche oder doch mehr?) einen weiteren Vollzeitjob in deine Abschlussarbeit investieren?

Ein ordentliches Pensum und wissenschaftliches Arbeiten geht nicht nebenbei – weil du in aller Regel eben zu wenig Erfahrung und zu wenig Betreuung hast.

Ok, Hand aufs Herz, ganz so dramatisch ist es in den allermeisten Fällen nicht. Erstens kannst du deine Wochenstunden einfach verlängern, indem du vor der offiziellen Bearbeitungszeit die ersten Thesis-Aufgaben erledigst, zweitens gibt es das Pareto-Prinzip.

Bachelorarbeit in neun Tagen?

Das Pareto-Prinzip

Auch wenn es nicht im Sinne des Erfinders oder der Unis ist, legen die wenigsten Studierenden den kompletten Arbeitsaufwand in ihre Thesis. Sonst gäbe es nicht so viele Fachhochschulen. Stattdessen ist davon auszugehen, dass das Pareto-Prinzip auch für das Thesis-Schreiben greift.

Das Pareto-Prinzip, benannt nach Vilfredo Pareto, besagt:

Du erzielst 80 % der Lösungsqualität in 20 % der Bearbeitungszeit. Möchtest du die übrigen 20 % Qualität hinzufügen, musst du 80 % des Zeitaufwands auf dich nehmen.

80 % Lösungsqualität bedeutet in deiner Thesis eine 2,0 – erstmal gar nicht schlecht. Berechnen wir den 20%igen Arbeitsaufwand für deine Thesis ergäbe sich für eine 2,0 ein Zeitaufwand von

  • sieben Wochenstunden für eine Masterarbeit und
  • 5,7 Wochenstunden für eine Bachelorarbeit.

Wenn du viel Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten hast und deine Bearbeitungszeit voll ausnutzt, bedeutet das:

Du kannst deine Bachelorarbeit in hocheffizienten neun Achtstunden-Arbeitstagen schreiben, für deine Masterthesis bräuchtest du dieser Berechnung zufolge 22 Arbeitstage.

Geht das? Vielleicht, wenn du

  • ganz genau weißt, welche wissenschaftlichen Ansprüche du wie lösen musst, und
  • acht Stunden am Tag für neun bzw. 22 Tage am Stück voll durchziehen kannst.

Du solltest also methodisch sehr gut aufgestellt sein und deine Zeit hocheffizient nutzen. Eine Schreibblockade oder vergeudete Stunden sind hier nicht erlaubt. Außerdem darf eine 1,0 in diesem Fall nicht zwingend dein Anspruch sein.

Die genannten Gründe für Thesis-Schwierigkeiten sprechen dennoch hiergegen. Es wird kaum jemand ohne einschlägige Vorerfahrung schaffen, seine Thesis in neun oder 22 Tagen zu schreiben.

Schreibcoaching als Methode

Und hier kommt das Schreibcoaching ins Spiel. Schreibcoaching ist eine Methode, die Studierenden dabei hilft, (sehr) gute Unitexte zu verfassen. Zum Schreibcoaching für Studierende gehört immer auch das Wissenschaftscoaching, da du in der Thesis-Zeit eben nicht nur schreiben, sondern auch recherchieren, exzerpieren oder forschen musst. Beim Schreibcoaching formst du aus all diesen Aufgaben Texte, die dich schließlich zu einem überzeugenden Thesis-Text führen. Dabei bedient sich das Schreibcoaching Sprech- und Schreibaufgaben sowie Face-to-Face-, Telefon- und E-Mail-Coachings.

Schreibcoaching verfolgt drei Ziele:

  1. die Reflexion des eigenen Schreibens,
  2. die effiziente Lösung von Aufgaben und
  3. den Erfolg eines Textes, also eine starke Note.

Reflexion ist Fortschritt

Wissenschaftliches Arbeiten ist komplex. Da sollst du in drei Monaten eine 40-seitige Bachelorarbeit planen, entwerfen und schreiben, hast davor aber gerade einmal zwei wissenschaftliche Texte geschrieben. Hier kann ganz sicher nicht von Routine gesprochen werden. Und gerade dort, wo wenig Schreiberfahrung herrscht, ist die Reflektion des eigenen Tuns besonders gefragt. Damit keine Schreibblockaden auftreten und damit die Komplexität des wissenschaftlichen Arbeitens handhabbar wird.

Mit Schreibaufgaben, Tipps und Tricks sowie Motivation sorgt ein Schreibcoach dafür, dass du mal die Perspektive auf dein Tun wechselst und dein Schreiben reflektierst. Außerdem weiß er genau, was du wann getan haben solltest. Er kennt die Probleme, die bei den einzelnen Aufgaben lauern – und hat Lösungen für diese Probleme parat.

So erkennst du die Bäume auch wieder als Wald. Ich spreche hierbei gerne von Sprachbewusstheit.

Das Ziel eines Schreibcoaches in den Worten eines Studierenden:

Ich war immer wieder erstaunt, wie er mit spannenden Aufgaben und kleinen Tricks ganz neue Ideen und Ansätze herauskitzelt. So fühlte es sich an, als ob sich vieles von ganz allein entwickelt hat, obwohl er mich die ganze Zeit navigiert hat!

Zeit ist Geld

Die romantische Hollywood-Vorstellung: Nach einem ereignisreichen und erfolgreichen Leben findet der Protagonist zu sich selbst und möchte Autor werden. In einer Hütte im skandinavischen Wald schreibt er sein Manuskript, abgeschieden von der Außenwelt, hochkreativ. Nach fünf Jahren publiziert er sein Werk und während er die Frau zurückgewinnt, die er zu Beginn des Filmes gefunden und dann wieder verloren hat, wird sein Buch zum Erfolg.

Exkurs: Paulo Coelho sagt in der Sieger bleibt allein übrigens: Entweder ein Film bedient sich des klassischen Musters Mann gewinnt Frau, Mann verliert Frau, Mann gewinnt Frau zurück – in 95 % aller Filme trifft das wirklich zu – oder das Fehlen dieses Musters muss mit vielen Spezialeffekten aufgefangen werden.

Im wissenschaftlichen Arbeiten ist es genauso. Du hältst dich entweder an die klassischen Strukturen wissenschaftlichen Arbeitens oder du steckst eine Menge Zusatzaufwand in deine Arbeit – womöglich ohne wirklich besseres Ergebnis.

  • Frage: Hast du Lust, deine Thesis in sozialer Abgeschiedenheit, innerlich zerrissen und ohne Blick für etwas anderes zu schreiben?
  • Zweite Frage: Hast du dafür überhaupt Zeit?

Kreativität ist schön, Filme sind schön. Noch schöner allerdings ist effizientes und effektives Texten – finde ich. Und genau dabei hilft dir ein Schreibcoach. Er kennt Abkürzungen, wo du keine vermutest, und gibt dir ein Gefühl der Sicherheit, das deine Kreativität beflügelt.

Ein Schreibcoach schafft also Momente der Reflexion, damit du besser schreibst. Gleichzeitig sorgt er für mehr Zeit, die du dann in die Ergebnisse deiner Thesis stecken kannst. Oder in Entspannungsphasen, Sport, Hobbies etc., was dir wiederum Kraft für die nächsten Thesis- oder Job-Aufgaben gibt.

Erfolg macht Spaß

Kleine Erfolgserlebnisse, die dich motiviert halten

Zurück nach Hollywood. Was ist mit den ganzen Autoren, die ihre Kreativität nicht in ein exzellentes Werk verwandeln konnten? Kreativität ist das eine, die Umsetzung des Wissens, des Könnens und der Ideen stehen auf einem anderen Blatt. Oder wie es ein Fußballkollege mal so schön formuliert hat: „Spaß macht es, wenn wir gewinnen. Schönspielen können wir danach.“

Es ist dem Spaß dienlich, wenn du dann mal ein frühes Tor schießt. So ist es auch bei deinen Unitexten. Über kleine Erfolgserlebnisse und starke Zwischenergebnisse hilft dir Schreibcoaching dabei, deinen Text Stück für Stück zusammenzusetzen. Dadurch bleibst du motiviert am Thesis-Ball und vergeudest keine Potentiale.

Denn wie viel Spaß du beim Schreiben deiner Thesis hattest, wie viele Ideen, wie viele tolle Alternativen zu deinem Endprodukt, wie viel du kürzen musstest – alles egal, wenn es sich nicht in deinem Text widerspiegelt. Am Ende zählt das Ergebnis, dein Text. Dass du auf dem Weg dorthin keine Informationen und Ideen liegen lässt und vor allem, dass dein Text verstanden wird – dafür sorgt ein Schreibcoach. Und damit geht eine bessere Benotung einher.

Ein Schreibcoach führt dich also mit Schreibaufgaben effizient zu einem besseren Thesis-Text.

Zusammenfassung:

Ein Schreibcoach führt dich effizient zu besseren Textergebnissen, also zu (sehr) guten Thesis-Noten. Darüber hinaus motiviert er dich und gibt dir ein gutes Gefühl beim Schreiben deiner Bachelor- oder Masterarbeit.

Übrigens: In der Liste der Gründe für Thesis-Probleme scheint ein Aspekt zu fehlen: die Individualität von Themen, Prüfern, Studiengängen etc. Ich führe diesen Grund nicht auf, weil er aus meiner Sicht eine Lüge darstellt. Im kommenden Beitrag „Die Individualitätslüge – warum deine Thesis kein Sonderfall ist“ erkläre ich, warum.

 

Quellen-URLs:

  • https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1264/umfrage/anzahl-der-studenten-nach-hochschulart/
  • https://de.statista.com/statistik/daten/studie/199049/umfrage/anzahl-der-deutschen-studierenden-an-universitaeten-und-fachhochschulen/
  • https://de.statista.com/statistik/daten/studie/221/umfrage/anzahl-der-studenten-an-deutschen-hochschulen/